Wolodymyr Selenskyj: Neuer Armeechef sorgt mit Panzer-Coup gegen Russland für Aufsehen

Mit einer spektakulären Panzer-Aktion wurde Mychailo Drapatyi 2014 zur Symbolfigur des ukrainischen Widerstands. Nun hat Präsident Selenskyj den 43-Jährigen zum neuen Armeechef ernannt.

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Selenskyj setzt auf Fronthelden: Neuer Armeechef wurde mit spektakulärer Panzer-Aktion zur Legende Bild: picture alliance/dpa/Ukrainian Presidential Press Office/AP | Uncredited
  • Selenskyj ernennt Mychailo Drapatyi zum neuen Armeechef
  • Panzer-Durchbruch 2014 machte den Offizier landesweit bekannt
  • Experte sieht Ernennung als Chance für Reformen und mehr Zusammenhalt

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Die Ukraine hat einen neuen Oberbefehlshaber ihrer Streitkräfte. Präsident Wolodymyr Selenskyj ernannte Mychailo Drapatyi zum neuen Armeechef. Der 43-Jährige gilt als erfahrener Frontkommandeur und wurde bereits 2014 durch eine spektakuläre Militäraktion bekannt, die bis heute als Symbol des ukrainischen Widerstands gilt.

Video machte den Ukraine-Offizier landesweit bekannt

Damals war Drapatyi noch ein vergleichsweise unbekannter Bataillonskommandeur der 72. mechanisierten Brigade. Berühmt wurde er "The Sun" zufolge durch ein Video, das zeigt, wie er mit einem BMP-1-Schützenpanzer eine von prorussischen Separatisten errichtete Barrikade in Mariupol durchbricht. Kurz vor dem Angriff soll Drapatyi hinter dem Steuer des gepanzerten Fahrzeugs lediglich das Kommando "Los!" gegeben haben. Wenige Augenblicke später walzte der Panzer die Straßensperre nieder, während Trümmer und Reifen durch die Luft flogen. Die Aufnahmen entwickelten sich zu einem der bekanntesten Bilder aus den frühen Kämpfen im Osten der Ukraine.

Rettungsmission unter Beschuss

Der Einsatz hatte ein klares Ziel: Ukrainische Polizisten sollten aus einer gefährlichen Lage befreit werden, nachdem sie in Mariupol von bewaffneten prorussischen Kämpfern eingeschlossen worden waren. Nur wenige Monate später bewies Drapatyi erneut sein militärisches Geschick. Im August 2014 führte er nach den vorliegenden Informationen rund 260 ukrainische Soldaten und etwa 30 Militärfahrzeuge aus einer russischen Einkesselung bei Luhansk. Dabei verlor seine Einheit demnach lediglich einen Soldaten.

Immer dort eingesetzt, wo die Lage kritisch war

Auch nach Beginn der russischen Großoffensive im Jahr 2022 übernahm Drapatyi nach Angaben aus der Ukraine regelmäßig Einsätze an besonders gefährlichen Frontabschnitten. Dort sollte er die Lage stabilisieren, wenn russische Truppen Geländegewinne erzielten. Im Sommer 2024 gelang es ihm, einen russischen Vorstoß nahe Charkiw zu stoppen und die Front zu sichern. Wenig später wurde der heute 43-Jährige zum jüngsten Kommandeur der ukrainischen Landstreitkräfte in der Geschichte des Landes ernannt.

Selenskyj beruft Drapatyi zum neuen Armeechef

Nun folgt der nächste Karriereschritt: Präsident Wolodymyr Selenskyj ernannte Drapatyi am Dienstag zum neuen Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte. Er tritt die Nachfolge von Oleksandr Syrskyj an. Syrskyj war in den vergangenen Monaten zunehmend in die Kritik geraten. Teile der Truppe warfen ihm einen zu rigiden Führungsstil vor und machten ihn für hohe Verluste verantwortlich. Nach einer Regierungsumbildung kam es sogar zu Protesten, bei denen Demonstranten seine Entlassung forderten.

Militärexperte sieht Chance für Reformen

Der Militäranalyst Mykola Bielieskov vom Nationalen Institut für Strategische Studien in Kiew bezeichnete die Personalentscheidung als wichtigen Schritt. Zwar müsse Drapatyi eine lange Frontlinie koordinieren, während Zuständigkeiten zwischen Generalstab und Verteidigungsministerium weiterhin nicht eindeutig geregelt seien. Dennoch sei seine Ernennung "ein guter Schritt zur Beruhigung der Proteste".

Außerdem genieße der neue Armeechef innerhalb der Streitkräfte hohes Ansehen. Bielieskov erklärte: "Er genießt Respekt in den Reihen und ist bereit zum Dialog mit anderen wichtigen Akteuren innerhalb der Ukraine."

Neuer Oberbefehlshaber setzt klare Prioritäten

Kurz nach seiner Ernennung machte Drapatyi deutlich, welche Ziele nun im Mittelpunkt stehen. In einer Stellungnahme erklärte er, Präsident Selenskyj habe die Armee angewiesen, die Offensivaktionen zu verstärken und gleichzeitig die technologischen Fähigkeiten der ukrainischen Streitkräfte weiter auszubauen.

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