Wladimir Putin: Kremlchef der Lüge überführt? Zweifel an angeblicher Wunderwaffe

Wladimir Putin hat die "Zirkon"-Rakete jahrelang als Beweis für die russische Überlegenheit im Bereich Hyperschallwaffen präsentiert. Doch nun gibt es Zweifel an dieser Darstellung. Laut ukrainischen Angaben ist die Waffe wohl anders konstruiert als gedacht.

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Hat Wladimir Putin Falschinformationen über die russische "Zirkon"-Rakete verbreitet? (Foto) Suche
Hat Wladimir Putin Falschinformationen über die russische "Zirkon"-Rakete verbreitet? Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP | Vyacheslav Prokofyev
  • Russischer Hyperschall-Marschflugkörper "Zirkon" soll nur einemanövrierfähige quasi-ballistische Rakete sein
  • Wladimir Putin hat laut ukrainischem Geheimdienst falsche Informationen zu einer angeblichen Wunderwaffe verbreitet
  • Für die Ukraine bleibt die Abwehr der "Zirkon"-Rakete dennoch schwierig

Hat Wladimir Putin Lügen über eine seiner modernsten Waffen verbreiten lassen? Russlands Zirkon-Rakete wurde als Hyperschall-Marschflugkörper präsentiert, der angeblich mit Mach 9 jede Abwehr überwindet.Doch neue Erkenntnisse des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR kratzen erheblich an diesem Bild.

Ukraine-Krieg aktuell: Putins Zirkon-Rakete wohl doch kein Hyperschall-Marschflugkörper

Über die Analyse berichtet aktuell "t-online". Demnachstuft Kiew die "3M22 Zirkon" nicht als echten Hyperschall-Marschflugkörper ein, sondern als manövrierfähige quasi-ballistische Rakete mit Feststoffantrieb.Der Unterschied ist technisch bedeutsam: Statt über die fast gesamte Flugstrecke von einem Triebwerk angetrieben zu werden, erhält eine ballistische Rakete ihren Schub hauptsächlich in der Startphase und folgt danach einer Bogenbahn.

Ein Hyperschall-Marschflugkörper benötigt ein Staustrahltriebwerk, das Sauerstoff aus der Umgebungsluft ansaugt – dafür braucht es einen sichtbaren Lufteinlass. Genau den konnten Experten an geborgenen Zirkon-Trümmern jedoch nicht finden. Stattdessen identifizierte der HUR einen Feststoffmotor mit der Bezeichnung 3L2211, hergestellt vom russischen Unternehmen NPO Iskra. Auch russische Patente stützen diese Einordnung. Der deutsche Raketenexperte Fabian Hinz kam laut "t-online" bereits im Juni in einer Open-Source-Analyse zum selben Schluss: "Die verfügbaren Belege deuten darauf hin, dass die Zirkon kein Hyperschall-Marschflugkörper, sondern ein quasi-ballistisches System ist."

Wladimir Putin soll Lügen über angebliche Wunderwaffe verbreitet haben

Putins Behauptung von Mach 9 halte den ukrainischen Daten ebenfalls nicht stand – der HUR beziffert die gemessene Höchstgeschwindigkeit auf Mach 6,8. Brisant zudem: In den Trümmern stießen die Analysten auf Elektronikkomponenten US-amerikanischer Herkunft. Hinweise auf eine wissentliche Lieferung an Russland gibt es jedoch nicht – wie die Bauteile in russische Produktionslinien gelangten, bleibt ungeklärt.

Für Wladimir Putin, der die Zirkon jahrelang als Beweis russischer Überlegenheit bei Hyperschallwaffen inszenierte, sind die aktuellen Enthüllungen politisch unangenehm. Denn sie ist offenbar nicht die Wunderwaffe, als die sie der Kremlchef verkaufen wollte. Für die ukrainische Luftverteidigung macht die technische Neubewertung allerdings kaum einen Unterschied. Die Kombination aus enormer Geschwindigkeit in Höhen von mutmaßlich 30 bis 40 Kilometern und einer schwer vorhersagbaren Flugbahn mit aerodynamischen Manövern stellt Abwehrsysteme vor massive Probleme. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben des ukrainischen Geheimdienstes bislang nicht.

Seit dem ersten nachgewiesenen Kampfeinsatz Anfang 2024 hat Russland die Rakete wiederholt gegen die Ukraine eingesetzt, zum Beispiel laut "The War Zone" im Januar 2026 von der besetzten Krim aus.

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