Wladimir Putin: Düstere ISW-Analyse - Estland-Angriff könnte die Nato spalten
Die Sorge, dass Wladimir Putin nach der Ukraine weitere europäische Staaten angreift, ist groß. Das Institute for the Study of War (ISW) hat nun ein düsteres Szenario durchgespielt. Es schildert, wie Russland durch einen Angriff auf Estland die Nato spalten könnte.
Erstellt von Franziska Kais - Uhr
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- Wladimir Putin könnte Estland angreifen und Nato spalten
- ISW-Szenario schildert Putin-Angriff auf estnische Stadt Narva
- Kremlchef könnte Nato-Bündnisfall durch Estland-Angriff austesten
Das Institute for the Study of War (ISW) hat ein Szenario entworfen, in dem Russland mit einem begrenzten militärischen Vorstoß auf die estnische Grenzstadt Narva die Bündnisverteidigung der Nato auf die Probe stellen könnte. Ein Szenario, das Militärexperte Carlo Masala auch bereits durchgespielt hat.
Weitere aktuelle Meldungen zu Russland oder dem Ukraine-Krieg finden Sie am Ende dieses Textes.
Lage spitzt sich zu an der Grenze zwischen Estland und Russland
Laut dem US-Portal "Newsweek" kommt die ISW-Analyse inmitten wachsender Spannungen zwischen Moskau und Tallinn. Erst vergangene Woche verhängte der russische Geheimdienst FSB Bewegungseinschränkungen in den zwei Bezirken Kingisepp und Slantsy des Leningrader Gebiets an der estnischen Grenze. Laut "Newsweek" hat man dort nächtliche Ausgangsbeschränkungen erlassen und den Zugang zu Teilen des gemeinsamen Grenzflusses Narva eingeschränkt.
Estland droht mit Grenz-Schließung, sollte Putin Massenmobilisierung anordnen
Zuvor hatte Estland angekündigt, seine Grenze zu Russland zu schließen, sollte Wladimir Putin eine Massenmobilisierung anordnen, um die Verluste im Ukraine-Krieg auszugleichen. Gleichzeitig schlagen Verantwortliche in der gesamten Ostseeregion Alarm wegen russischer Drohneneinflüge, Luftraumverletzungen und Sabotageakte.
Sorge vor Putin-Angriff auf Estland - Propaganda und verdeckte Agenten als Wegbereiter
Laut dem ISW-Szenario könnte Moskau im Vorfeld eines Vorstoßes in Richtung Estland eine gezielte Propagandakampagne starten. Darin würde Russland behaupten, die russischsprachige Bevölkerung in Estland werde systematisch unterdrückt. Alternativ könnte der Kreml estnische Waffenlieferungen an die Ukraine als direkte Beteiligung an Angriffen auf russisches Territorium darstellen.
ISW-Szenario schildert Putin-Angriff auf estnische Stadt Narva
Parallel dazu könnte das russische Militär FPV-Drohneneinheiten in Reichweite von Narva und dem nahegelegenen Militärstützpunkt Johvi zusammenziehen. Dabei kämen sowohl funkgesteuerte als auch glasfasergelenkte Drohnen mit einer Reichweite von bis zu 65 Kilometern hinter der Grenze zum Einsatz, ergänzt durch Langstrecken-Angriffsdrohnen. Zum entscheidenden Zeitpunkt könnten bereits in Narva platzierte russische Agenten zentrale Gebäude besetzen, darunter kommunale Einrichtungen. Anschließend würden sie eine sogenannte "Volksrepublik Narva" ausrufen und Moskau um militärischen Beistand ersuchen.
Russland könnte mit Drohnen und Luftabwehr eingreifen, ohne Estland offiziell zu betreten
Nach der Ausrufung der "Volksrepublik Narva" könnte Russland dem ISW-Szenario zufolge mit vorpositionierten Drohnen und Luftabwehrsystemen eingreifen – ohne dabei offiziell estnisches Territorium zu betreten. Estnische Sicherheitskräfte, die versuchten, die besetzten Stellungen zurückzuerobern, würden durch massive russische FPV-Drohnenangriffe aufgehalten. Zusätzlich könnten die russischen Agenten in Narva eigene taktische Drohnen einsetzen. Die Folge wäre ein lokaler Patt, da Estland gegen das hohe Aufkommen an Angriffsdrohnen zunächst keine wirksame Verteidigung aufbieten könnte. Der Kreml würde dann eine Deeskalation fordern – unter der Bedingung, dass Tallinn die Kontrolle der "Volksrepublik" über Narva anerkennt. Andernfalls drohe eine Ausweitung der Angriffe. Unter dem Vorwand, russische Staatsbürger zu schützen, könnte Moskau bestreiten, die Nato angegriffen zu haben. Das würde die Allianz vor ein erhebliches strategisches Dilemma stellen.
Wladimir Putin könnte Estland angreifen und Nato spalten
Estland würde in einem solchen Fall voraussichtlich die Aktivierung von Artikel 5 anstreben oder einzelne Nato-Partner um Unterstützung bitten. Doch bei einem begrenzten Vorstoß könnten manche Bündnismitglieder zögern – aus Angst vor einem umfassenden Krieg mit Russland, so das ISW. Werde Artikel 5 jedoch nicht ausgelöst, verliere er seine Bedeutung, was Putin gezielt ausnutzen würde.
Doch auch für Russland birgt das Szenario erhebliche Risiken. Putin müsste damit rechnen, dass die Nato auf eine Weise eskaliert, die ihn vor eine Grundsatzentscheidung stellt: entweder die Konfrontation mit dem gesamten Bündnis aufzunehmen oder seinen Krieg in der Ukraine fortzusetzen. Beides gleichzeitig zu bewältigen, wäre für Moskau kaum machbar.
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