Nach Aiwangers Tod: Geschmacklose Theorien aufgetaucht – Impfgegner spekulieren über Todesursache

Noch ist die Todesursache von Hubert Aiwanger ungeklärt, doch in den sozialen Medien kursieren bereits wilde Spekulationen. Vor allem Impfgegner nutzen den plötzlichen Tod des bayerischen Politikers, um ihre eigenen Verschwörungserzählungen zu verbreiten.

Von news.de-Redakteurin - Uhr

Das Rätsel um Aiwangers Tod trägt im Netz bizarre Blüten. (Foto) Suche
Das Rätsel um Aiwangers Tod trägt im Netz bizarre Blüten. Bild: picture alliance/dpa | Tobias Hase
  • Nach dem Tod von Hubert Aiwanger kursieren unbelegte Behauptungen über einen Zusammenhang mit der Corona-Impfung
  • Das vorläufige Obduktionsergebnis ergab keine Hinweise auf Fremdverschulden – die konkrete Todesursache ist weiterhin ungeklärt
  • Andere Nutzer reagieren mit deutlicher Kritik auf die Instrumentalisierung des Todes für Verschwörungstheorien um die Corona-Impfung

Noch ist die Ursache für den Tod von Hubert Aiwanger unklar. Das vorläufige Ergebnis der Obduktion schließt Hinweise auf Fremdverschulden aus. Die konkrete Todesursache ist allerdings weiterhin ungeklärt. Während die Nachricht vom Tod des Politikers noch für Bestürzung sorgt, hat sich in den sozialen Medien bereits eine hitzige Debatte entzündet. Auf der Plattform X kursieren bizarre Spekulationen über einen angeblichen Zusammenhang mit der Corona-Impfung.

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"Plötzlich und unerwartet": Impfgegner verbreiten wilde Behauptungen zum Tod von Hubert Aiwanger

Noch bevor die genaue Todesursache feststeht, haben Verschwörungsgläubige ihre eigene Erklärung parat: die Corona-Impfung. "Plötzlich und unerwartet. Jede Wette, dass er Covid-geimpft war. Mein Beileid und Mitgefühl gilt seiner Familie", schreibt ein X-Nutzer. Andere gehen noch weiter und stellen das vorläufige Obduktionsergebnis infrage: "Inzwischen wurde festgestellt, dass Fremdverschulden nicht vorliegt. Ich sehe das anders: Stimmt, erschlagen wurde er nicht. War sein Todesurteil vielleicht schon vor mehreren Jahren gefällt? Corona-Impfung: Hubert Aiwanger hat sich impfen lassen", heißt es in einem weiteren Post. Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder wird in den Verschwörungsnarrativen angegriffen. Ein Nutzer bezeichnete ihn als "dunklen Impfluenzer und Kriegstreiber", dessen Druck Aiwanger nicht standgehalten habe. Belege für einen Zusammenhang zwischen der Corona-Impfung und Aiwangers Tod gibt es jedoch nicht.

Sarkasmus als Waffe gegen die Impf-Mythen

Die Gegenreaktionen ließen nicht lange auf sich warten und fielen teilweise vernichtend aus. "Was wollen Sie uns mit dieser 'Wette' sagen? Dass alle Menschen, die gegen Covid geimpft wurden, irgendwann mal sterben müssen?", konterte ein X-Nutzer. Auch der Hinweis, dass vor 2020 ausschließlich Menschen ohne Covid-Impfung gestorben seien, wurde als Argument ins Feld geführt. "Ich wette, Aiwanger hat irgendwann in seinem Leben Wasser getrunken! Und Sauerstoff eingeatmet! Beides findet man erschreckenderweise auch bei nahezu 100 Prozent aller Verstorbenen", ist in einem weiteren beißenden Kommentar zu lesen. Andere Nutzer argumentierten sachlicher und verwiesen auf wissenschaftliche Grundprinzipien: "Korrelation ist nicht Kausalität. Und Bauchgefühl ist keine medizinische Studie", stellte ein X-Nutzer klar.

"Kalkulierte Geschmacklosigkeit" – Empörung über die Instrumentalisierung

Über die einzelnen Verschwörungstheorien hinaus löst vor allem die Instrumentalisierung von Aiwangers Tod Empörung aus. "Wer versucht, den Tod von #Aiwanger mit der Corona-Impfung in Verbindung zu bringen, ist ein menschliches A********. Und das NICHT plötzlich und unerwartet", schrieb ein anderer Nutzer auf X. Ein weiterer Kommentator ordnete das Phänomen in einen größeren Zusammenhang ein: "Diese kalkulierte Geschmacklosigkeit, bei der jeglicher moralische Kompass ignoriert wird, um maximale Aufmerksamkeit und Empörung zu generieren, ist genau die Methode, die man auch aus der US-Politik kennt." Es gehe längst nicht mehr um Inhalte, sondern um das gezielte Brechen von Anstandsgrenzen, um die eigene Anhängerschaft zu mobilisieren. Sein Urteil: "Erbärmlich."

Aiwangers Tod wird zur Projektionsfläche für Verschwörungserzählungen

Der Fall Aiwanger zeigt, wie schnell der Tod einer prominenten Persönlichkeit in sozialen Medien zum Gegenstand ideologischer Auseinandersetzungen werden kann. Noch bevor die medizinischen Untersuchungen abgeschlossen sind, verbreiten manche Nutzer Erklärungen, die vor allem das eigene Weltbild bestätigen sollen.

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