Landtagswahl: Siegmund im Duell: Welche Aussagen einer Prüfung standhalten

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund spricht über den Anteil von Syrern bei Messerdelikten oder die Kosten eines Platzes in Abschiebehaft. Nicht alles stimmt. Der Faktencheck ordnet ein.

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Bei der Landtagswahl wird das Parlament eines Bundeslands gewählt (Symbolbild). (Foto) Suche
Bei der Landtagswahl wird das Parlament eines Bundeslands gewählt (Symbolbild). Bild: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jan Woitas

Siegmund: "Wir haben beispielsweise in Sachsen-Anhalt den Umstand, dass bei den Messerdelikten 30 Prozent syrischer Herkunft sind."

Falsch. Im Jahr 2025 registrierte das Landesinnenministerium 876 Fälle im Phänomenbereich Messerangriff.

Der Kriminalstatistik zufolge

lag der Anteil der deutschen Tatverdächtigen bei gut 60 Prozent, der nichtdeutschen Tatverdächtigen bei knapp 40 Prozent. Nur unter diesen ausländischen Tatverdächtigen lag der Anteil der Syrer bei rund 30 Prozent, aber nicht im Verhältnis zur Gesamtzahl. Das ist ein Unterschied. Denn damit machten die Syrer an allen Tatverdächtigen rund 13 Prozent aus, nicht 30 Prozent.

Siegmund: "Jeder fünfte junge Deutsche möchte auswandern."

Richtig. In der wissenschaftlichen Trendstudie "Jugend in Deutschland 2026" wurden rund 2.000 junge Menschen im Alter von 14 bis 29 Jahren online befragt. "Mit 21 Prozent plant jede fünfte junge Person konkret, Deutschland zu verlassen, um im Ausland bessere Lebensbedingungen zu finden",

sagt Studienleiter Kilian Hampel

von der Universität Konstanz. Grundsätzlich vorstellen könnten sich eine Auswanderung demnach langfristig sogar 41 Prozent.

Siegmund: "Wissen Sie, was ein Platz kostet in der Abschiebehaftanstalt? Eine Million Euro für eine Person."

Einordnung nötig. Die Summe sind keine laufenden Kosten. Siegmund bezieht sich offensichtlich auf den Bau einer Abschiebehaft in Volkstedt bei Eisleben. Dieser soll nach Angaben des Landesfinanzministeriums von August 2025 schätzungsweise 37,4 Millionen kosten. Die Anstalt soll nach damaliger Planung ab dem Jahr 2027 insgesamt 30 Plätze bereitstellen.

Ein solcher Abschiebeplatz ist dann aber nicht nur für eine Person reserviert, sondern kann über die Jahre nacheinander immer wieder von neuen Ausreisepflichtigen belegt werden. Aktuell erfolgt der Vollzug der Abschiebehaft in Sachsen-Anhalt über andere Bundesländer. In ihrem Regierungsprogramm fordert die AfD eine konsequente Abschiebung von Ausreisepflichtigen.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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