Donald Trump: Nach Blamage vor Gericht - US-Präsident packt rätselhaften Kronzeugen aus

Donald Trump präsentiert einen angeblichen Kronzeugen, um den fallengelassenen Vandalismusfall am Reflecting Pool wiederzubeleben - und liefert im selben Post gleich selbst das stärkste Argument dagegen.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Donald Trump hat sich wieder einmal selbst widersprochen. (Foto) Suche
Donald Trump hat sich wieder einmal selbst widersprochen. Bild: picture alliance/dpa/AP Pool | Alex Brandon
  • Donald Trump präsentiert aus dem Nichts rätselhaften Zeugen
  • Donald Trump außer sich nach Anklage-Aus
  • Trumps eigene Worte untergraben seine Darstellung

Donald Trump, der jüngst mit einem weiteren Absturz seiner Zustimmungswerte für Schlagzeilen sorgte, hat auf Truth Social einen bemerkenswerten Beitrag veröffentlicht, in dem er verkündete, ein langjähriger Mitarbeiter des National Park Service habe sich als Zeuge im Vandalismusfall rund um den Reflecting Pool in Washington gemeldet. Der Präsident bezeichnete die Person als "hochglaubwürdigen Zeugen".

Donald Trump präsentiert aus dem Nichts rätselhaften Zeugen

Laut Trumps Darstellung soll der Zeuge beobachtet haben, wie David Hearn - ein Mitarbeiter der Spendenplattform ActBlue - bei Tageslicht die Beschichtung des Reflecting Pools beschädigt habe, indem er "gewaltsam" daran gerissen und gezerrt habe. Trump teilte dazu ein Foto der angeblichen Zeugenaussage und erklärte, der Park-Service-Mitarbeiter habe seine Aussage bereits Anfang Juli der US-Staatsanwaltschaft übermittelt.

Donald Trump außer sich nach Anklage-Aus

Der Vorstoß des US-Präsidenten kommt nicht von ungefähr: Erst in der vergangenen Woche hatte Jeanne Pirro, Bezirksstaatsanwältin für den District of Columbia, die Anklage gegen Hearn fallen lassen, weil die Beweislage schlicht nicht ausreichte. Trump reagierte mit offener Wut auf diese Entscheidung und griff Pirro scharf an - sie sei "wie ein Regenschirm zusammengeklappt", indem sie den Fall aufgegeben habe.

Seitdem versucht Donald Trump mit öffentlichem Druck, die Wiederaufnahme des Verfahrens zu veranlassen. Trumps neuer Truth-Social-Beitrag mit dem vermeintlichen Kronzeugen wirkt wie ein weiterer Versuch, den ins Stocken geratenen Fall mit frischem Material am Leben zu halten.

Trumps eigene Worte untergraben seine Darstellung

Allerdings steht die Behauptung des US-Präsidenten auf wackeligem Fundament. Öffentlichen Berichten zufolge enthielt der Bericht des National Park Service keinerlei Hinweise auf Vandalismus am Reflecting Pool - ein Detail, das Trumps Narrativ erheblich untergräbt.

Noch aufschlussreicher ist, was Trump selbst in seinem Beitrag einräumte. Zwar behauptete er, es habe "erhebliche weitere Schäden" am Reflecting Pool gegeben, fügte jedoch unmittelbar hinzu: "Leider gibt es dafür keine Beweise, abgesehen von den Schäden selbst." Eine bemerkenswerte Formulierung für jemanden, der eine Staatsanwältin öffentlich dafür attackiert, einen Fall wegen mangelnder Beweislage eingestellt zu haben.

Lesen Sie außerdem noch diese Artikel:

/news.de/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.