Natalie Harp und der US-Präsident: Donald Trump war völlig ahnungslos - sie steckt hinter der Demütigung

Wutschnaubende Social-Media-Abrechnungen sind Donald Trumps Spezialität - doch der jüngste Polter-Post, in dem der US-Präsident mit zwei seiner engsten Vertrauten kurzen Prozess machte, ist auf dem Mist von Natalie Harp gewachsen.

Erstellt von - Uhr

Neue Enthüllungen zu Natalie Harp zeigen, wie stark Donald Trumps Assistentin in den Alltag des US-Präsidenten involviert ist. (Foto) Suche
Neue Enthüllungen zu Natalie Harp zeigen, wie stark Donald Trumps Assistentin in den Alltag des US-Präsidenten involviert ist. Bild: picture alliance/dpa/AP | Jose Luis Magana
  • Donald Trump und sein Schatten Natalie Harp
  • Neue Enthüllungen zu Trumps Assistentin: Polter-Post geht auf Natalies Konto
  • Zwischenwahlen rücken näher - US-Präsident droht mit endgültiger Trennung

Wo immer Donald Trump aufkreuzt, ist sie nicht weit: Die Rede ist von Natalie Harp, der persönlichen Assistentin des US-Präsidenten, die sich längst zum Schatten von "The Don" gemausert hat. Neue Enthüllungen offenbaren nun, wie nah die 35-Jährige ihrem Boss tatsächlich ist und wie Natalie Harp dafür sorgte, dass zwei von Donald Trumps engsten politischen Beratern plötzlich auf der Abschussliste landeten.

Donald Trump postet wutschnaubende Abrechnung mit politischen Beratern

Am 7. Oktober 2026 war ein Post auf Donald Trumps "Truth Social"-Account veröffentlicht worden, der für einigen Wirbel sorgte: In dem Beitrag distanzierte sich der US-Präsident in einer seiner berühmt-berüchtigten Schimpftiraden öffentlich von zwei seiner engsten politischen Beratern, namentlich Chris LaCivita und James Blair. Doch wie bei "The Daily Beast" zu lesen ist, war es ausnahmsweise nicht Donald Trump selbst, der die wutschnaubende Abrechnung verfasste und veröffentlichte, sondern seine treueste Assistentin.

"Ich werde sie mit sofortiger Wirkung feuern!" Donald Trumps Polter-Post geht auf Natalie Harps Konto

Der Auslöser: Ein Bericht der "New York Times" hatte enthüllt, dass Chris LaCivita und James Blair in die Republika Srpska gereist waren – eine selbstverwaltete Region in Bosnien und Herzegowina –, um dort gegen Bezahlung ein pro-russisches Regime bei einer bevorstehenden Wahl zu beraten. Donald Trump bezeichnete die beiden daraufhin bei "Truth Social" als bloße "externe Berater" und drohte mit ihrer sofortigen Entlassung, sollte ein Interessenkonflikt vorliegen. Laut "Politico" wusste der 80-jährige Präsident nicht einmal von der Balkan-Reise seiner Vertrauten.

US-Präsident distanziert sich von Ex-Wahlkampfmanager und Vertrautem

LaCivita und Blair gehören zum innersten Zirkel der Trump-Welt. LaCivita leitete gemeinsam mit der heutigen Stabschefin Susie Wiles den Präsidentschaftswahlkampf 2024, Blair fungierte dabei als politischer Direktor. Bereits 2020 hatte Blair für Trumps Kampagne in Florida gearbeitet. Zuletzt stand Blair als stellvertretender Stabschef im Weißen Haus in Lohn und Brot, befindet sich derzeit jedoch in einer Auszeit, um das Trump-nahe Super PAC "MAGA Inc." zu führen. Dass ausgerechnet diese beiden Schlüsselfiguren hunderttausende Dollar kassierten, um einer mit Wladimir Putin eng verbundenen Partei auf dem Balkan Wahlkampfhilfe zu leisten, sorgte für massive Empörung in der MAGA-Bewegung.

