Donald Trump und der Iran-Krieg: "The Don" lässt tote Soldaten ausradieren - die Begründung macht fassungslos

18 US-Soldaten sind in Donald Trumps Iran-Krieg gefallen, doch das Pentagon spricht nur von 14 Todesopfern. Die Begründung der Trump-Regierung für die korrigierten Zahlen macht fassungslos und entlarvt die eklatanten Widersprüche des Präsidenten.

Von news.de-Redakteurin - Uhr

Obwohl Donald Trump auf der Dover Air Force Base in Delaware der Überführung vier toter US-Soldaten beiwohnte, wurden die offiziellen Todeszahlen im Iran-Krieg durch das Pentagon nach unten korrigiert. (Foto) Suche
Obwohl Donald Trump auf der Dover Air Force Base in Delaware der Überführung vier toter US-Soldaten beiwohnte, wurden die offiziellen Todeszahlen im Iran-Krieg durch das Pentagon nach unten korrigiert. Bild: picture alliance/dpa/AP | Julia Demaree Nikhinson
  • Donald Trumps Iran-Krieg kostet 18 US-Soldaten das Leben
  • Pentagon korrigiert Todeszahlen auf 14 herunter - die Begründung macht sprachlos
  • Donald Trump feiert tote Soldaten als Helden und verstrickt sich in Widersprüche

In Donald Trumps seit Ende Februar 2026 tobendem Iran-Krieg haben bislang 18 Angehörige der US-Streitkräfte ihr Leben gelassen. Doch nun hat das US-Verteidigungsministerium die offizielle Zahl der im Iran-Krieg gefallenen amerikanischen Soldaten auf seiner Webseite still und leise von 18 auf 14 gesenkt. Wie die "New York Times" berichtete, wurden vier Soldaten aus der Statistik entfernt, die Mitte Juli im Kriegsgebiet ums Leben kamen – drei in Jordanien und einer im Nordirak.

Donald Trump lässt vier tote US-Soldaten ausradieren - die Begründung ist bizarr

Die Begründung dafür lautet laut Militärvertretern: Die Tode von James Feehan (25), Isabella Gonzales (19), Angel Rampersad (28)und Michael Emmanuel Swinton (30)fielen in den Zeitraum nach Präsident Trumps Waffenstillstandserklärung vom April und zählen deshalb nicht in die offizielle Statistik.

Die offiziellen Erklärungen des Pentagons fielen dabei widersprüchlich aus. Der amtierende Pressesprecher Joel Valdez sprach von "vorübergehenden Datenstörungen" und "Anomalien auf der Webseite", die behoben würden. Drei Militärvertreter schilderten hingegen unter Wahrung ihrer Anonymität, dass die Trump-Regierung bewusst entschieden habe, die vier Getöteten von der Liste zu nehmen. Das Ministerium betonte, man sei der "größtmöglichen Genauigkeit bei der Opferberichterstattung" verpflichtet.

"Abscheulich und kriminell" – US-Generäle reagieren mit Entsetzen auf Pengagon-Änderung

Die Streichung der vier gefallenen Soldaten aus der offiziellen Opferliste löste heftige Kritik hochrangiger Militärs aus. Generalleutnant a.D. Mark Hertling kämpfte sichtlich mit den Tränen, als er das Vorgehen des Pentagons kommentierte: "Ihre Namen wurden von einer Liste im Pentagon gestrichen oder entfernt. Für mich ist das abscheulich, es ist kriminell."

Hertling verwies dabei auf die Tradition des letzten Namensaufrufs im Militär – ein Ritual, das die Bedeutung jedes einzelnen gefallenen Soldaten unterstreicht. Die Löschung aus der Statistik komme einer Auslöschung ihres Opfers gleich.

