Gernot Döllner: Audi-Chef empört mit Trump-Auftritt - doch der Eklat war kalkuliert

Der Auftritt von Gernot Döllner an der Seite von US-Präsident Donald Trump sorgt weiterhin für Empörung. Doch inzwischen ist klar: Der Eklat, den der Trump-Auftritt mit sich gebracht hat, war kalkuliert und ist Teil einer gezielten Strategie des Audi-Chefs.

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Gernot Döllner zeigte sich Seite an Seite mit Donald Trump. (Foto) Suche
Gernot Döllner zeigte sich Seite an Seite mit Donald Trump. Bild: picture alliance/dpa/AP | Mark Schiefelbein
  • Gernot Döllner sorgt für Eklat durch Auftritt neben Donald Trump
  • Audi-Chef zeigt sich bei Veranstaltung in Georgia Seite an Seite mit dem US-Präsidenten
  • Das steckt hinter dem Trump-Auftritt des Audi-Chefs

Dieser Auftritt war alles andere als ein Zufall. Als Audi-Chef Gernot Döllner am vergangenen Samstag (24. Oktober) bei einer Wahlkampfveranstaltung in Georgia neben US-Präsident Donald Trump auf die Bühne trat und sich für dessen Unterstützung bedankte, löste das eine Welle der Empörung aus, die bis heute nicht abebbt. Doch wie "Bild" nun berichtet, war die Kritik intern offenbar fest eingeplant.

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Audi-Chef Gernot Döllner sorgt für Eklat durch Auftritt neben Donald Trump

Demnach handelte es sich um eine bewusst gewählte Inszenierung. Ein hochrangiger Manager aus der Konzernführung ordnet den Auftritt demnach nicht als politische Geste ein, sondern als "wirtschaftliche Regierungserklärung" für den Standort USA. Die Kernbotschaft dahinter: Der Volkswagen-Konzern kooperiert mit jeder amerikanischen Regierung – ob sie nun Biden oder Trump heißt.

Audi-Chef zeigt sich in bei Trump-Veranstaltung in Georgia und kündigt Werk in den USA an

Der Anlass für Döllners Bühnenmoment: die Ankündigung, dass Audi erstmals ein eigenes Werk in den Vereinigten Staaten errichten will. Der VW-Konzern kämpft seit geraumer Zeit mit einer Schwächephase auf dem europäischen Heimatmarkt und braucht dringend neue Wachstumsquellen. Nordamerika soll diese Lücke füllen.

USA als Rettungsanker für schwächelnden VW-Konzern

Konzernchef Oliver Blume macht daraus keinen Hehl: "Nordamerika ist fester Bestandteil unseres Zukunftsplans 2030. Wir sehen die Region als wichtigen Markt, um profitabel zu wachsen." Ein mögliches Audi-Werk in den USA würde dafür laut Blume "weitere Voraussetzungen schaffen". Auch für die Kernmarke VW ist laut "Bild" eine umfassende Expansion auf dem amerikanischen Markt vorgesehen. Die europäischen Probleme sollen also mit amerikanischem Wachstum kompensiert werden.

Eklat nach Döllner-Auftritt - Expansionspläne sorgen für heftige Kritik

Doch während Milliarden Richtung USA fließen sollen, wächst in Deutschland der Widerstand. IG Metall und der VW-Gesamtbetriebsrat wehren sich vehement gegen die Pläne. Ihr Argument: Die Audi-Standorte Ingolstadt und Neckarsulm stehen bereits massiv unter Druck. Im Frühjahr hatte die Premiummarke angekündigt, hierzulande bis Ende 2029 insgesamt 7.500 Stellen abbauen zu wollen. Auch SPD-Politiker gehen auf Konfrontationskurs und werfen Döllner vor, mit seinem Auftritt "Wahlkampfhilfe für einen Autokraten" geleistet zu haben. Die Arbeitnehmerseite pocht indes auf eine klare Bedingung: Wer Milliarden in Amerika investiere, müsse gleichzeitig die Zukunft der deutschen Werke verbindlich garantieren.

Die US-Offensive wird für den Konzern damit zur Gratwanderung mit erheblichem Konfliktpotenzial. Solange der Aufsichtsrat dem Georgia-Projekt nicht zugestimmt hat, bleibt den Arbeitnehmervertretern ein wirksamer Hebel und sie dürften ihn nutzen, um verbindliche Zusagen für Ingolstadt und Neckarsulm herauszuhandeln. Ob Döllners kalkulierter Bühnenmoment neben Trump am Ende als strategischer Geniestreich oder als Eigentor in die Konzerngeschichte eingeht, hängt davon ab, wie überzeugend Wolfsburg den Beschäftigten daheim eine Perspektive aufzeigen kann.

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