Karoline Leavitt verlässt Trump: Mehr Zeit für Familie nur Ausrede? Rücktritt sorgt für Spekulationen

Karoline Leavitt gibt ihren Posten als Sprecherin von Donald Trump Ende August auf. Offiziell möchte die 28-Jährige mehr Zeit mit ihrem Mann und ihren beiden kleinen Kindern verbringen. Doch Experten und Beobachter fragen sich: Ist das wirklich die ganze Wahrheit?

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Pressesprecherin Karoline Leavitt verlässt Donald Trump. (Foto) Suche
Pressesprecherin Karoline Leavitt verlässt Donald Trump. Bild: picture alliance/dpa/AP | Manuel Balce Ceneta
  • Karoline Leavitt gibt ihren Posten als Pressesprecherin des Weißen Hauses Ende August auf
  • Als Grund nennt die 28-Jährige vor allem ihre Familie und ihre beiden kleinen Kinder
  • Beobachter spekulieren über weitere Gründe – unter anderem über die enorme Belastung durch die Arbeit für Donald Trump

Nach mehr als anderthalb Jahren verlässt Karoline Leavitt überraschend das Weiße Haus. Die 28-Jährige verkündete ihren Rücktritt als Pressesprecherin von Donald Trump in einem ausführlichen Beitrag auf X, in dem sie als Hauptgrund den Wunsch nannte, mehr Zeit mit ihrer Familie und ihren zwei Kindern zu verbringen. Doch sowohl Zeitpunkt als auch die Umstände werfen Fragen auf. Nur wenige Stunden vor ihrer Rücktrittserklärung war durchgesickertes Videomaterial aufgetaucht, das eine angespannte Begegnung zwischen Leavitt und Trump an Bord der Marine One zeigte. Was genau zwischen den beiden vorfiel, bleibt unklar. Doch die Bilder befeuerten sofort Spekulationen darüber, dass hinter dem Abschied mehr steckt als der Wunsch nach Familienzeit.

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Spekulationen um Leavitt-Rücktritt: Donald Trump gilt als extrem schwieriger Chef

Dass der familiäre Rückzug nicht die ganze Geschichte erzählt, davon sind mehrere Beobachter überzeugt. Der Analyst Michael Wolff verwies gegenüber dem "Telegraph" auf die enorme Belastung, der Leavitt ausgesetzt gewesen sei. Trump habe ihre Auftritte permanent überwacht und ihr anschließend Rückmeldungen zu ihrem Umgang mit Journalistenfragen gegeben. "Das ist ein harter Job. Die Leute brennen aus. Er ist ein extrem schwieriger Chef, richtig? Ich bin sicher, das ist einer der Gründe, warum sie genug hatte", so Wolff.

Bereits Monate zuvor hatte der Kolumnist Rob Shuter in seinem Newsletter "Naughty But Nice" berichtet, dass Trump mit der Kommunikationsstrategie des Weißen Hauses zunehmend unzufrieden gewesen sei und schon im April über mögliche Nachfolger nachgedacht habe.

Karoline Levitt für Trump kaum zu ersetzen

Leavitts Weggang dürfte Trump vor ein handfestes Problem stellen. Connor Stringer, Reporter des "Telegraph", der regelmäßig bei ihren Pressekonferenzen im Weißen Haus anwesend war, bezeichnete sie als mit Abstand fähigste Kommunikatorin der gesamten Trump-Regierung. "Ich weiß nicht, wie sie sie ersetzen werden. Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass sie es können", sagte Stringer. Besonders beeindruckt zeigte er sich von ihrer Souveränität am Rednerpult. "Sie kannte die Botschaften. Ich habe nie erlebt, dass sie am Podium ins Straucheln geriet. Ich kann ehrlich sagen, dass es keine Frage gab, die sie nicht irgendwie abwehren konnte", so der Journalist. Neben ihrer kommunikativen Stärke habe sie auch als wirkungsvollste Übersetzerin von Trumps Positionen fungiert – eine Doppelrolle, die nun vakant ist.

Rücktritt sei kein spontaner Entschluss

Dass Leavitt ihre Entscheidung über Nacht getroffen hat, gilt als ausgeschlossen. Beobachter gehen davon aus, dass sie den Schritt über einen längeren Zeitraum hinweg sorgfältig abgewogen hat – hin- und hergerissen zwischen ihrem ausgeprägten Pflichtbewusstsein und der Erkenntnis, dass eine Grenze erreicht war.

Für das Weiße Haus wiegt der Verlust schwer. Leavitt vereinte kommunikatives Geschick mit einer seltenen Fähigkeit, Trumps oft unkonventionelle Positionen in verdauliche Botschaften zu übersetzen. Wer auch immer ihr nachfolgt, wird sich an diesem Maßstab messen lassen müssen. Wie sie selbst ihre Zukunft sieht, hat Leavitt nach ihrem Rücktritt bereits angedeutet – konkrete Pläne ließ sie allerdings offen. Trump reagierte bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt nach dem Abschied mit einem knappen Zweiwort-Kommentar.

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