28.01.2020, 07.24 Uhr

Kobe Bryant ist tot: US-Behörde ermittelt zu Absturzursache - 1. offizielle Erkenntnisse

Was führte zu dem Hubschrauberabsturz, bei dem der frühere Basketball-Superstar Kobe Bryant, seine Tochter und sieben weitere Insassen ums Leben kamen? Das Augenmerk der Ermittler richtet sich auch auf die Wetterbedingungen am Unglückstag.

Der ehemalige Basketballprofi Kobe Bryant ist im Alter von 41 Jahren bei einem Hubschrauberabsturz tödlich verunglückt. Bild: Mike Nelson / EPA / picture alliance / dpa

Die Sportwelt steht unter Schock. Der ehemalige Basketball-Superstar Kobe Bryant ist am Sonntag bei einem Hubschrauberabsturz in Kalifornien tödlich verunglückt. Die Polizei teilte in einer Pressekonferenz mit, dass neun Menschen ums Leben gekommen sind, nannte aber keine Namen. Laut Angaben des Bürgermeisters war auch Bryants 13 Jahre alte Tochter Gianna unter den Opfern.

Auch der langjährige Basketball-Trainer des Orange Coast College, John Altobelli (56), gehört zu den tödlich verunglückten Insassen des Hubschraubers. Zu den neun Passagieren, die alle ums Leben kamen, zählten nach Angaben von Altobellis jüngerem Bruder Toni bei der Nachrichtenagentur AP auch die Frau des College-Coaches, Keri, und die gemeinsame Tochter Alyssa.

Nach Tod von Kobe Bryant: US-Behörde ermittelt zu Absturzursache

Nach dem Helikopter-Absturz dauern die Untersuchungen der US-Behörde für Transportsicherheit (NTSB) an. Experten der Behörde würden wahrscheinlich noch fünf Tage lang den Unfallort in Kalifornien untersuchen, teilte Jennifer Homendy von der NTSB bei einer Pressekonferenz in Los Angeles mit.

"Es ist eine recht katastrophale Unfallstelle", sagte Homendy. Die Trümmer lägen in dem hügeligen Terrain nahe Los Angeles sehr weit verstreut. Einen Flugdatenschreiber habe der Hubschrauber nicht gehabt, das sei aber auch keine Vorschrift. Kurz vor dem Crash habe der Pilot Fluglotsen mitgeteilt, er werde aufsteigen, um eine Wolkenschicht zu umfliegen, sagte Homendy. Die NTSB bat alle Menschen, die Fotos vom Wetter in der Gegend zum Zeitpunkt des Absturzes gemacht hätten, ihr diese zu schicken.

Kobe Bryant unter den Todesopfern bei Heli-Absturz

Bryant war mit seiner Tochter und weiteren Passagieren laut Angaben mehreren US-Medien auf dem Weg zu einem Basketball-Turnier in dem Ort Calabasas unweit von Los Angeles. Der ehemalige Spieler der LA Lakers gilt als einer der größten Basketballer der Sportgeschichte. Er war verheiratet und hatte vier Töchter. "Unwirklich. Kobe tot mit 41. Gebete gehen an die Familien aller fünf Opfer", schrieb der frühere deutsche NBA-Profi Detlef Schrempf bei Twitter.

Bei nebligem Wetter war die Maschine vom Typ Sikorsky S-76 am Morgen abgestürzt und in Flammen aufgegangen. Dieses Feuer habe es den Rettungskräften erschwert, zum Unglücksort zu gelangen, berichtete die "Los Angeles Times" unter Berufung auf einen Sprecher. Die Zeitung zitiert weitere Quellen, wonach der Hubschrauber in Orange County gestartet war, dem Wohnort Bryants im Südosten von Los Angeles, Calabasas liegt etwa 30 Kilometer westlich von der Stadt.

Warum dufte der Bryant-Heli im Nebel starten?

Doch warum stürzte der Privat-Hubschrauber der NBA-Legende in der Nähe der US-Metropole Los Angeles ab? Medienberichten zufolge könnte der fatale Unfall in Zusammenhang mit dichtem Nebel stehen, der während des Absturzes in der Region herrschte. Wie unter anderem die "Daily Mail" berichtet, soll die Maschine über dem Zoo von Los Angeles erstmals in Schwierigkeiten geraten und wenig später im Ort Calabasas zu Boden gegangen sein.

