Altersvorsorgedepot kommt: Wie geht es mit der Riester-Rente weiter – und kommt man da raus?

Mittlerweile ist die Riester-Rente für viele Deutsche zum Ärgernis geworden. Während Millionen bereits Verträge abgeschlossen haben, kommt zum 1. Januar 2027 das neue Altersvorsorgedepot. Was Sie wissen müssen.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Wie die Riester-Rente im Vergleich zum neuen Altersvorsorgedepot wirklich abschneidet, bleibt abzuwarten. (Foto) Suche
Wie die Riester-Rente im Vergleich zum neuen Altersvorsorgedepot wirklich abschneidet, bleibt abzuwarten. Bild: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Patrick Pleul
  • Die Riester-Rente ist in den vergangenen Jahren in die Kritik geraten
  • Ab 2027 soll endlich eine neue Renten-Option kommen: das Altersvorsorgedepot
  • Wer einen Riester-Vertrag hat, hat nun mehrere Handlungsmöglichkeiten

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Nicht ohne Grund sind viele unglücklich mit der aktuellen Riester-Rente: Hohe Kosten, komplizierte Regelungen und unzureichende Renditen machen die staatlich geförderte Renten-Option mittlerweile eher unattraktiv. Daher soll nun eine weitere Option her: Ab dem 1. Januar 2027 soll es das Altersvorsorgedepot geben. Wie es für Riester-Kunden jetzt weitergehen kann, verraten wir Ihnen hier.

Lohnt sich die Riester-Rente in Zukunft noch?

Mit dem 1. Januar wird die klassische Riester-Rente abgelöst. Wer bereits einen Vertrag bis dahin abgeschlossen hat, soll allerdings weiterhin Bestandsschutz genießen. Das bedeutet: Theoretisch können Kunden auch weiterhin noch Geld mit der Riester-Rente ansparen. Wer an Förderung und Konditionen nichts zu bemängeln hat, darf den Vertrag also behalten. Diese Option könnte vor allem für Familien mit Kindern oder Personen mit hohen Zulagen weiterhin attraktiv sein.

Für Singles ohne Kinder ist die Riester-Rente allerdings in der Regel nicht mehr attraktiv. Ihnen bleibt häufig nur die staatliche Grundzulage von 175 Euro. Wer 40.000 Euro verdient, müsste für die volle Förderung 1.425 Euro selbst einzahlen. Angesichts der häufig hohen Kosten lohnt sich dies daher für viele nicht mehr.

Wie funktioniert das neue Altersvorsorgedepot?

Das neue Altersvorsorgedepot könnte ab 2027 vor allem dann für Sie attraktiv sein, wenn das angesparte Geld kostengünstig in ETFs oder Fonds investiert wird und dadurch höhere Renditen als bei der Riester-Rente entstehen. "Für jeden Spar-Euro gibt es künftig 50 Cent vom Staat bis zu einer Einzahlung von 360 Euro im Jahr", erklärt das Bundesfinanzministerium.

Vertragskunden stehen drei verschiedene Varianten zur Verfügung:

  • ein chancenorientiertes Standard-Depot
  • ein Depot mit 80-prozentiger Garantie
  • ein Depot mit 100-prozentiger Kapitalgarantie

Letzteres garantiert mindestens die Auszahlung der eingezahlten Beiträge. Bei Abschluss eines Altersvorsorgedepots soll sich das vorhandene Riester-Guthaben auf das neue Depot übertragen lassen – ohne Verlust der staatlichen Förderung. Dies soll direkt über die jeweiligen Anbieter abgewickelt werden. Dennoch sollten Verbraucher zunächst Vorsicht walten lassen: Einerseits können die Kosten hoch ausfallen, andererseits verliert die Garantie angesichts der Inflation an Wert. Sparer sollten entsprechend genau auf die Angebote schauen.

Kann man auch einfach den Riester-Vertrag kündigen?

Neben diesen zwei Optionen gibt es auch noch zwei weitere Alternativen - diese sind allerdings grundsätzlich nicht empfehlenswert. Zum einen können Sie Ihren Vertrag auch beitragsfrei stellen. Dabei werden keine neuen Beiträge mehr gezahlt - der Vorteil hierbei ist, dass bereits erhaltene Zulagen und Steuervorteile bestehen bleiben. Allerdings laufen mögliche Gebühren des Anbieters weiter und die Förderung bleibt aus.

Weiterhin lassen sich die Riester-Verträge auch kündigen. Das könnte allerdings äußerst teuer werden: Wer seinen Riester-Vertrag kündigt, der muss in der Regel alle staatlichen Zulagen und steuerlichen Vorteile zurückzahlen. Laut der Deutschen Rentenversicherung müssen außerdem alle aufpassen, die bereits Schulden haben, da der Pfändungsschutz für das Riester-Vermögen mit der Kündigung ebenfalls aufgehoben wird. Dadurch kann das Kapital im schlimmsten Fall gepfändet werden.

Lohnt sich ein sofortiger Wechsel zum Altersvorsorgedepot?

Noch ist unklar, inwiefern das Altersvorsorgedepot auch in der Praxis für Verbraucher sinnvoll sein wird. Zu erwarten ist zumindest, dass gerade in der Anfangsphase noch nicht sämtliche Produkte verfügbar sein werden und die Angebote sich hinsichtlich Preis, Garantien und Renditechancen deutlich unterscheiden werden. Zunächst ist es daher empfehlenswert, die Entwicklung des Marktes im Auge zu behalten und verschiedene Angebote miteinander zu vergleichen.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) kritisiert wie auch bei der Riester-Rente, dass die Beratung in den Institutionen, welche die Renten-Modelle verkaufen, schlichtweg profitgetrieben sein wird. Der neue Gesetzesentwurf löse dieses bestehende Problem noch immer nicht. Stattdessen seien die Gespräche in der Regel vom Ziel getrieben, Produkte mit hohen Kosten und Provisionen zu verkaufen.

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