Donald Trump : Ex-Sprecherin verhöhnt? "Perfekte" und "wunderschöne Frau"

Nach nur fünf Tagen und einem einzigen 14-Minuten-Briefing flog Katie Zacharia als kürzeste Pressesprecherin der Geschichte aus dem Weißen Haus – und Donald Trump zog öffentlich über ihren "Ausraster" her. Sie hingegen ist voll des Lobes.

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Donald Trump äußert sich nach der Entlassung von Katie Zacharia und spricht von einer "perfekten" und "wunderschönen" Frau. (Foto) Suche
Donald Trump äußert sich nach der Entlassung von Katie Zacharia und spricht von einer "perfekten" und "wunderschönen" Frau. Bild: picture alliance/dpa/AP/Manuel Balce Ceneta
  • Nach nur fünf Tagen im Amt: Katie Zacharia ist schon wieder Geschichte
  • Donald Trump verspottet seine Ex-Sprecherin – und kassiert trotzdem Lob
  • Karoline Leavitt zieht Bilanz und nennt klare Anforderungen an die Nachfolge
  • Anna Kelly, Scott Jennings und weitere Namen als mögliche Nachfolger im Gespräch

Fünf Tage im Amt, ein einziges Briefing von gerade einmal 14 Minuten Länge, drei Journalistenfragen – und dann war Schluss. Katie Zacharia (41) hat sich als kürzeste reguläre Pressesprecherin in die Geschichtsbücher des Weißen Hauses eingetragen. Am 12. Oktober war sie von Donald Trump (80) auf den Posten berufen worden, am 16. Oktober räumte sie ihn bereits wieder.

Doch statt bitterem Nachgeschmack liefert die 41-Jährige nun ein Treuebekenntnis, das selbst politische Beobachter überraschen dürfte. Und das, obwohl Trump bei einem Wahlkampftermin in Florida gerade erst öffentlich über ihren holprigen Auftritt im Presseraum hergezogen hatte. Von Groll keine Spur – im Gegenteil: Zacharia überschüttet ihren Ex-Chef mit Lob.

"Arme junge Frau" – Donald Trump lästert bei Wahlkampfauftritt

Bei einem Auftritt für republikanische Kandidaten in Florida am vergangenen Freitag ließ Trump jede Zurückhaltung fallen. Über Zacharias einzige Pressekonferenz sagte er: "Kein Wunder, dass diese arme junge Frau – sie war eine perfekte, wunderschöne Frau, als sie in diesen Presseraum ging und alle sie anzuschreien anfingen – ausgerastet ist."

Gleichzeitig räumte der Präsident ein, selbst nicht restlos überzeugt gewesen zu sein. Er habe Zacharia direkt gefragt, ob der Posten wirklich zu ihr passe, und ihr nahegelegt, die Entscheidung noch einmal zu überdenken. Eine bemerkenswerte Mischung aus öffentlicher Bloßstellung und nachträglichem Verständnis – typisch Trump eben.

Zuvor hatte er seine Ex-Sprecherin allerdings noch gegen Angriffe aus der Presse in Schutz genommen.

Katie Zacharia: Kein Groll, sondern Lobeshymnen

Zacharia selbst reagierte auf Trumps Worte mit demonstrativer Gelassenheit. Gegenüber "Newsweek" erklärte sie: "Es war eine Ehre, für Präsident Trump zu arbeiten, und niemand wurde von den Medien unerbittlicher angegriffen als er." Dazu schob sie eine fast prophetische Ansage hinterher: "Das Beste kommt noch."

Von verletztem Ego also nicht die geringste Spur. Stattdessen schwärmte die 41-Jährige von Trumps Arbeitsmoral während ihrer gemeinsamen Woche – er habe praktisch ohne Pause durchgearbeitet. Besonders seinen Einsatz für die Republikanische Partei und die "America First"-Agenda hob sie hervor.

Ihr Fazit fiel geradezu überschwänglich aus: Niemand habe in den vergangenen zehn Jahren so viel für die Partei und die konservative Bewegung geleistet wie Trump – und dabei trotzdem die Bodenhaftung bewahrt.

Leavitt: "Der Job war offensichtlich nicht für sie"

Auch Karoline Leavitt, Zacharias Vorgängerin im Amt, äußerte sich zum gescheiterten Einsatz. In einem Interview stellte sie klar: "Wir wünschen Katie das Beste. Der Job war offensichtlich nicht für sie." Sie wisse aus eigener Erfahrung, wie fordernd die Position sei.

Leavitt verriet zudem, dass sie Trump bei der Suche nach einer Nachbesetzung beratend zur Seite stehe – Details dazu wolle sie jedoch nicht preisgeben. Über die Anforderungen an den künftigen Sprecher wurde sie hingegen deutlich: Der Präsident brauche jemanden mit Durchsetzungsvermögen und absoluter Loyalität, der seine politische Linie kenne und diese vor der Presse überzeugend vertreten könne. "Niemand versteht die Presse besser als Donald Trump", so Leavitt.

Wer übernimmt den härtesten Job in Washington?

Einen Nachfolger hat Trump bislang nicht benannt – und die Zeit drängt. Die Neubesetzung des Sprecherpostens fällt ausgerechnet in die entscheidende Phase vor den Midterm-Wahlen. Kommunikationsdirektor Steven Cheung betonte, der Fokus des Präsidenten und seines Teams liege derzeit voll auf dem Wahlkampf.

An potenziellen Kandidaten mangelt es laut Medienberichten nicht. Als mögliche Nachfolger werden unter anderem die stellvertretende Pressesprecherin Anna Kelly sowie TV-Kommentator Scott Jennings gehandelt. Darüber hinaus kursieren die Namen Elizabeth Pipko, Danielle Alvarez, Monica Crowley, Katie Miller und Hogan Gidley in der Diskussion.

Wer auch immer den Posten übernimmt, dürfte gewarnt sein: Die Messlatte für die Amtsdauer liegt bei gerade einmal fünf Tagen.

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