Wladimir Putin: "Hatte nie vor irgendetwas Angst!" Kreml-Chef gibt sich betont furchtlos

Im Ukraine-Krieg geht's für Wladimir Putin nicht voran und aktuelle Umfragen sehen den Kreml-Chef im freien Fall - nun packt der russische Präsident die Charme-Keule aus und tourt betont furchtlos und mit markigen Sprüchen durch die Provinz.

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Während ukrainische Drohnen mehr als 1.000 Kilometer hinter der Frontlinie einschlagen und mindestens 13 Menschen töten, tourt Wladimir Putin mit markigen Sprüchen durch die russische Provinz. (Foto) Suche
Während ukrainische Drohnen mehr als 1.000 Kilometer hinter der Frontlinie einschlagen und mindestens 13 Menschen töten, tourt Wladimir Putin mit markigen Sprüchen durch die russische Provinz. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin via AP | Kristina Solovyova
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Für Wladimir Putin sieht's aktuell düster aus: Die Beliebtheitswerte des russischen Präsidenten befinden sich im freien Fall – und der Kreml-Chef reagiert darauf mit einer ausgedehnten Reiseoffensive durch die russische Provinz. In den vergangenen Monaten absolvierte der 73-Jährige Auftritte in Tatarstan, der Region Krasnojarsk, Burjatien, Omsk, Irkutsk und zuletzt Nowosibirsk, wo er sich betont volksnah und kämpferisch gab.

Wladimir Putin startet volksnahe Charme-Offensive angesichts sinkender Beliebtheitswerte

Doch die Charmeoffensive steht auf wackeligem Fundament, wie die "Metro" zusammenfasst. Im Frühjahr war der Kreml-Chef mehr als zwei Wochen nach Ostern komplett von der Bildfläche verschwunden – ohne offizielle Erklärung. Die Abwesenheit nährte erneut jene Gerüchte über seinen Gesundheitszustand, die den 73-Jährigen seit Jahren begleiten. Als Putin dann im Mai bei der traditionellen Militärparade zum Tag des Sieges wieder öffentlich auftrat, dürften die Spekulationen kaum verstummt sein. Sein Gesicht wirkte aufgedunsen, die Wangen geschwollen – ein Erscheinungsbild, das sofort Fragen nach seinem körperlichen Zustand aufwarf.

Gleichzeitig eskaliert der Krieg gegen die Ukraine auf eine Weise, die den Konflikt immer tiefer ins russische Kernland trägt – mit tödlichen Folgen für die Zivilbevölkerung. Und als wäre das nicht genug, warnt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vor einer massiven Mobilisierungswelle, die Putin nach den Parlamentswahlen im September plane. Höchste Zeit also für Wladimir Putin,mit seiner Reiseoffensive durch Tatarstan, Krasnojarsk, Burjatien, Omsk, Irkutsk und Nowosibirsk gezielt gegenzusteuern. Ob die demonstrative Präsenz in der Provinz ausreicht, um die Zweifel zu zerstreuen, steht auf einem anderen Blatt.

Wladimir Putin gibt sich furchtlos: "Ich hatte nie vor irgendetwas Angst"

Bei seinem jüngsten Besuch in Nowosibirsk traf Wladimir Putin auf junge Wissenschaftler und Lehrkräfte – und nutzte die Bühne für eine markige Selbstinszenierung. Als das Gespräch auf künstliche Intelligenz kam, wollte der Präsident von einem der Nachwuchsforscher wissen, welche Bedrohung KI darstelle. Die entwaffnende Antwort: "Ich bin ehrlich mit Ihnen, Sie brauchen keine Angst zu haben." Putins prompte Replik: "Und ich hatte nie vor irgendetwas Angst."

Jenseits der Machogeste zeigte sich der Kreml-Chef allerdings durchaus besorgt über die gesellschaftlichen Folgen der Technologie. KI könne die Gehirne der Menschen zu Brei werden lassen und eine Kluft schaffen zwischen einer intellektuellen Elite und jenen, die nur noch gedankenlos Knöpfe drücken. "Und ihre graue Substanz schrumpft allmählich, wie Chagrinleder. Bumm-bumm, Knöpfe drücken, und alles kommt raus", so Putin.

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/news.de/stg

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