Denis Boizow (40) ist tot: Ex-Boxprofi gestorben - Vater bricht sein Schweigen zur Todesursache
Er galt als härtester Schläger seiner Generation, stand in der Weltrangliste direkt hinter Wladimir Klitschko – dann veränderte ein rätselhafter Unfall das Leben von Denis Boizow grundlegend. Jetzt ist der russische Schwergewichtsboxer mit nur 40 Jahren gestorben.
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
Suche
- Denis Boizow ist tot - Ex-Boxprofi wurde nur 40 Jahre alt
- Schwerer U-Bahn-Unfall in Berlin änderte Boizows Leben für immer
- Vater von Denis Boizow spricht über Todesursache seines Sohnes
Die Sportwelt muss Abschied nehmen von einem Talent, der einst als möglicher Herausforderer von Wladimir Klitschko gehandelt wurde, bis ein schwerer und bis heute ungeklärter Unfall sein Leben für immer veränderte. Jetzt ist der frühere Schwergewichtsboxer Denis Boizow tot. Der Russe, der lange Jahre in Deutschland lebte und kämpfte, starb im Alter von 40 Jahren.
Denis Boizow ist tot: Vater Nikolai äußert sich zur Todesursache des Ex-Profiboxers
Die russische staatliche Nachrichtenagentur Tass berichtete unter Berufung auf Denis' Vater Nikolai Boizow über den plötzlichen Tod des Ausnahmesportlers. Die Familie des 40-jährig Verstorbenen äußerte sich auch zur Todesursache von Denis Boizow: Demnach führte ein gelöstes Blutgerinnsel zum Tod des ehemaligen Profiboxers. "Man konnte nichts mehr tun, es war der sofortige Tod", sagte Nikolai Boizow. Der Tod trat demnach zu Hause ein. Seine Ehefrau Olga Litvinova hatte ihn gerade versorgt und auf die Seite gedreht, als Denis Boizow plötzlich zusammenbrach, zu zittern begann und sich blau verfärbte. Innerhalb von drei Minuten war alles vorbei.
Auch das Sportzentrum der russischen Region Orjol bestätigte den Tod des einstigen Ausnahmetalents im sozialen Netzwerk VK. In der Mitteilung wurde Boizow als einer der vielversprechendsten Schwergewichtler Russlands der frühen 2010er Jahre gewürdigt.
Trauer um Denis Boizow: Vom Hamburger Boxstall an die Weltspitze als potenzieller Klitschko-Gegner
Boizow startete seine professionelle Laufbahn beim renommierten Hamburger Promoter Universum, bevor er zum Berliner Veranstalter Sauerland Event wechselte. In Deutschland baute der gebürtige Russe, der den Spitznamen "russischer Tyson" trug, eine bemerkenswerte Kampfbilanz auf: Von 37 Profikämpfen entschied er 36 für sich, 27 davon endeten vorzeitig durch K.o.
Im Jahr 2013 erreichte Denis Boizow den Höhepunkt seiner Karriere. Über einen längeren Zeitraum führte er die Rangliste der World Boxing Organization im Schwergewicht an. Lediglich Titelträger Wladimir Klitschko stand über ihm. Damit war der Russe der bestplatzierte Herausforderer des WBO-Weltmeisters – ein Titelkampf gegen Klitschko schien nur noch eine Frage der Zeit. Der britische Ex-Schwergewichtler David Price, der mit Boizow trainiert hatte, beschrieb dessen Schlagkraft als noch härter als die von Anthony Joshua.
Eine einzige Niederlage kostete Denis Boizow den WM-Kampf
Der Traum vom Titelkampf gegen Klitschko zerplatzte im November 2013. Boizow unterlag dem Australier Alex Leapai nach Punkten – es war seine einzige Niederlage als Profi. Leapai schickte den Russen dabei zweimal auf die Bretter. Diese Pleite hatte weitreichende Folgen: Boizow verlor seine Spitzenposition bei den sogenannten Final-Eliminatoren, den Ausscheidungskämpfen um das offizielle Recht, den Weltmeister herauszufordern. Statt Boizow durfte Leapai gegen Klitschko um den WBO-Gürtel antreten. Zwar kehrte der Russe danach noch dreimal siegreich in den Ring zurück, doch den Weg zurück an die Spitze der Rangliste fand er nicht mehr. Seinen letzten Kampf bestritt Boizow im März 2015 in Rostock, wo er den Brasilianer Irineu Beato Costa Junior besiegte, der in Runde zwei aufgab.
Rätselhafter U-Bahn-Unfall in Berlin veränderte Denis Boizows Leben für immer - war es versuchter Mord?
Nur zwei Monate nach seinem letzten Sieg nahm Denis Boizows Leben eine dramatische Wendung. Im Mai 2015 wurde der damals 29-Jährige schwer verletzt und ohne Bewusstsein auf den Schienen eines Berliner U-Bahn-Tunnels entdeckt. Seine Wohnung befand sich nur wenige Hundert Meter vom Fundort entfernt. Mit massiven Verletzungen an Kopf und Händen kam er in die Charité, wo er notoperiert und anschließend in ein künstliches Koma versetzt wurde. Weitere Eingriffe und eine langwierige Rehabilitation folgten.
Wie Denis Boizow in den Tunnel gelangte, konnte nie abschließend geklärt werden. Die Berliner Polizei wertete Zeugenaussagen und Videoaufnahmen aus und stufte den Vorfall als Unfall ein. Auf der Website des Boxers wurde jedoch ein möglicher Zusammenhang mit seiner sportlichen Tätigkeit hergestellt – Boizow sei zuvor über einen Zeitraum von rund zwei Jahren ständig bedroht worden. Seine Ehefrau Olga Litvinova sprach sogar von einem möglichen Mordversuch.
Denis Boizow nach Unfall ein Schatten seiner selbst - jetzt ist der Ex-Boxer tot
Die Folgen des Vorfalls im Berliner U-Bahn-Tunnel bestimmten den Rest von Boizows Leben, das nun mit nur 40 Jahren zu Ende ging. Der einstige Spitzenboxer konnte weder eigenständig laufen noch sprechen. Sein Bruder Maxim kümmerte sich ein Jahrzehnt lang um ihn. "Nein, wir haben uns nicht unterhalten. Er nickte nur Ja und Nein. Aber er hat alles verstanden. Ich habe ihn zehn Jahre lang gepflegt. Aber es hat nicht gereicht", sagte Maxim Boizow gegenüber der Nachrichtenagentur Tass. Denis Boizow wurde zunächst in Deutschland behandelt, später dann in seiner russischen Heimat. Die Familie hatte sich nach dem Unfall weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Die Beisetzung des früheren Profisportlers findet in der russischen Region Orjol statt.
Weitere Beiträge aus der Promi-Welt finden Sie hier:
- "Frauentausch"-Star tot aufgefunden - Todesursache unklar
- Reality-TV-Millionärin für "verzweifelte Aufmerksamkeitsaktion" zerrissen
- Trödelshow-Expertin (39) nach schwerer Krankheit gestorben
- Preisgekrönter TV-Koch (37) tot aufgefunden - jetzt ermittelt die Polizei
- Bastian Schweinsteiger ist vergessen - für Esther Sedlaczek zählt nur noch eins
loc/news.de/dpa/stg
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.