Donald Trump: "Ich bin sprachlos!" Neue Umfrage-Werte verblüffen CNN-Moderator
Donald Trump kämpft mit miserablen Umfragewerten und ausgerechnet seine politischen Gegner könnten daraus Kapital schlagen. Neue Analysen des CNN-Datenexperten Harry Enten zeichnen rund 100 Tage vor den US-Midterms jedoch ein düsteres Bild.
Erstellt von Anika Bube - Uhr
Suche
- CNN-Datenexperte Harry Enten sieht die Demokraten in einer historischen Vertrauenskrise
- Leere Parteikassen, schlechte Umfragewerte und strukturelle Nachteile erschweren den Kampf um den Kongress
- Obwohl Donald Trump bei Wirtschaft und Iran-Krieg an Zustimmung verliert, profitieren die Demokraten bislang kaum davon
Donald Trump steht rund 100 Tage vor den US-Midterm-Wahlen im November 2026 politisch unter Druck. Seine Zustimmungswerte zur Wirtschaft und zum Iran-Krieg fallen schlecht aus, viele Amerikaner sind unzufrieden mit seiner Amtsführung. Doch anstatt daraus politisches Kapital zu schlagen, stecken die Demokraten selbst tief in der Krise.
Weitere Meldungen aus der US-Politik finden Sie am Ende dieses Artikels.
Donald Trump schwächelt in Umfragen – Demokratenstecken in der Krise
CNN-Datenexperte Harry Enten zeichnete in mehreren Analysen ein vernichtendes Bild der Oppositionspartei. Sein Fazit fällt deutlich aus: "Das amerikanische Volk kauft den Demokraten schlicht nicht ab, was sie zum Thema Iran verkaufen." Die Partei sei in den Augen vieler Wähler "schwach, schwach, schwach". Während Enten Trumps Wirtschaftswerte als "absolut verheerend" bezeichnete, offenbart die Tatsache, dass die Demokraten dennoch kaum profitieren, das Ausmaß ihrer eigenen Probleme.
Besonders deutlich wird die Krise beim Blick auf die Parteikassen. Bei den wichtigsten externen Parteiorganisationen verfügen die Republikaner über rund 657 Millionen US-Dollar, während die Demokraten lediglich auf 334 Millionen Dollar kommen. Noch schlechter sieht die Lage beim Democratic National Committee (DNC) aus. Nach Entens Angaben vom Juni 2026 übersteigen dort die Schulden inzwischen die vorhandenen Mittel. Sein Urteil: "Es ist praktisch bankrott." Selbst bei den Spendeneinnahmen einzelner Kandidaten verlieren die Demokraten an Boden. Zwar stammen noch 55 Prozent der gesammelten Gelder von demokratischen Bewerbern, doch 2018 lag dieser Anteil noch bei 61 Prozent. Für Enten ist klar: Geld bleibe der politische Treibstoff jeder erfolgreichen Wahlkampagne.
Historisch schlechte Zustimmungswerte belasten Demokraten
Die finanziellen Probleme sind jedoch nur ein Teil der Krise. Laut Enten erreicht die Demokratische Partei derzeit Netto-Zustimmungswerte von minus 24 Punkten. Als sie 2018 unter Trump das Repräsentantenhaus zurückeroberte, lag dieser Wert noch leicht im positiven Bereich. Auch die eigene Parteibasis zeigt sich zunehmend unzufrieden. Weniger als die Hälfte der demokratischen Wähler bewertet die Arbeit ihrer Kongressfraktion positiv. Damit schneiden die Demokraten sogar schlechter ab als die Republikaner während der Tea-Party-Revolte im Jahr 2010. Entens Urteil fällt entsprechend drastisch aus: "Das ist einfach eine furchtbare, furchtbare, furchtbare Marke."
Ein weiteres Problem ist die politische Wahrnehmung. Mittlerweile halten 57 Prozent der Amerikaner die Demokratische Partei für zu liberal. Dieser Wert ist über Jahrzehnte kontinuierlich gestiegen. Zusätzlich belastet die Nähe zu den Democratic Socialists of America (DSA) das Image der Partei. Enten zieht dabei einen Vergleich zur Tea Party der Republikaner. Allerdings schneiden die DSA in den aktuellen Umfragen sogar noch schlechter ab als die Tea Party zu ihrer umstrittensten Zeit. Ob diese Wahrnehmung den Demokraten bei den Midterms ähnlich schaden wird wie einst den Republikanern 2010, bleibt offen.