Pikanterweise fiel der Nebenjob mitten in die heiße Phase vor den Midterm-Wahlen am 3. November, bei denen Donald Trumps Republikanern eine schwere Schlappe droht. Trump selbst hatte offenbar keine Kenntnis von der Reise und holte erst nach Bekanntwerden des Berichts Meinungen anderer Berater ein.

Natalie Harp als Strippenzieherin hinter Donald Trumps wütendem Post entlarvt

Nach der Enthüllung der "New York Times" diktierte Trump seinen Distanzierungs-Beitrag direkt an Natalie Harp, die ihn abtippte und auf "Truth Social" online stellte. Die Assistintin des Präsidenten, die 150.000 Dollar im Jahr verdienen soll, gilt als zentrale Figur hinter dem rastlosen Social-Media-Treiben des Präsidenten. Zu Natalie Harps Aufgaben gehört es, ihrem Boss Donald Trump peinliche KI-generierte Bilder und Videos zur Freigabe vorzulegen und diese anschließend massenhaft über seinen Account zu verbreiten. Harp soll auch für einige der umstrittensten Beiträge verantwortlich sein: Laut "The Daily Beast" war sie es auch, die das rassistische Video veröffentlichte, in dem Barack und Michelle Obama als Affen dargestellt wurden, sowie ein blasphemisches Bild, das Trump als Jesus zeigte. Dass ausgerechnet sie nun den Post formulierte, mit dem der Präsident seine engsten politischen Weggefährten öffentlich demütigte, unterstreicht ihre einzigartige Stellung im Weißen Haus.

Für Donald Trump und die Republikaner wird die Luft vor den Zwischenwahlen dünner

In den eigenen Reihen hagelt es derweil harsche Kritik. Ein republikanischer Parteifunktionär bezeichnete die Reise zur Unterstützung einer eng mit Putin verbündeten Partei angesichts des Timings als "offensichtlich schlechte Optik". Noch deutlicher wurde der ehemalige republikanische Gouverneur von New Jersey, Chris Christie: "Wenn deine wichtigsten politischen Berater nicht auf die Midterms achten, sondern sich stattdessen darauf konzentrieren, im Ausland Geld einzustreichen, dann deutet das für mich darauf hin, dass sie Donald Trump nicht mehr als oberste Priorität betrachten."

Trumps Unmut reicht dabei weit über den aktuellen Skandal hinaus. Eine dem Präsidenten nahestehende Quelle erklärte gegenüber "Politico", die Frustration über die Midterm-Strategie der Parteiführung schwele bereits seit Monaten. "Er ist seit geraumer Zeit wütend darüber, wie sich die Dinge entwickeln, und er hasst nichts mehr, als wenn Leute auf seine Kosten Geld verdienen – besonders wenn sie ihn dann so im Stich lassen", so die Quelle.

Donald Trump erwägt endgültige Trennung von politischen Beratern wegen drohender Wahlpleite

Dieselbe Quelle warnte, Trump "könnte sie für immer abschneiden", sollte sich die Lage bis zum Wahltag weiter verschlechtern. Die Republikaner stehen vor einer erwarteten Wahlniederlage bei den Midterms – und der Skandal um die Balkan-Beratung kommt zur denkbar ungünstigsten Zeit. Bemerkenswert ist auch ein Detail am Rande: LaCivita hatte Anfang des Jahres eine Klage gegen "The Daily Beast" fallen gelassen, die sich auf einen Bericht über millionenschwere Zahlungen an seine Beratungsfirma durch die Wahlkampagne bezog. Er zog die Klage zurück, ohne Unterlagen – darunter seine Steuererklärungen – offenzulegen. Die Publikation widerrief den Bericht weder, noch entschuldigte sie sich oder leistete eine Zahlung. Ob Trump seine Drohung wahr macht und LaCivita sowie Blair tatsächlich endgültig den Laufpass gibt, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie die kommenden Wochen bis zum 3. November verlaufen.

Weitere Beiträge zum politischen Geschehen in den USA und Donald Trump gibt's hier:

/news.de/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.