Nach Drohnen-Alarm in Leipzig: Friedrich Merz bricht Urlaub ab für Krisensitzung mit Sicherheitsrat
Der Fund einer mit Sprengstoff beladenen Drohne am Flughafen Leipzig/Halle beschäftigt Politik und Justiz. Nun hat sich der nationale Sicherheitsrat als wichtiges Gremium der Bundesregierung mit Kanzler Friedrich Merz darüber beraten.
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
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- Drohnen-Vorfall am Leipziger Flughafen ruft Sicherheitsrat auf den Plan
- Bundeskanzler Friedrich Merz unterbricht Urlaub für Krisensitzung
- Generalbundesanwaltschaft ermittelt nach Drohnen-Alarm
Der Nationale Sicherheitsrat der Bundesregierung ist am 7. August wegen des Funds einer Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle zusammengetreten. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) leitete die Sitzung und wurde dafür aus seinem Urlaub telefonisch zugeschaltet, wie "Bild" berichtete. Vor Ort im Kanzleramt übernahm die neue Kanzleramtschefin Nina Warken (CDU) die Koordination der Krisenberatung.
Sicherheitsrat tagt mit Kanzler Merz nach Drohnen-Alarm am Leipziger Flughafen
Laut Regierungssprecher Stefan Kornelius befinde sich Merz in ständigem Kontakt mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sowie weiteren Kabinettsmitgliedern. Neben hochrangigen Regierungsvertretern nahmen nach "Bild"-Informationen auch die Chefs von Bundesnachrichtendienst und Verfassungsschutz an der Sitzung teil. Gemeinsam berieten sie über Maßnahmen zum Schutz der deutschen Flughafeninfrastruktur. Bundeskanzler Merz hat sich öffentlich bislang nicht zu dem Vorfall geäußert.
Sprengstoff-Drohne bei ukrainischem Flieger entdeckt - defekter Zünder verhinderte Detonation
Den Auslöser der Krisensitzung bildete ein Vorfall in der Nacht zum 5. August: Ein Mitarbeiter des Flughafens Leipzig/Halle hatte auf dem Gelände eine Drohne entdeckt, die mit militärischem Sprengstoff beladen war. Spezialkräfte der Bundespolizei machten die Sprengladung anschließend unschädlich. Wie die "Welt" berichtete, detonierte der Sprengsatz offenbar nur deshalb nicht, weil der Zünder einen Defekt aufwies.
In unmittelbarer Nähe des Fundorts befanden sich ukrainische Frachtmaschinen. Der Flughafen Leipzig/Halle dient als wichtiger Knotenpunkt für militärische Hilfslieferungen an die Ukraine. Innenminister Dobrindt ordnete den Vorfall als "hybrides Anschlagsszenario" ein, das auf hochprofessionelle Täter zurückgehe.
Generalbundesanwaltschaft ermittelt wegen Staatsterrorismus zu "hybridem Anschlagsszenario"
Die Ermittlungen in dem Fall hat der Generalbundesanwalt übernommen. Der Verdacht lautet auf Staatsterrorismus. Hinter der professionell konstruierten Drohne vermuten die Ermittler einen hybriden Angriff durch ausländische Akteure. Dobrindt schloss "fremde Mächte" als Drahtzieher ausdrücklich nicht aus.
Was der Nationale Sicherheitsrat leisten soll
Das Gremium wurde erst 2025 ins Leben gerufen. Als Kabinettausschuss soll er sämtliche sicherheitsrelevanten Kompetenzen der Bundesregierung zusammenführen – von innerer und äußerer Sicherheit über wirtschaftliche bis hin zu digitaler Sicherheit. Dabei fungiert er als Bindeglied zwischen ziviler und militärischer Verteidigung.
Zu seinen drei zentralen Aufgaben gehört es, Informationen zu umfassenden Lagebildern zu verdichten und darauf aufbauend politische Entscheidungen vorzubereiten. Darüber hinaus entwickelt der Sicherheitsrat strategische Vorausschauen, um nicht nur auf aktuelle Krisen zu reagieren, sondern auch langfristige Bedrohungen zu analysieren. Als dritte Säule soll er die gesamtstaatliche Widerstandsfähigkeit Deutschlands stärken – etwa durch Krisensimulationen.
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loc/news.de/dpa/stg
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