Donald Trump: Waffen-Angebot an China sorgt für Entsetzen – US-Präsident rudert zurück
Donald Trump soll ausgerechnet Chinas Staatschef Xi Jinping amerikanische Waffen zum Kauf angeboten haben. Ein US-Botschafter enthüllte das brisante Gespräch und bringt Washington damit in Erklärungsnot.
Erstellt von Anika Bube - Uhr
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- US-Botschafter David Perdue berichtet von Trumps ungewöhnlichem Waffen-Angebot an Xi Jinping
- Donald Trump dementiert die Darstellung, schließt einen solchen Deal aber nicht grundsätzlich aus
- F-35-Zwischenfall in Hongkong verschärft Sorgen um amerikanische Militärtechnologie
Was zunächst wie ein schlechter Scherz klingt, sorgt in Washington für erhebliche Unruhe: US-Präsident Donald Trump soll seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping während dessen dreitägigem Staatsbesuch in der US-Hauptstadt amerikanische Waffen zum Kauf angeboten haben. Enthüllt wurde das brisante Gespräch von niemand Geringerem als dem US-Botschafter in China, David Perdue. In einem Interview bei "Fox News" am Sonntag berichtete der 76-jährige Diplomat, Trump habe Xi direkt gefragt, ob er Interesse am Kauf amerikanischer Waffen habe. Schließlich liefere Amerika Rüstungsgüter in die ganze Welt, so die Argumentation des Präsidenten. Wie Xi auf den ungewöhnlichen Vorstoß reagierte, verriet Perdue allerdings nicht. Sollte hinter dem Angebot tatsächlich eine ernsthafte Absicht stecken, würde dies einen erheblichen Bruch mit der bisherigen amerikanischen Außen- und Sicherheitspolitik bedeuten.
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Die Aufregung ließ nicht lange auf sich warten – ebenso wenig wie Trumps Dementi. Noch am selben Tag erklärte der US-Präsident gegenüber Reportern im Oval Office, Perdue habe offenbar Taiwan und China durcheinandergebracht. "An China? Sie meinen an Taiwan? Davon habe ich noch nie gehört", sagte Trump. Dann schob er nach: "Vielleicht ist es eine gute Idee. Aber wir haben das nicht besprochen."
Das US-Außenministerium stellte klar, dass Washington keine Waffenverkäufe an China plane. Auch ein Regierungsvertreter betonte, es gebe keinerlei Pläne für derartige Rüstungsgeschäfte mit Peking. Ob Perdue sich tatsächlich vertan hat oder Trump eine unbequeme Aussage nachträglich entschärfen wollte, bleibt offen.
Taiwan in Sorge: Trump macht Waffenlieferungen zum Druckmittel
Besonders nervös verfolgt man die Entwicklungen in Taiwan. Die demokratisch regierte Insel, die Peking als eigenes Territorium beansprucht, ist seit Jahrzehnten auf amerikanische Rüstungslieferungen angewiesen. Washington erkennt Taiwan dabei nicht offiziell als souveränen Staat an. Nach dem Trump-Xi-Gipfel im Mai in Peking hatte der US-Präsident ein geplantes Waffenpaket für Taipeh im Umfang von rund 14 Milliarden Dollar eingefroren. Kritiker werteten diesen Schritt als Zugeständnis an den chinesischen Staatschef. Trump selbst bezeichnete die Rüstungsdeals mit Taiwan offen als "starkes Druckmittel am Verhandlungstisch" – eine Formulierung, die in Taipeh kaum für Beruhigung sorgen dürfte. Botschafter Perdue verwies darauf, dass Trump im vergangenen Jahr ein separates Paket über elf Milliarden Dollar für Taiwan freigegeben habe. Zudem trete der Präsident beim Thema Taiwan "so stark wie irgendjemand" auf. Über weitere mögliche Lieferungen werde weiterhin verhandelt.
F-35-Bauteile in Hongkong: China erhält Zugang zu US-Militärtechnik
Zusätzliche Brisanz erhält die Debatte durch einen Vorfall, der Washington ebenfalls beschäftigt. Wie kürzlich bekannt wurde, gelangten sensible Bauteile des Tarnkappenjets F-35 durch eine fehlerhafte Umleitung nach Hongkong. Darunter befanden sich eine Cockpithaube und eine Waffenklappentür, beide mit radarabsorbierender Beschichtung versehen. Nach Medienberichten gelangten die Komponenten in chinesischen Gewahrsam. Das Pentagon bemüht sich um ihre Rückführung und untersucht den Vorfall.
Für Kritiker der Trump'schen Waffenangebote an Xi ist der Zwischenfall ein warnendes Beispiel. Selbst bei einem unbeabsichtigten Technologietransfer besteht die Gefahr, dass China Einblicke in moderne Militärtechnik erhält und daraus Erkenntnisse für eigene Entwicklungen oder Gegenmaßnahmen gewinnt. Jede bewusste Lieferung amerikanischer Rüstungsgüter an die Volksrepublik würde diese Risiken zusätzlich verschärfen. Washington betrachtet China seit Jahrzehnten als den wichtigsten strategischen Herausforderer der USA.
Trump setzt auf Instinkt statt Strategie? Politologe übt Kritik
Der Politologe Scott Erb sieht in dem Vorgang ein grundsätzliches Problem der Trump'schen Außenpolitik. "Ich glaube nicht, dass Präsident Trump diese Dinge wirklich zu Ende denkt oder die Konsequenzen solcher Angebote vollständig versteht", sagte er gegenüber "Bild". Der US-Präsident stütze sich lieber auf seine "Instinkte" aus der Geschäftswelt als auf strategische Briefings seiner Berater.
Tatsächlich würde ein Rüstungsgeschäft mit Peking – ob ernst gemeint oder als Verhandlungstaktik eingesetzt – einen tiefgreifenden Bruch mit der bisherigen US-Linie darstellen. Washingtons außenpolitisches Establishment betrachtet die kommunistisch regierte Großmacht seit Langem als zentralen Herausforderer amerikanischer Vormachtstellung.
Dass Trump ausgerechnet diesem Rivalen den Erwerb amerikanischer Militärtechnologie in Aussicht gestellt haben soll, dürfte die Debatte über seinen außenpolitischen Kurs weiter anheizen.
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