Donald Trump: Rede enthüllt Wissenslücke – Trump blamiert sich mit Anekdote

Mit nur einem Satz hat Donald Trump erneut eine Welle der Kritik ausgelöst. Bei einem Auftritt auf einem General-Motors-Testgelände behauptete der US-Präsident, es habe zu Lebzeiten seines Vaters "noch keine Flugzeuge" gegeben.

Von news.de-Redakteurin - Uhr

US-Präsident Donald Trump spricht auf dem General Motors Proving Ground. (Foto) Suche
US-Präsident Donald Trump spricht auf dem General Motors Proving Ground. Bild: picture alliance/dpa/AP | Paul Sancya
  • Donald Trump behauptet bei einer Rede, zu Lebzeiten seines Vaters habe es "noch keine Flugzeuge" gegeben
  • Die Aussage sorgt in den sozialen Netzwerken für Spott und zahlreiche Faktenchecks
  • Einige Unterstützer verteidigen Trump und vermuten eine andere Bedeutung seiner Worte

Bei einem Auftritt auf dem Testgelände von General Motors in Michigan hat Donald Trump mit einer historisch fragwürdigen Aussage für Aufsehen gesorgt. Während er über seinen Vater Fred Trump sprach, behauptete er, es habe zu dessen Lebzeiten keine Flugzeuge gegeben.

Weitere Meldungen aus der US-Politik finden Sie am Ende dieses Artikels.

"Damals gab es noch keine Flugzeuge!" Trump blamiert sich mit Rede

Trumps Rede begann mit einer ausschweifenden Hommage an seinen Vater. Fred Trump sei ein fleißiger Mann im Immobiliengeschäft gewesen, für den wahrer Luxus nicht in Privatjets bestand, sondern in einem ganz bestimmten Ritual. "Ich hatte einen wunderbaren Vater, nicht wahr? Und er war ein fleißiger Arbeiter. Er war im Immobiliengeschäft tätig", sagte der US-Präsident. "Und für ihn war der absolute Luxus... Das war alles, was er nicht wollte – Flugzeuge. Damals gab es noch keine Flugzeuge, glaube ich. Er wollte gar nichts. Wissen Sie was? Er wollte alle zwei Jahre einen Cadillac. Das war für ihn das Zeichen von Luxus."

"Ich denke nicht!" Netz mit neuem Trump-Lieblingssatz

Der Social-Media-Star Ed Krassenstein griff die Aussage auf X auf und stellte sie den historischen Fakten gegenüber. Sein Beitrag verbreitete sich rasant und die Kommentarspalte verwandelte sich in ein Fest des beißenden Spotts.

Besonders Trumps einschränkender Zusatz "glaube ich" beziehungsweise "I don't think" wurde zum Running Gag. "Die zutreffendste Aussage, die er je gemacht hat – 'Ich denke nicht'", spottete ein Nutzer. Ein anderer pflichtete bei: "Seine abschließende Feststellung war 'Ich denke nicht'. Da hat er recht."

Donald Trump völlig unwissend? Die Fakten sprechen eine andere Sprache

Fred Trump erblickte 1905 das Licht der Welt und verstarb 1999 im Alter von 93 Jahren. In diese Zeitspanne fallen praktisch sämtliche Meilensteine der Luftfahrtgeschichte – vom ersten Motorflug der Gebrüder Wright im Jahr 1903 über zwei Weltkriege mit massivem Einsatz von Kampfflugzeugen bis hin zur Concorde und dem modernen Düsenverkehr.

Besonders pikant: Trumps eigener Bruder Fred Jr. arbeitete als Pilot bei der Fluggesellschaft TWA. Wie Nutzer auf X in Erinnerung riefen, hätten Vater Fred und Donald den Bruder wegen dieser Berufswahl verspottet und ihn als "verherrlichten Busfahrer" bezeichnet, weil er sich für die Fliegerei statt für das Familiengeschäft mit Immobilien entschieden hatte. Flugzeuge waren der Familie Trump also durchaus ein Begriff.

Weitere Kommentatoren wurden grundsätzlicher: "Warum gehen die Leute nicht, wenn die Lügen wie ein Fluss strömen? Sie genießen die Lügen", fragte ein X-Nutzer. Ein anderer nannte Trump schlicht einen "Geschichtenerzähler", der sich Dinge ausdenke.

Was hat Trump wirklich gemeint?

Nicht alle Reaktionen auf X fielen vernichtend aus. Einige Nutzer sprangen dem Präsidenten zur Seite: "Er redet von Flugzeugen, wie wir sie heute kennen, du Idiot", konterte ein Kommentator die Kritik. Ein anderer argumentierte, Trump habe im Grunde recht, da die zivile Luftfahrt erst nach dem Zweiten Weltkrieg richtig an Bedeutung gewonnen habe. Trumps Gegner ließen diese Lesart jedoch nicht gelten. "Trump ist eine Schande für Amerika. Sein Aufstieg zeigt den Niedergang Amerikas", schrieb ein Nutzer. Andere bezweifelten, dass hinter den Aussagen bloße Versprecher stecken: "Er kann nicht so senil oder dumm sein. Diese Patzer müssen Teil einer gezielten Strategie sein, damit die Amerikaner einfach alles ignorieren, was er sagt."

Weitere Meldungen rund um die Trump-Regierung finden Sie hier:

/ife/news.de/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.