ARD-"Deutschlandtrend": AfD baut Vorsprung weiter aus, Union sinkt auf Rekord-Tief

Für die Union wird der Blick auf aktuelle Umfragen immer düsterer: Die AfD baut ihren Vorsprung vor CDU und CSU weiter aus. Beim Thema Zusammenarbeit mit der AfD zeigen sich die Befragten im ARD-"Deutschlandtrend" gespalten.

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Sieben Prozentpunkte trennen die AfD von der Union – so groß war der Abstand zwischen den beiden stärksten Kräften im ARD-Deutschlandtrend noch nie. (Foto) Suche
Sieben Prozentpunkte trennen die AfD von der Union – so groß war der Abstand zwischen den beiden stärksten Kräften im ARD-Deutschlandtrend noch nie. Bild: Sebastian Gollnow/dpa/dpa
  • AfD weiter im Umfrage-Höhenflug laut ARD-"Deutschlandtrend"
  • Union rutscht auf 21 Prozent, Alternative für Deutschland klettert auf 28 Prozent
  • Wie steht Deutschland zu einer politischen Zusammenarbeit mit der AfD?

Wenige Wochen vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt (am 6. September) und in Mecklenburg-Vorpommern (am 20. September) setzt die rechtsextreme AfD ihren Höhenflug in den Umfragen fort. Während die Partei von Alice Weidel und Tino Chrupalla so hoch wie nie zuvor bei der aktuellen Umfrage von Infratest dimap abschneidet und mit 28 Prozent einen historischen Höchstwert erreicht, bleibt die Union weiter auf Talfahrt.

Sonntagsfrage aktuell: AfD 7 Prozentpunkte vor CDU/CSU

Im aktuellen ARD-"Deutschlandtrend" rutschte die Union um einen Punkt auf 21 Prozent ab. Damit trennen die beiden stärksten Kräfte in der Sonntagsfrage nunmehr sieben Prozentpunkte – ein Abstand, der in dieser Erhebung noch nie gemessen wurde. Wäre am kommenden Sonntag, dem 9. August 2026, Bundestagswahl, käme die CDU/CSU nur noch auf gut ein Fünftel der Stimmen. Für die Erhebung befragte Infratest dimap zwischen dem 3. und 5. August insgesamt 1.297 Wahlberechtigte per Telefon und online.

  • Grundlage des aktuellen Deutschlandtrends ist eine zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung, die Infratest dimap zwischen dem 3. und 5. August 2026 durchführte.
  • Insgesamt nahmen 1.297 wahlberechtigte Personen ab 18 Jahren teil.
  • Die statistische Schwankungsbreite liegt je nach Anteilswert zwischen zwei und drei Prozentpunkten.
  • Wie bei allen Wahlumfragen gilt: Die Ergebnisse bilden ausschließlich die Stimmungslage zum Zeitpunkt der Erhebung ab und stellen keine Vorhersage künftiger Wahlergebnisse dar.
  • Schwindende Bindungen an einzelne Parteien sowie zunehmend kurzfristige Wahlentscheidungen erschweren den Meinungsforschern die korrekte Gewichtung der erhobenen Daten zusätzlich.

Union in Wahlumfrage so schwach wie zuletzt in der Laschet-Ära

Der Absturz auf 21 Prozent markiert für die Union einen besonderen Tiefpunkt. Laut "Welt" lag die CDU/CSU zuletzt im November 2021 auf diesem Niveau – wenige Wochen nach der verlorenen Bundestagswahl unter Spitzenkandidat Armin Laschet, als sich die Ampel-Koalition unter Olaf Scholz formierte. Kurz darauf übernahm Friedrich Merz den CDU-Vorsitz von Laschet.

Die übrigen Parteien verzeichneten im Vergleich zum Vormonat keinerlei Bewegung. Die Grünen halten bei 15 Prozent, die SPD bei zwölf Prozent und die Linke bei elf Prozent. Die FDP verharrt bei vier Prozent und würde damit weiterhin an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.

Auch andere Institute bestätigen den deutlichen Rückstand der Union: Bei Forsa und Insa beträgt die Differenz zur AfD ebenfalls sieben Punkte, bei YouGov mit leicht abweichenden Werten ebenso. Einzig Allensbach sieht den Abstand mit 2,5 Prozentpunkten deutlich geringer.

So steht Deutschland zu einer möglichen Kooperation mit der AfD

Beim Thema Zusammenarbeit mit der AfD zeigt sich die Bevölkerung gespalten. Gut ein Drittel der Befragten – 37 Prozent – lehnt eine Kooperation mit der Partei kategorisch ab. Knapp ein Drittel (32 Prozent) spricht sich dafür aus, je nach Sachfrage über ein Zusammenwirken zu entscheiden. Weitere 27 Prozent befürworten es, aktiv die Zusammenarbeit mit der AfD zu suchen. Allerdings rekrutieren sich die Befürworter einer gezielten Kooperation überwiegend aus dem Lager der AfD-Anhänger selbst. Unter den Wählern der übrigen Parteien überwiegt demnach die Skepsis gegenüber einer Annäherung. Die Fragestellung lautete konkret, ob die Parteien die Zusammenarbeit mit der AfD suchen, von Fall zu Fall darüber entscheiden oder sie generell ausschließen sollten.

Wie ist es um die Gerechtigkeit in Ost und West bestellt?

Der Deutschlandtrend offenbart zudem ein markantes Gefälle zwischen Ost und West beim Thema Gerechtigkeit. In den ostdeutschen Bundesländern empfindet mehr als jeder Zweite die gesellschaftlichen Verhältnisse als ungerecht und fühlt sich benachteiligt. Im Westen hingegen sieht eine Mehrheit der Befragten die Lage als fair an.

Doch auch in den alten Bundesländern ist das Ungerechtigkeitsempfinden keineswegs marginal: Rund 40 Prozent der westdeutschen Befragten teilen das Gefühl, dass es in Deutschland nicht gerecht zugeht. Die Kluft zwischen Ost und West bei der wahrgenommenen Benachteiligung dürfte damit auch den anhaltenden Höhenflug der AfD mitbeeinflussen, die gerade in den östlichen Landesteilen besonders hohe Zustimmungswerte verzeichnet.

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