Wladimir Putin plant Herbst-Offensive: 30.000 Soldaten an die Front – Kreml-Chef ordert Nordkorea-Nachschub

Russland plant laut ukrainischen Geheimdiensterkenntnissen die Stationierung von 30.000 weiteren nordkoreanischen Soldaten für eine geplante Herbstoffensive. Ukraine-Präsident Selenskyj zeigt sich alarmiert.

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Wladimir Putin soll laut Aussage des ukrainischen Präsidenten im Herbst die nächste Großoffensive planen. Dafür benötige er frische Truppen aus Nordkorea. (Foto) Suche
Wladimir Putin soll laut Aussage des ukrainischen Präsidenten im Herbst die nächste Großoffensive planen. Dafür benötige er frische Truppen aus Nordkorea. Bild: picture alliance/dpa/Sputnik Kremlin Pool via AP | Alexander Kazakov
  • Selenskyj warnt vor 30.000 weiteren Nordkorea-Soldaten für Russland
  • Pjöngjang liefert offenbar auch zusätzliche Raketen-Abschussrampen
  • Ukraine sieht Bedrohung weit über den Krieg hinaus
  • Russische Angriffe auf Zivilisten gehen unvermindert weiter

Moskau bereitet sich offenbar darauf vor, zusätzlich 30.000 Soldaten aus Nordkorea in der Oblast Woronesch zu stationieren. Das geht aus ukrainischen Geheimdiensterkenntnissen hervor, auf die sich Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner Videoansprache am Sonntagabend berief.

Wladimir Putin bereitet Herbst-Offensive vor – weitere Truppen aus Nordkorea geordert

Die Truppenverstärkung ist demnach Teil der russischen Kriegsplanungen für den kommenden Herbst. Laut Selenskyj verfolgt Kremlchef Wladimir Putin keinerlei Friedensabsichten. Neben den Soldaten soll Pjöngjang auch weitere Abschussrampen für ballistische Raketen an Russland liefern.

Die Vorbereitungen für die Unterbringung der nordkoreanischen Truppen laufen nach Angaben der "Bild" bereits seit Juni. Ohne die militärische Unterstützung aus Nordkorea könnte Russland den Krieg in der Ukraine nicht mit dieser Intensität fortführen, berichtete zudem "Welt"-Korrespondent Christoph Wanner.

Selenskyj warnt: Nordkoreas Kriegserfahrung wird zur Gefahr für ganz Asien

Der ukrainische Präsident sieht in der militärischen Zusammenarbeit zwischen Moskau und Pjöngjang eine Bedrohung, die weit über den Krieg in der Ukraine hinausreicht. "Russland hilft Nordkorea dabei, das Führen von Krieg zu erlernen, seine Waffen zu verbessern und echte Kampferfahrung zu sammeln", erklärte Selenskyj in seiner Videobotschaft.

Besonders alarmierend sei, dass das nordkoreanische Regime durch den Fronteinsatz seiner Truppen praktische Erkenntnisse über den modernen Kriegseinsatz gewinne. "Das ist eine Bedrohung für alle Menschen in Asien, die sich in Reichweite nordkoreanischer Raketen befinden", warnte der ukrainische Staatschef. Damit richtete er seinen Appell gezielt an Länder wie Südkorea und Japan, die im Einzugsgebiet nordkoreanischer Waffensysteme liegen.

Tausende Nordkoreaner bereits gefallen – und dennoch liefert Kim nach

Nordkoreanische Streitkräfte kämpfen bereits seit Monaten an der Seite Russlands. Mehrere Tausend Soldaten wurden zunächst eingesetzt, um von der Ukraine bei Kursk eroberte Gebiete zurückzugewinnen. Nach unbestätigten Schätzungen fielen dabei mindestens 2.000 Nordkoreaner. Kremlchef Putin würdigte die Gefallenen lediglich mit der Aussage, ihre "heldenhaften Taten" würden nicht vergessen.

Trotz der hohen Verluste bleibt Pjöngjang ein zentraler Verbündeter für Moskaus Kriegsführung. Die nordkoreanischen Truppen gelten als unzureichend ausgebildet und werden laut "Bild" als Kanonenfutter verheizt. Im Gegenzug für die militärische Unterstützung versorgt Russland das international weitgehend isolierte Regime mit Finanzmitteln, Elektrizität, Nahrungsmitteln und moderner Militärtechnologie.

Strategische Partnerschaft besiegelt – Pjöngjangs Außenministerin zu Gast in Moskau

Beide Staaten sind durch einen Vertrag über strategische Partnerschaft miteinander verbunden. Erst vor wenigen Tagen reiste Nordkoreas Außenministerin Choe Son-hui nach Moskau, wo die Chefdiplomaten beider Seiten ihre enge Zusammenarbeit erneut bekräftigten. Beim Staatsempfang erhielt die Ministerin Blumen – während Russland zeitgleich weiter Raketen und Drohnen auf ukrainische Städte abfeuerte.

Drohnenangriff auf Supermarkt tötet Kind – vier Zivilisten sterben an einem Tag

Während die militärische Kooperation zwischen Moskau und Pjöngjang weiter voranschreitet, setzt Russland seine Angriffe auf ukrainische Zivilisten fort. In der Nacht zum Sonntag feuerten die russischen Streitkräfte insgesamt acht Raketen und 136 Drohnen auf die Ukraine ab. In Kyjiw brach in mindestens drei Stadtbezirken Feuer aus, nachdem Trümmerteile herabgestürzt waren, wie Bürgermeister Vitali Klitschko mitteilte.

Am Sonntag meldeten Regionalbehörden vier Todesopfer durch russische Angriffe auf Charkiw, Tschernihiw und Saporischschja. Selenskyj verurteilte insbesondere einen "zutiefst zynischen Drohnenangriff auf einen ganz normalen Supermarkt" in Tschernihiw. Unter den Getöteten befand sich auch ein Kind. Bereits zuvor hatte der ukrainische Präsident vor weiteren russischen Attacken innerhalb von 48 Stunden gewarnt.

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