Donald Trump: Wichtigste Unterstützer wenden sich ab – Trump verliert Rückhalt

Lange konnte Donald Trump auf die bedingungslose Unterstützung seiner Anhänger zählen. Doch der Iran-Krieg verändert die Stimmung: Selbst in der MAGA-Bewegung wächst die Kritik an der militärischen Eskalation. Für Trump kommt der Gegenwind zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.

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Donald Trump unter Druck: Der Iran-Krieg kostet den US-Präsidenten zunehmend Rückhalt – selbst in seiner eigenen MAGA-Bewegung wächst die Kritik. (Foto) Suche
Donald Trump unter Druck: Der Iran-Krieg kostet den US-Präsidenten zunehmend Rückhalt – selbst in seiner eigenen MAGA-Bewegung wächst die Kritik. Bild: picture alliance/dpa/AP | Julia Demaree Nikhinson
  • MAGA-Zustimmung zum Iran-Krieg sinkt deutlich
  • Eigene Partei warnt vor politischen Folgen
  • Trump lehnt Verhandlungen weiter ab

Die Unterstützung für den Iran-Kurs von Donald Trump bröckelt ausgerechnet dort, wo sie bislang am stabilsten schien: in seiner eigenen MAGA-Basis. Noch im Mai hielt die Hälfte seiner treuesten Anhänger den militärischen Konflikt trotz der wirtschaftlichen Belastungen für gerechtfertigt. Nur zwei Monate später ist dieser Wert auf knapp über ein Drittel abgestürzt – ein Rückgang um 13 Prozentpunkte. Das geht aus einer aktuellen Erhebung von "Politico" hervor.

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Trump verliert Unterstützung: MAGA-Basis wird kriegsmüde

Der rapide Stimmungsumschwung unter Trumps loyalsten Wählern gilt als deutlichstes Warnsignal dafür, dass die Geduld der Amerikaner angesichts des seit Februar andauernden Konflikts schwindet. Die Wirtschaftslage dominiert die Sorgen der Bürger und das nur drei Monate vor den entscheidenden Zwischenwahlen im November.

Die Umfragedaten zeichnen ein differenziertes Bild der wachsenden Kriegsmüdigkeit. Mittlerweile erklären 37 Prozent der selbsterklärten MAGA-Wähler, eine Fortführung des Einsatzes nur unter der Bedingung gleichbleibender Kosten mitzutragen – im Mai lag dieser Anteil noch bei 29 Prozent. Knapp jeder fünfte MAGA-Anhänger spricht sich inzwischen für ein vollständiges Ende des Krieges aus, unabhängig von strategischen Folgen. Unter Trump-Wählern, die sich nicht dem MAGA-Lager zurechnen, fällt das Urteil noch härter aus: Lediglich 21 Prozent halten den Krieg angesichts der steigenden Kosten für vertretbar. 28 Prozent fordern einen bedingungslosen Rückzug. Ein zentraler Treiber des Unmuts sind die Spritpreise, die zuletzt die Marke von vier Dollar pro Gallone überschritten. 57 Prozent der MAGA-Wähler und 63 Prozent der übrigen Trump-Anhänger machen den Iran-Konflikt direkt für den Preisanstieg verantwortlich.

"Mehr tote Amerikaner und eine politisch unmögliche Situation"

Hinter den Kulissen des Weißen Hauses herrscht nach Informationen von "Politico" blanke Verzweiflung. Die Frustration habe ein "maximales Niveau" erreicht, berichtete eine Person aus dem direkten Umfeld der Regierung. Trump sei sich inzwischen vollständig bewusst, dass der von ihm angestrebte Sieg auf einem Weg liege, den die Öffentlichkeit nicht mittragen werde. "Die amerikanische Bevölkerung wird die Art von Eskalation, die es an diesem Punkt bräuchte, schlicht nicht unterstützen", sagte der Insider, dem Anonymität zugesichert wurde. Man habe "mehr tote Amerikaner und eine politisch unmögliche Situation". Die Realität des Krieges trifft die Regierung auf mehreren Ebenen gleichzeitig. Am vergangenen Wochenende kamen zwei US-Soldaten in Jordanien ums Leben. Statt wie geplant mit Steuersenkungen und niedrigeren Medikamentenpreisen durchs Land zu touren, musste Trump wiederholt zur Dover Air Force Base reisen, um gefallene Soldaten zu empfangen.

Trump blockt Verhandlungen – Republikaner fürchten um Kongressmehrheit

Trotz des schwindenden Rückhalts zeigt sich der Präsident unbeeindruckt. Am Dienstag erklärte Trump, iranische Vertreter würden "verzweifelt" ein Treffen anstreben, doch solange Teheran nicht zu "ernsthaften Gesprächen" bereit sei, bestehe keinerlei Interesse an Verhandlungen. Auf die sinkenden Umfragewerte angesprochen, wies er jeden Einfluss auf seine Entscheidungen zurück: "Die werden keinen Einfluss auf mich haben. Ich bin hier, um das Richtige zu tun."

Innerhalb der eigenen Partei wächst derweil die Nervosität. Führende republikanische Strategen warnen laut "Politico" seit Monaten vor den Folgen der Kriegsunpopularität für die Chancen, Repräsentantenhaus und Senat zu halten. Die Frustration über den Konflikt schlägt sich bereits in umkämpften Wahlkreisen im ganzen Land nieder. Drei Monate vor den Midterms droht ein Krieg, der eigentlich auf Lebenshaltungskosten hätte fokussieren sollen, zum bestimmenden Wahlkampfthema zu werden.

"Könige sind nicht unverwundbar gegenüber der politischen Realität"

Aus dem konservativen Lager kommt scharfe Kritik am Kurs des US-Präsidenten. Curt Mills, Geschäftsführer des Magazins "American Conservative", bezeichnete die erneute Eskalation als noch absurder als die erste Kriegsphase von Februar bis Frühsommer. "Die amerikanische Bevölkerung versteht schlicht nicht, warum wir in diesem Krieg sind", sagte Mills. Trump sei zwar unbestritten der Anführer der Republikanischen Partei mit enormem Spielraum bei seinen Anhängern – "aber Könige sind nicht unverwundbar gegenüber der politischen Realität".

Das Weiße Haus hält dagegen. Sprecherin Olivia Wales betonte, den Amerikanern sei ein Oberbefehlshaber am wichtigsten, der entschlossen für ihre Sicherheit handle. Der Präsident treffe seine sicherheitspolitischen Entscheidungen nicht auf Grundlage schwankender Umfragewerte, sondern im besten Interesse des Landes. Die Regierung argumentiert zudem, die Preissteigerungen seien vorübergehend und würden nach Kriegsende rasch auf das Vorkriegsniveau zurückkehren.

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