Donald Trump: "Büchse der Pandora geöffnet" - Trump droht Albtraum-Szenario
Der Nuklear-Deal zwischen den USA und Saudi-Arabien könnte weitreichende Folgen haben. Politikwissenschaftler Robert Pape warnt vor einer weltweiten Kettenreaktion bei der Verbreitung von Atomtechnologie und spricht von einer geöffneten "Büchse der Pandora". Seine Analyse zeichnet ein düsteres Szenario für den Nahen Osten und darüber hinaus.
Von news.de-Redakteurin Anika Bube - Uhr
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- Politikwissenschaftler Robert Pape sieht im Nuklear-Deal zwischen den USA und Saudi-Arabien erhebliche Risiken für die internationale Rüstungskontrolle
- Nach seiner Einschätzung könnte das Abkommen weitere Staaten dazu bewegen, eigene nukleare Fähigkeiten auszubauen
- Der Experte warnt vor einer langfristigen Eskalation im Nahen Osten und spricht von einer geöffneten "Büchse der Pandora"
Der Nuklear-Deal zwischen den USA und Saudi-Arabien sorgt für Kritik und nach Ansicht eines renommierten US-Politikwissenschaftlers könnte er weitreichende Folgen haben. Robert Pape, Professor an der University of Chicago und Experte für internationale Sicherheitspolitik, warnt vor einer gefährlichen Entwicklung. Im Podcast "The Court of History" bezeichnete er das Abkommen als "gewaltigen Feuersturm". Nach seiner Einschätzung könnte der Deal die internationale Kontrolle über Atomtechnologie nachhaltig schwächen.
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Atom-Deal mit Saudi-Arabien: Donald Trump öffnete "Büchse der Pandora"
Der Politikwissenschaftler verweist auf den bisherigen Kurs der internationalen Gemeinschaft. Als die Vereinigten Arabischen Emirate 2009 ein Nuklearabkommen mit den USA schlossen, mussten sie auf eine eigene Urananreicherung verzichten und weitreichende Kontrollen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) akzeptieren. Nach Ansicht Papes bricht das neue Saudi-Abkommen mit diesem bisherigen Standard. "Sobald ein Land Uran auf 3,5 Prozent anreichern könne, sei der Weg zu waffenfähigen 90 Prozent keine technische, sondern nur noch eine politische Entscheidung", erklärte er.
Pape sieht in dem Abkommen nichts weniger als die Öffnung einer "Büchse der Pandora". Der Deal gestatte Saudi-Arabien den Zugang zum vollständigen nuklearen Brennstoffkreislauf auf eigenem Territorium – ohne die sogenannten Snap-Inspektionen der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA. "Es gab bereits ein Feuer, und wir gießen schon Benzin ins Feuer", warnte Pape. Die Folgen würden weit über den Nahen Osten hinausreichen und eine weltweite Proliferationskrise befeuern.
Abraham-Accords lösen das Grundproblem aus Sicht des Experten nicht
Er geht davon aus, dass Donald Trump versucht, das Abkommen durch politische Bedingungen abzusichern. Saudi-Arabien solle im Gegenzug die Abraham-Accords unterzeichnen und seine Beziehungen zu Israel normalisieren. Aus Sicht des Wissenschaftlers löst das jedoch nicht das eigentliche Problem. "Die Abraham-Accords stoppen nicht das Fähigkeitsproblem – die Fähigkeit ist hier das eigentliche Thema." Nach seiner Einschätzung bleibe die technische Infrastruktur bestehen – unabhängig von späteren politischen Entwicklungen.
Besonders kritisch bewertet der Sicherheitsexperte die möglichen Auswirkungen auf den Iran. Er erklärte, seine persönliche Einschätzung zur Wahrscheinlichkeit einer iranischen Atombombe habe sich durch den Saudi-Deal von 98 auf 99,999 Prozent erhöht. Dabei handelt es sich ausdrücklich um seine persönliche Bewertung der Lage. Pape argumentiert, dass Washington künftig nur noch schwer begründen könne, weshalb Saudi-Arabien Uran anreichern dürfe, der Iran jedoch nicht.
"Wir steuern auf einen ewigen Krieg zu!" Sorge vor Dominoeffekt in Europa und Asien
Nach Ansicht des Professors könnte das Abkommen auch andere Staaten beeinflussen. Er nennt unter anderem die Vereinigten Arabischen Emirate, die Ukraine, Polen sowie Taiwan, Südkorea und Japan als Länder, die ihre eigene Sicherheitsstrategie neu bewerten könnten. "Der Deckel der Büchse der Pandora ist abgehoben." Nach seiner Einschätzung könnte dadurch eine internationale Debatte über neue Atomprogramme entstehen.
Pape sieht den Saudi-Deal zudem im Zusammenhang mit der amerikanischen Nahostpolitik. Seiner Einschätzung nach wolle Donald Trump Saudi-Arabien als wichtigen Verbündeten im Konflikt mit dem Iran enger an die USA binden. Die daraus entstehende Dynamik bewertet der Wissenschaftler jedoch kritisch. "Wir steuern auf einen ewigen Krieg zu." Mit Blick auf den Iran sagte Pape außerdem: "Das war immer derjenige, den man niemals hätte angehen sollen." Ob es tatsächlich zu einer weiteren Eskalation kommt, lasse sich derzeit nicht vorhersagen. Papes Aussagen stellen seine fachliche Analyse der aktuellen geopolitischen Entwicklung dar und nicht gesicherte Prognosen über den weiteren Verlauf des Konflikts.
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