Auch Generalleutnant a.D. Ben Hodges, ehemaliger Befehlshaber der US-Streitkräfte in Europa, übte scharfe Kritik. "Die Regierung scheint echte Schwierigkeiten damit zu haben, ehrlich darüber zu sein, was vor sich geht – nicht nur bei den Opferzahlen, sondern beim gesamten Krieg", sagte er. Das Herunterspielen von Gefallenen zeuge von einem "Unwillen oder einer Unfähigkeit, aggressiv aus Fehlern zu lernen".

Informationssperre im Pentagon: Iranische Angriffe wurden geheim gehalten

Die Manipulation der Opferzahlen fügt sich in ein Muster systematischer Intransparenz ein. Seit dem Zusammenbruch des Waffenstillstands hat das Verteidigungsministerium kaum noch Informationen über die militärische Lage preisgegeben. Das letzte umfassende Pentagon-Briefing zum Krieg fand Anfang Mai statt.

Mehrere iranische Angriffe in der vergangenen Woche in Jordanien, bei denen Dutzende US-Soldaten verletzt und mehrere Hubschrauber beschädigt wurden, hielt das Ministerium zunächst unter Verschluss. Als Begründung wurde die Gefährdung der operativen Sicherheit angeführt. Erst nachdem am Freitag drei Soldaten bei einem weiteren iranischen Angriff in Jordanien starben, räumte Pentagon-Chefsprecher Sean Parnell ein, dass die Zahl der US-Militäropfer seit dem 7. Juli auf fast 100 gestiegen sei. Das Verteidigungsministerium ist gesetzlich verpflichtet, Todesfälle zu melden – für Verwundete gilt diese Pflicht jedoch nicht.

Donald Trump verstrickt sich in Widersprüche: US-Präsident sprach selbst von 18 toten Soldaten

Bemerkenswert ist, dass Donald Trump die höhere Opferzahl zuletzt selbst verwendete – auch nachdem sein eigenes Ministerium sie bereits nach unten korrigiert hatte. Am 23. Juli verglich er die Verluste im Iran-Krieg mit denen anderer amerikanischer Konflikte und erklärte, jeder einzelne Tote sei einer zu viel, "aber es sind 18".

Tags zuvor hatte Trump auf der Dover Air Force Base in Delaware die Überführung der Leichen genau jener vier Soldaten begleitet, die das Pentagon anschließend aus seiner Statistik strich. Er bezeichnete die Gefallenen als "große Helden" und betonte, sie alle hätten sich entschieden dagegen ausgesprochen, dass der Iran Atomwaffen besitze. Im Anschluss an die Zeremonie nahm Trump die trauernde Familie eines der Soldaten mit zu einer politischen Kundgebung im Bundesstaat Georgia.

Donald Trumps Regierung prangert Todesfälle in Kriegsgebieten an und manipuliert nun selbst

Die Kontroverse gewinnt besondere Brisanz durch die politische Vorgeschichte. Sowohl Trump als auch Verteidigungsminister Pete Hegseth hatten ihren Vorgängern – Präsident Biden, Verteidigungsminister Lloyd Austin und Vizepräsidentin Kamala Harris – wiederholt die persönliche Schuld an den 13 bei einem Selbstmordanschlag in Kabul 2021 getöteten US-Soldaten zugewiesen. "Diese Menschen hätten nicht sterben müssen", sagte Trump 2024 in einem Podcast. "Sie starben wegen Biden und wegen Kamala. Sie starben, als hätten diese den Abzug betätigt." Hegseth hatte zudem eine Überprüfung des Afghanistan-Abzugs angeordnet, die "Rechenschaftspflicht gegenüber dem amerikanischen Volk" sicherstellen solle. Nun steht seine eigene Behörde unter dem Vorwurf, Gefallene aus politischem Kalkül aus der Statistik zu tilgen. Pentagon-Sprecher Valdez wies den Vergleich zwischen beiden Regierungen als "Versuch, die Opfer der besten Krieger Amerikas im Iran zu politisieren" zurück.

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