Wladimir Putin: Kremlchef riegelt Millionenstadt ab - Bericht spricht von "Paranoia"

Als Wladimir Putin in Nowosibirsk Kinder am Straßenrand herzte, schaltete eine Tankstelle im Hintergrund hastig ihre Preistafeln ab - die explodierten Spritkosten sollten das Bild des volksnahen Präsidenten offenbar nicht trüben. Für den Kurzbesuch wurde eine ganze Millionenstadt abgeriegelt.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Wladimir Putin hat Nowosibirsk besucht. (Foto) Suche
Wladimir Putin hat Nowosibirsk besucht. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP | Gavriil Grigorov
  • Wegen Wladimir Putin wird komplette Stadt unter Lockdown gestellt
  • Wladimir Putin inszeniert "spontanen" Zwischenstopp
  • Tankstelle löscht Preise wegen Wladimir Putin

Wladimir Putin, der kurz vor der Parlamentswahl im September den Ausschluss einer bereits zugelassenen Partei durchbrachte, hat die sibirische Millionenstadt Nowosibirsk besucht - und die Behörden verwandelten sie dafür in eine regelrechte Festung. Entlang der geplanten Fahrtroute des Präsidenten wurden Polizisten in Abständen von nur 50 Metern positioniert, wie der "Daily Star" berichtet.

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Wegen Wladimir Putin wird komplette Stadt unter Lockdown gestellt

Die gesamte Stadt wurde laut Bericht "unter einen strikten Lockdown" gestellt. Das Urteil des "Daily Star" diesbezüglich lautet kurz und knapp: "Paranoia", wie das Boulevardblatt bereits in der Überschrift titelt. Hintergrund der massiven Sicherheitsvorkehrungen für Wladimir Putin ist offenbar eine ständige Attentatsbedrohung gegen den russischen Staatschef. Der bis ins Detail durchgeplante Besuch sollte dennoch den Eindruck erwecken, Putin bewege sich ungezwungen unter der Bevölkerung - ein Balanceakt zwischen Abschottung und inszenierter Bürgernähe.

Wladimir Putin inszeniert "spontanen" Zwischenstopp

Trotz der extremen Absicherung legte Wladimir Putin einen scheinbar spontanen Zwischenstopp ein. Seine Fahrzeugkolonne hielt an, der Präsident stieg aus und mischte sich unter eine Gruppe von Kindern, die sich am Straßenrand versammelt hatte. Auf Fotos des Auftritts ist zu sehen, wie er ihnen über den Kopf streichelte, für gemeinsame Selfies posierte und lächelnd in die Menge winkte - stets eng umringt von Sicherheitskräften.

Die Szene wirkte laut "Daily Star" wie ein sorgfältig choreografiertes Schauspiel der Volksnähe. Denn bei einem Besuch, für den eine komplette Großstadt abgeriegelt wird, dürfte kaum etwas dem Zufall überlassen worden sein.

Tankstelle löscht Preise wegen Wladimir Putin

Ein pikantes Detail am Rande des inszenierten Auftritts: Eine Tankstelle in unmittelbarer Nähe der Begegnung mit den Kindern hatte ihre Preistafeln auffällig abgeschaltet. Der Grund liegt auf der Hand - seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sind die Spritpreise in Russland massiv in die Höhe geschossen, auch durch wiederholte Ukraine-Angriffe auf Öl- und Treibstoffanlagen. Leuchtende Zahlen an der Zapfsäule hätten das sorgfältig kuratierte Bild des volksnahen Präsidenten empfindlich gestört.

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