Donald Trump: US-Präsident überrumpelt Berater mit Geheim-Telefonat

Die Federal Reserve hat den Leitzins in den USA erhöht und sich damit gegen den Kurs von Donald Trump gestellt. Kurz vor der Entscheidung will der US-Präsident mit dem von ihm ausgewählten Fed-Chef Kevin Warsh telefoniert haben. Laut einem aktuellen Medienbericht wussten seine engsten Berater davon jedoch zunächst nichts.

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Donald Trump ließ seine engsten Berater offenbar im Unwissen über ein Telefonat mit Fed-Chef Kevin Warsh. (Foto) Suche
Donald Trump ließ seine engsten Berater offenbar im Unwissen über ein Telefonat mit Fed-Chef Kevin Warsh. Bild: picture alliance / Evan Vucci/AP/dpa | Evan Vucci
  • Medienbericht: Donald Trump soll ohne das Wissen seiner engsten Berater mit dem Fed-Chef Kevin Warsh telefoniert haben
  • US-Präsident verrät Reportern, dass das Gespräch kurz vor der Leitzinserhöhung durch die US-Notenbank stattfand
  • Im Weißen Haus hatte man offenbar Sorge, dass Trump wütender auf die Entscheidung reagieren könnte

Mit seinem Verhalten und seiner Politik soll US-Präsident Donald Trump bereits Mitarbeiter im Weißen Haus vor den Kopf gestoßen haben. Zuletzt gab es Berichte, dass Regierungsbeamte massiv über Trumps Iran-Kurs frustriert seien. Nun soll der 80-Jährige mit einem Geheim-Telefonat selbst seine engsten Berater kalt erwischt haben.

Donald Trump überrascht Berater mit heimlichem Telefonat laut Bericht

Kurz bevor die Federal Reserve in dieser Woche erstmals nach drei Jahren den Leitzins erhöhte, will Trump mit Kevin Warsh, dem Chef der US-Notenbank, telefoniert haben. Wie das "Wall Street Journal" unter Berufung auf "mit der Angelegenheit vertraute Personen" berichtete, erfuhren mehrere Top-Berater jedoch erst von dem Gespräch, als es der US-Präsident am Mittwochabend vor Reportern beiläufig erwähnte.

US-Präsident will vor Zinserhöhung mit Chef der US-Notenbank gesprochen haben

"Ich habe mit Kevin gesprochen und gesagt: 'Du kannst genauso gut mit dem Gremium stimmen, weil es ohnehin keinen Unterschied macht'", erklärte Trump vor einem Auftritt in North Carolina. Statt Warsh für die einstimmige Entscheidung, den Leitzins zu erhöhen, anzugreifen, nahm er ihn demonstrativ in Schutz. Das Fed-Gremium sei "sehr feindselig" und "sehr politisch", so Trump. "Sie erhöhen die Zinsen, damit Trump so schlecht dasteht wie nur möglich. Ihr Problem ist, dass wir die stärkste Wirtschaft der Geschichte haben."

Warsh selbst ließ keinen Zweifel an seiner Überzeugung. "Die schlichte Tatsache ist, dass die Inflation zu hoch ist und das schon zu lange", erklärte der von Trump persönlich ausgewählte Notenbankchef auf einer Pressekonferenz. Die einstimmige Entscheidung aller zwölf Mitglieder zeige die Entschlossenheit, Preisstabilität zügiger zu erreichen.

Donald Trump schlägt milden Ton gegenüber Fed-Chef Kevin Warsh an

Trumps Versuch, Warsh als machtlosen Gefangenen eines feindseligen Gremiums darzustellen, stieß auf scharfen Widerspruch. Der Ökonom Michael Strain vom American Enterprise Institute bezeichnete die Behauptung, Warsh führe sein eigenes Komitee nicht, als "gleichermaßen empörend und falsch". Trump versuche lediglich, sein Gesicht zu wahren.

Auch Trumps Chefberater Peter Navarro schlug am Donnerstag deutlich schärfere Töne an. Die Zinserhöhung riskiere "eine Rezession oder Schlimmeres", warnte er und nannte Warsh beim Namen. Frühere Fed-Chefs wie Alan Greenspan und Ben Bernanke hätten in vergleichbaren Energiekrisen die Zinsen bewusst stabil gehalten. "Für mich ist es unerklärlich, dass die Fed und Kevin Warsh diese Geschichte nicht verstehen", so Navarro.

Nervosität im Weißen Haus wegen eines möglichen Trump-Zorns

Laut einem hochrangigen Regierungsbeamten könnte Warsh Trumps Zorn auf sich ziehen, sollte er im Oktober – kurz vor den Midterm-Wahlen – erneut an der Zinsschraube drehen. Die Nervosität im Weißen Haus ist bereits mit Händen zu greifen: Am Mittwochabend versammelten sich führende Beamte laut Insidern in Ned's, einem privaten Club in Washington, und verfolgten Trumps Äußerungen über den Fed-Chef gemeinsam – mit spürbarer Erleichterung über seinen gemäßigten Ton.

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