Deutsch-französische Brigade: 5.500 Soldaten "zur glaubwürdigen Abschreckung" an Nato-Ostflanke stationiert

Internationale Verstärkung für die Nato-Ostflanke: Mit 5.500 Soldaten stellt sich die deutsch-französische Brigade in Polen neuen Aufgaben. Die binationale Infanteriebrigade soll für mehr Abschreckung und Verteidigungsbereitschaft sorgen.

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Die deutsch-französische Brigade mit 5.500 Soldaten rückt an die Nato-Ostflanke – und die Bundesregierung vollzieht eine überraschende Kehrtwende bei der militärischen Ukraine-Unterstützung. (Foto) Suche
Die deutsch-französische Brigade mit 5.500 Soldaten rückt an die Nato-Ostflanke – und die Bundesregierung vollzieht eine überraschende Kehrtwende bei der militärischen Ukraine-Unterstützung. Bild: Moritz Frankenberg/dpa/dpa
  • Verstärkung für Nato-Ostflanke durch deutsch-französische Brigade
  • 5.500 Soldaten in Polen stationiert laut Bundeswehr-Statement
  • Bundeswehr-Generalleutnant sieht "glaubwürdige Abschreckung" als Kernauftrag

Angesichts der weiter bestehenden Bedrohung aus Russland hat die Nato eine Strategie zur Verstärkung der Ostflanke auf die Beine gestellt. In diesem Zuge erhält die deutsch-französische Brigade eine neue strategische Aufgabe an der östlichen Grenze des Verteidigungsbündnisses. Der binationale Verband mit seinen rund 5.500 Soldatinnen und Soldaten wurde dem Multinationalen Korps Nordost im polnischen Stettin unterstellt, wie die Bundeswehr bekannt gab.

Deutschland und Frankreich verstärken Nato-Ostflanke gegen russische Bedrohung

Künftig soll die Truppe einen direkteren Beitrag zur Abschreckung und Verteidigungsfähigkeit der Nato leisten. In den kommenden Monaten stehen dafür umfangreiche Schulungsmaßnahmen, gemeinsame Übungen und koordinierte Planungen auf dem Programm. Die Ankündigung erfolgte am Standort des Brigadestabs im baden-württembergischen Müllheim durch Generalleutnant Christian Freuding, den Inspekteur des Heeres. Die Neuausrichtung unterstreicht die wachsende Bedeutung der Ostflanke für die Bündnisverteidigung.

Bundeswehr-Generalleutnant nennt "glaubwürdige Abschreckung" als Kernauftrag

"Unter dem Multinationalen Korps Nordost wird die deutsch-französische Brigade noch direkter als bisher zur glaubwürdigen Abschreckung der Nato und - falls erforderlich - zu einer entschlossenen Verteidigung beitragen", erklärte der Heeresinspekteur bei der Bekanntgabe.

Neben der verstärkten Präsenz an der Ostflanke übernimmt der Verband künftig zusätzliche Verantwortung für das Hinterland des Korps. Das von Stettin aus geführte Hauptquartier kann künftig auf die Brigade als flexibel einsetzbare Einheit zurückgreifen. In einem offiziellen Dokument wurde der Truppe die grundlegende Einsatzfähigkeit als vielseitige Task Force für Operationen im rückwärtigen Raum bescheinigt. Damit erweitert sich das Aufgabenspektrum des binationalen Verbands erheblich über seine bisherigen Funktionen hinaus.

Deutsch-französische Brigade stellt 5.500 Soldaten für Ostflanken-Stärkung

Die deutsch-französische Brigade zählt zu den bedeutendsten Symbolen der militärischen Zusammenarbeit zwischen Berlin und Paris. Der 1989 gegründete Großverband vereint Soldatinnen und Soldaten beider Nationen unter einem gemeinsamen Kommando. Die rund 5.500 Angehörigen der Brigade sind auf insgesamt sechs Kasernen verteilt, die sich sowohl auf deutschem als auch auf französischem Territorium befinden. Der Stab des Verbands hat seinen Sitz im baden-württembergischen Müllheim.

Als binationale Infanteriebrigade verfügt die Einheit über breit gefächerte Fähigkeiten und gilt als wichtiges Element der Reaktionsfähigkeit von EU und Nato. Die Truppe beteiligt sich regelmäßig an Großübungen des Bündnisses und war bereits weltweit im Einsatz. Zu ihrer Ausrüstung gehören unter anderem der Transportpanzer Boxer sowie die Panzerhaubitze 2000.

Kehrtwende bei Ukraine-Manöver: Bundeswehr nimmt an "Koalition der Willigen"-Manöver teil

Parallel zur Neuausrichtung der Brigade vollzieht die Bundesregierung einen Kurswechsel bei der militärischen Unterstützung der Ukraine. Deutschland wird sich nun doch am ersten Manöver der sogenannten "Koalition der Willigen" beteiligen. Zunächst hatte es aus Regierungskreisen geheißen, eine Teilnahme sei nicht geplant. "Deutschland wird sich an diesem Manöver beteiligen. Die Bundesregierung prüft, wie diese Beteiligung aussehen wird", sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius der Deutschen Presse-Agentur. Am 17. Juli soll der deutsch-französische Sicherheits- und Verteidigungsrat auf dem Luftwaffenstützpunkt Nörvenich über die Details beraten.

Die Koalition aus rund 35 Ukraine-Verbündeten hatte sich am Mitte Juli in Paris auf erste Übungen der multinationalen Truppe geeinigt. Die Manöver sollen in Polen stattfinden und dienen der Absicherung eines möglichen Waffenstillstands mit Russland.

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/news.de/dpa/stg

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