Das zuständige Polizei-Department bestätigte unterdessen, dass sogar deren Hubschrauber-Staffel zur gleichen Zeit wegen des schlechten Wetters nicht abheben durfte: "Die Wetter-Situation war unterhalb unserer Minimum-Standards für das Fliegen." Der Tower des Flughafens in Burbank kontaktierte die Piloten noch fünf Minuten vor dem Crash. Wie ein angeblicher Audio-Mitschnitt beweisen soll, habe man den Piloten mitgeteilt, dass man zu niedrig für eine Radar-Unterstützung fliegen würde. Weitere Augenzeugen vom Unfallort berichteten unterdessen, dass der Helikopter keine hör- oder sichtbaren Beschädigungen gehabt hätte, bevor er zerschellte.

Kobe Bryant tot: Der Michael Jordan unserer Generation

Bryant war einer der erfolgreichsten und einflussreichsten Profis der Basketball-Geschichte. "Kobe bedeutet so viel für die Liga, für den Basketball weltweit", schwärmte auch die deutsche Legende Dirk Nowitzki, als Bryant seine Karriere im April 2016 nach 20 Jahren in der NBA beendete. "Er war der Michael Jordan unserer Generation."

Fünf Titel holte Bryant mit seinen Los Angeles Lakers, wurde 15-mal ins beste Team der NBA gewählt - keinem gelang dies häufiger. 81 Punkte erzielte der knapp zwei Meter große Shooting Guard einmal in einer Partie 2006. Seine 33.643 Zähler in regulären Saisonspielen werden nur von Kareem Abdul-Jabbar, Karl Malone und LeBron James übertroffen - letzterer zog erst am Samstag (Ortszeit) an Bryant auf Platz drei der Bestenliste vorbei.

2004 wurde ein Prozess gegen ihn wegen des Verdachts der Vergewaltigung einer 19 Jahre alten Hotelangestellten eingestellt. Die Staatsanwaltschaft ließ die Anklage fallen, nachdem die Frau nicht mehr am Prozess teilnehmen wollte. Bryant hatte stets gesagt, dass es mit ihrem Einverständnis zu sexuellen Handlungen gekommen sei.

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Kobe Bryant schrieb NBA-Geschichte mit den Los Angeles Lakers

Auch wenn Bryant gegen Ende seiner Laufbahn nicht mehr an seine Glanzzeiten anknüpfen konnte und mit LA immer wieder die Playoffs verpasste, gelang ihm doch ein hollywoodreifer Abschluss. Im Alter von 37 trumpfte er in seinem letzten Spiel noch einmal mit 60 Punkten auf und ließ sich im goldenen Konfettiregen von Stars wie Lakers-Edelfan Jack Nicholson, Jay-Z und David Beckham feiern.

Bryant wuchs als Sohn des damaligen NBA-Spielers Joe Bryant auf und zog mit seiner Familie in seiner Kindheit und Jugend zeitweise nach Italien, als sein Vater dort aktiv war. Seine Eltern benannten ihn nach dem Kobe-Steak, das sie laut offizieller NBA-Biografie auf einer Speisekarte gesehen hatten. 1996 kam Bryant in die NBA, ohne zuvor ein College besucht zu haben. Die Lakers sicherten sich die Rechte an dem großen Talent, nachdem sie ein folgenreiches Tauschgeschäft mit den Charlotte Hornets einfädelten.

Schon früh in seiner Karriere nahm sich Bryant den besten Basketballer der Geschichte, Michael Jordan, als Maßstab, strebte mit unbändigem Ehrgeiz nach seiner Größe. An der Seite des imposanten Centers Shaquille O'Neal gewann Bryant von 2000 bis 2002 seine ersten drei NBA-Meisterschaften, sein Co-Star wurde jedoch jedes Mal als wertvollster Spieler der Finalserie ausgezeichnet.

Seine Verabschiedung nach seinem letzten Spiel, als er mit Bezug auf seinen Spitzennamen die Worte "Mamba Out" sprach und das Hallenmikrofon niederlegte, erreichten ikonischen Status und wurden selbst vom damaligen US-Präsidenten Barack Obama imitiert. Nun sorgte die Nachricht von Bryants Tod für einen Schock, der weit über die Basketballwelt hinausging.

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loc/news.de/dpa/spot on news

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