Donald Trump: "Großes Abkommen" für ganz Europa? Trump sorgt mit Putin-Deal für Rätsel

Donald Trump kündigt ein Abkommen an, das weit über den Ukraine-Krieg hinausgehen und ganz Europa betreffen könnte. Was genau der US-Präsident mit dem Kreml plant, verriet er nach seinem Treffen mit Putins Unterhändler Kirill Dmitrijew allerdings nicht. Seine großen Worte werfen deshalb mehr Fragen auf, als sie beantworten.

Von news.de-Redakteurin - Uhr

Donald Trump kündigt "großes Abkommen" mit Russland an. (Foto) Suche
Donald Trump kündigt "großes Abkommen" mit Russland an. Bild: Alex Brandon/AP/dpa/dpa
  • Donald Trump kündigt ein mögliches Abkommen an, das ganz Europa betreffen könnte
  • US-Präsident stellt weitreichende Folgen in Aussicht
  • Welche Vereinbarungen Washington und Moskau konkret planen, ließ Trump offen

Donald Trump hat am Donnerstag (05.11.2026) den Kremlunterhändler Kirill Dmitrijew im Weißen Haus empfangen. Über die Inhalte des Gesprächs schwieg der US-Präsident zwar beharrlich, dafür ließ er mit einer bemerkenswerten Ankündigung aufhorchen. "Es wird ein großes Abkommen sein", erklärte Trump gegenüber Reportern. "Es wird mehr als nur die Ukraine betreffen, und ich könnte sogar sagen, dass es ganz Europa betreffen könnte." Am Ende würden alle begeistert sein, versicherte er. Was genau hinter dieser weitreichenden Formulierung steckt, blieb völlig offen.

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Dmitrijew gilt als enger Vertrauter von Wladimir Putin. Dass Trump ausgerechnet ihm ein persönliches Gespräch gewährte, während er die gleichzeitig angereiste ukrainische Delegation nicht traf, sorgte umgehend für heftige Reaktionen. Auf die direkte Frage, ob er auch die ukrainische Delegation getroffen habe, antwortete Trump knapp: "Nein, nur den Chef von Russland." Eine Begründung lieferte er nicht. Dabei befanden sich mit David Arachamija, dem Fraktionsvorsitzenden von Selenskyjs Partei, und dem Menschenrechtsbeauftragten Dmytro Lubinez zwei hochrangige ukrainische Vertreter zeitgleich in Washington.

Die diplomatische Lücke füllte stattdessen Melania Trump. Die First Lady empfing am Donnerstag sowohl Dmitrijew als auch die beiden ukrainischen Abgesandten im Weißen Haus. Im Mittelpunkt stand dabei die begrenzte Waffenruhe in der russisch besetzten Frontstadt Oleschky, die sie nach Angaben des Weißen Hauses persönlich vermittelt hatte. Die Feuerpause galt vergangene Woche von Dienstag bis Sonntagabend – beide Kriegsparteien dankten der First Lady mehrfach dafür.

"Russland verliert auch Zivilisten" – Trump relativiert Putins Angriffe auf ukrainische Wohnhäuser

Als eine Reporterin Trump mit den gezielten russischen Angriffen auf ukrainische Wohnungen, Busse und Schulen konfrontierte, wich der Präsident aus. Er bringe das Thema zwar immer zur Sprache, betonte er – allerdings stets in beide Richtungen. "Denn auf der anderen Seite töten sie auch", sagte Trump. "Russland verliert ebenfalls Zivilisten." Zwischen beiden Seiten gebe es monatlich 25.000 Tote, behauptete der Präsident, ohne diese Zahl näher einzuordnen oder eine Quelle zu nennen. Es sei "ein Blutbad, und es muss enden", erklärte er. Eine Verurteilung der systematischen russischen Angriffe auf zivile Infrastruktur blieb aus. Stattdessen stellte Trump die Verluste beider Kriegsparteien auf eine Stufe. Eine Gleichsetzung, die angesichts der dokumentierten russischen Angriffe auf zivile Ziele in der Ukraine sofort scharfe Kritik auslöste.

Kushner verhandelt in Brüssel über Europas Sicherheitsarchitektur

Während Trump im Weißen Haus ausschließlich den Kreml-Vertreter traf, liefen parallel dazu Gespräche in Brüssel. Trumps Schwiegersohn Jared Kushner teilte auf der Plattform X mit, dass US-Vertreter dort am Donnerstag mit ukrainischen Delegierten, der Nato und europäischen Partnern zusammengekommen seien. Zwei Themen hätten im Zentrum gestanden, die Kushner als Fundament für einen dauerhaften Frieden bezeichnete: "Sicherheitsgarantien für die Ukraine und eine umfassendere europäische Sicherheitsarchitektur." Konkretere Angaben machte auch er nicht. Es gehe darum, durch Vereinbarungen den Sicherheitsbedenken sämtlicher Beteiligter gerecht zu werden und das Risiko zukünftiger Konflikte zu minimieren, schrieb er. Offizielle Stellungnahmen aus Brüssel zu den Donnerstagsgesprächen lagen zunächst nicht vor. Ob diese Verhandlungen mit Trumps angekündigtem "großen Abkommen" zusammenhängen, blieb unklar.

"Beschönigung" und "schmutzige Deals": Heftige Kritik an Trumps Worten

In den sozialen Medien fielen die Reaktionen auf Trumps Auftritte vernichtend aus. Nutzer warfen dem Präsidenten vor, russische Kriegsverbrechen zu verharmlosen und keinerlei Gegenleistungen von Moskau einzufordern. "Was genau bekommen die Amerikaner für deine Putin-Fixierung?", fragte ein Kommentator auf X und verwies auf ausbleibende konkrete Ergebnisse wie ein überprüfbares Friedensabkommen, nukleare Begrenzungen oder eine russische Abkehr von China.

Andere erinnerten daran, dass Russland rund 20.000 ukrainische Kinder verschleppt habe, weiterhin Zivilisten töte und gezielt die ukrainische Energieinfrastruktur vor dem Winter bombardiere. Besonders scharf fiel die Forderung aus, Republikaner und Demokraten müssten gemeinsam ein Gesetz mit vetosicherer Mehrheit verabschieden, das der Ukraine sofortige finanzielle und militärische Unterstützung garantiere – noch vor Weihnachten.

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/ife/news.de/dpa/stg

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