Wladimir Putin: Kriegskosten explodieren - Kremlchef muss schwere Wahl treffen
Russlands Verteidigungsminister Andrej Beloussow hatte es Wladimir Putin persönlich zugesichert: 2026 sollten die Militärausgaben nicht weiter wachsen. Doch passiert ist das genaue Gegenteil, weshalb der Kremlchef in einem Dilemma steckt und eine schwere Wahl treffen muss
Erstellt von Franziska Kais - Uhr
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- Wladimir Putin in Bedrängnis durch gestiegene Kriegskosten
- Verteidigungsminister hat Sparversprechen gebrochen - Militärausgaben sind explodiert
- Putin muss schwere Wahl treffen
Fatale Nachrichten für Wladimir Putin: Während er im Ukraine-Krieg beinahe täglich neue Rückschläge hinnehmen muss, sind Russlands Rüstungsausgaben in der ersten Jahreshälfte 2026 regelrecht explodiert. Wie der "Spiegel" aktuell unter Berufung auf Auswertungen des Wirtschaftsexperten Janis Kluge berichtet, kletterten die Militärausgaben um 30 Prozent auf umgerechnet rund 107 Milliarden Euro (10,7 Billionen Rubel). Dabei hatte Verteidigungsminister Andrej Beloussow ursprünglich angekündigt, die Militärausgaben für 2026 auf dem bisherigen Niveau zu halten oder sogar zu reduzieren.
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Wladimir Putin in Bedrängnis durch gestiegene Kriegskosten
Doch allein bis Ende Juni entsprachen die Kriegskosten bereits 4,7 Prozent der prognostizierten Jahreswirtschaftsleistung. Sollte sich dieser Trend in den kommenden Monaten fortsetzen, könnten die Verteidigungsausgaben laut Kluge "mehr als neun Prozent des russischen Bruttoinlandsprodukts erreichen". Das wäre "ein neuer Rekord in der postsowjetischen Geschichte Russlands." Für Kremlchef Putin bedeutet diese Entwicklung wachsenden finanziellen Druck mit weitreichenden Konsequenzen für seinen wirtschaftspolitischen Kurs.
Ökonom findet drastische Worte - Krieg entwickelt sich für Putin "grundsätzlich in die falsche Richtung"
Der offizielle Haushaltsplan sah eigentlich vor, den Anteil der Verteidigungsausgaben an der Wirtschaftsleistung von 7,8 auf 6,4 Prozent zu drücken. Laut Kluge sei dieses Vorhaben jedoch von Anfang an unrealistisch gewesen. "Es war ein sehr ambitioniertes Ziel, das selbst bei einem Waffenstillstand kaum zu erreichen gewesen wäre", so der Ökonom. Sein knallhartes Fazit: "Der Krieg entwickelt sich gerade für Putin grundsätzlich in die falsche Richtung." Die Kluft zwischen Planung und Realität verdeutlicht, wie stark der Ukraine-Krieg Moskaus Haushaltsdisziplin untergräbt.
Russlands Rücklagen schrumpfen - explodierende Kriegskosten können nicht abgefedert werden
Zwar gefährden die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nach Einschätzung des "Spiegels" nicht unmittelbar Russlands Fähigkeit, den Krieg weiterzuführen. Doch die finanziellen Rücklagen des Kremls schrumpfen in besorgniserregendem Tempo. Der Nationale Wohlfahrtsfonds – einst Russlands wichtigstes fiskalisches Sicherheitsnetz – ist auf nur noch 1,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zusammengeschmolzen, wie Kluge errechnet hat. Damit verfügt Moskau über immer weniger Spielraum, um die explodierenden Kriegskosten abzufedern.
Wladimir Putin muss schwere Wahl treffen
Ein möglicher Ausweg für Putin könnte sein, neue Schulden aufnehmen. Allerdings wäre dies angesichts des aktuellen Zinsumfelds mit erheblichen Kosten verbunden. Günstige Kreditkonditionen stehen Russland derzeit nicht zur Verfügung, was die ohnehin angespannte Haushaltslage weiter verschärfen würde. Für den russischen Präsidenten zeichnet sich deswegen ein fundamentales Dilemma ab. Laut Kluge hat Putin zwei Möglichkeiten:
- Er könnte das bisherige Wirtschaftssystem bewahren, "das dem Regime fast drei Jahrzehnte gute Dienste geleistet hat." Dieser Weg würde jedoch deutlich höhere Steuern und schmerzhafte Einschnitte bei den Staatsausgaben erfordern.
- Oder er könnte seine bisherige Wirtschaftspolitik vollständig den Erfordernissen des Krieges unterordnen. Das würde bedeuten, die makroökonomische Stabilität aufzugeben, die Russland seit den chaotischen 1990er-Jahren mühsam aufgebaut hat.
Beide Optionen bergen erhebliche Risiken für den Kreml. Sparmaßnahmen könnten innenpolitischen Unmut schüren, während ein wirtschaftspolitischer Kurswechsel langfristige Schäden für die russische Volkswirtschaft nach sich ziehen dürfte.
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fka/news.de/stg
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