Iran-Krieg: Trump verliert Zustimmung – doch die Republikaner bleiben vorn
Besonders deutlich zeigt sich das Dilemma der Demokraten beim Thema Iran. Der Krieg gilt in der Bevölkerung als unpopulär, auch Trumps persönliche Zustimmungswerte fallen negativ aus. Dennoch sehen aktuelle Umfragen von CNBC und CBS News die Republikaner beim Vertrauen in die Iran-Politik jeweils mit zwei Prozentpunkten vorne. CNN-Moderator John Berman zeigte sich darüber überrascht. "Ich bin sprachlos, weil mich diese Zahlen tatsächlich überraschen", sagte er. Noch im April hatte eine Umfrage von Washington Post und Ipsos die Demokraten bei diesem Thema leicht vorne gesehen. Seitdem hat sich das Blatt zugunsten der Republikaner gewendet. Entens Erklärung: "Eine Umfrage ist eine Sache, aber wenn man beide zusammennimmt, wird klar: Das amerikanische Volk kauft den Demokraten schlicht nicht ab, was sie zum Thema Iran verkaufen."
Trumps Wirtschaftswerte sind schlecht – trotzdem profitieren die Demokraten nicht
Auch wirtschaftlich gerät Trump zunehmend unter Druck. Laut einer aktuellen CBS-News-Umfrage glauben lediglich 13 Prozent der Wähler, dass sich ihre finanzielle Lage unter seiner zweiten Amtszeit verbessert hat. Im Oktober 2024 hatten das noch 44 Prozent erwartet. Enten kommentierte die Entwicklung mit den Worten: "Versprechen gemacht, Versprechen gebrochen – so sieht es die amerikanische Öffentlichkeit." Historisch steht Trump damit wirtschaftlich schlechter da als andere Präsidenten zu diesem Zeitpunkt ihrer zweiten Amtszeit. Hinzu kommt, dass sein Prestigeprojekt, der "One Big Beautiful Bill Act", viele Wähler bislang nicht überzeugt. Verlängerte Steuersenkungen und neue Steuervergünstigungen werden von steigenden Lebenshaltungskosten, Importzöllen und höheren Gesundheitsausgaben überschattet. Dennoch gelingt es den Demokraten bislang nicht, diese Schwäche für sich zu nutzen.
Schwieriger Kampf ums Repräsentantenhaus
Auch die Ausgangslage für die Kongresswahl erschwert den Demokraten den Weg zurück an die Macht. Nach Einschätzung des Cook Political Report tendieren derzeit 212 Sitze mindestens leicht zu den Republikanern. 2018 waren es zu diesem Zeitpunkt lediglich 206 Sitze. Zwar führen die Demokraten auf dem sogenannten generischen Stimmzettel aktuell mit fünf Prozentpunkten. Historisch fielen erfolgreiche Oppositionswellen jedoch deutlich stärker aus. 2006 betrug der Vorsprung zehn Punkte, 2018 noch acht. Durch die Neuzuschneidung zahlreicher Wahlkreise benötigen die Demokraten laut Enten inzwischen einen nationalen Vorsprung von mindestens drei bis vier Punkten, um überhaupt Chancen auf die Mehrheit im Repräsentantenhaus zu haben.
Noch schwieriger gestaltet sich die Lage im Senat. Für eine Mehrheit müssten die Demokraten netto vier Sitze hinzugewinnen. Drei davon liegen jedoch in Bundesstaaten, die Trump bei der Präsidentschaftswahl 2024 gewann. Während North Carolina vergleichsweise knapp an Trump ging, zählen Ohio, Alaska, Iowa und Texas zu deutlich republikanisch geprägten Staaten. Auch dort sehen Umfragen die Republikaner klar im Vorteil. Gleichzeitig halten in den entscheidenden Swing States 53 Prozent der Wähler die Demokratische Partei für zu weit links.
Apathie könnte zum größten Wahlproblem werden
Für Harry Enten sind jedoch weder Geld noch Ideologie das größte Problem der Demokraten. Viel schwerer wiegt aus seiner Sicht die mangelnde Überzeugungskraft gegenüber den Wählern. Nur 41 Prozent glauben, dass demokratische Politik ihre Lebenshaltungskosten verbessern würde. Die Mehrheit erwartet dagegen keine Verbesserung oder sogar eine Verschlechterung. Auch auf Prognosemärkten hat sich die Stimmung zuletzt gedreht. Ende Juli gelten die Republikaner als Favoriten darauf, ihre Mehrheit im Senat zu verteidigen. Für Enten ist das der entscheidende Warnhinweis. Solange die Demokraten die Wähler nicht davon überzeugen, dass ein Machtwechsel ihre finanziellen Sorgen lindern würde, könnten selbst Trumps schlechte Umfragewerte nicht ausreichen, um den Weg zurück zur Mehrheit im Kongress zu ebnen.
Weitere Meldungen rund um die Trump-Regierung finden Sie hier:
- Rede enthüllt Wissenslücke – Trump blamiert sich mit Anekdote
- Bizarrer Moment bei General Motors - Trump wirkt plötzlich ungewöhnlich steif
- "Büchse der Pandora geöffnet" – Trump droht Albtraum-Szenario
- "Völlig zugedröhnt" auf der Bühne? Trump-Rede löst heftige Spekulationen aus
- "Wie eine Garnele" – Trump-Video enthüllt pikante Zentimeter-Lüge
bua/news.de/stg
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.