Ukraine-Krieg aktuell: Schwerer Schlag für Putins Schattenflotte - Tanker niedergebrannt

Acht brennende Tanker in einer einzigen Nacht. Die ukrainischen Drohnenstreitkräfte haben Russlands Schattenflotte im Asowschen Meer einen beispiellosen Schlag versetzt. Diese Angriffe zielen auf die Treibstoffversorgung auf der Krim ab.

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Nächster Schlag gegen Putins Schwarzmeerflotte: Die Ukraine soll acht Tanker getroffen haben. (Foto) Suche
Nächster Schlag gegen Putins Schwarzmeerflotte: Die Ukraine soll acht Tanker getroffen haben. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin | Gavriil Grigorov
  • Bei einem Angriff sollen die Ukraine acht Tanker der russischen Schattenflotte getroffen haben
  • Videos zeigen in Flammen stehende Schiffe im Asowschen Meer
  • Kampf um Treibstoff für die Krim

Die Ukraine soll Russlands sogenannte Schattenflotte erneut einen schweren Schlag verpasst haben. Bei einem nächtlichen Großangriff haben ukrainische Langstreckendrohnen acht russische Tankschiffe der Flotte im Asowschen Meer getroffen. Der Kommandeur der ukrainischen Drohneneinheiten, Robert Brovdi, bekannt unter seinem Rufzeichen "Madyar", verkündete am 7. Juli auf Telegram, die Schiffe seien "schwer beschädigt und in Flammen".

Ukraine attackiert acht russische Tanker der Schattenflotte

Neben den Treibstofftankern wurden laut Brovdi auch ein Frachtschiff und eine Fähre attackiert. Der Drohnenkommandeur sprach von "Ergebnissen im industriellen Maßstab" und erklärte: "Die Schattenflotte verlässt das Gebiet. Der Kampf um den Treibstoff für die Krim im Asowschen Meer geht weiter."

Laut Brovdi konnten sämtliche getroffenen Tankschiffe identifiziert werden. Bei den Schiffen handelt es sich demnach um die Venera-3, Sanar-1, Sanar-17, Climene, Teti, Aleksey Savrasov und Penelope. Darüber berichtete auch der frühere Navy-Seal Chuck Pfarrer auf der Plattform X. Alle Tanker unterliegen internationalen Sanktionen. Die Schiffe weisen nach Angaben des Drohnenkommandeurs eine Tragfähigkeit von jeweils 7.000 Tonnen auf und sind 140 Meter lang. Ihre Baujahre liegen zwischen 2006 und 2012.

Videos zeigen Ausmaß der Zerstörung - Putins Tanker stehen in Flammen

"Sanktionen aus der Luft durch die freiheitsliebenden ukrainischen Vögel der Drohnenstreitkräfte sind in Kraft", kommentierte Brovdi die Angriffe auf seinem Telegram-Kanal. Videoaufnahmen, die unter anderem auf der Plattform X geteilt wurden, zeigen den mutmaßlichen Angriff. Darauf liegen die Tanker im Dunkeln. In einer mit dramatischer Musik unterlegten Szene wird auf ein in Flammen stehendes Schiff gezoomt.

Die Angriffe sind Teil der ukrainischen Strategie, russische Versorgungslinien zur besetzten Halbinsel Krim zu unterbrechen. Eine unabhängige Bestätigung der Angaben liegt bislang nicht vor. Moskau hat sich noch nicht zu den Vorfällen geäußert. Die Berichte und das Videomaterial lassen sich nicht unabhängig verifizieren.

Putins Schattenflotte umgeht westliche Sanktionen

Russland setzt auf eine umfangreiche Flotte veralteter Tanker, um trotz westlicher Strafmaßnahmen weiterhin Öl und Erdölprodukte zu exportieren. Diese Schiffe operieren unter verschleierten Besitzverhältnissen und fahren häufig unter Billigflaggen.

Die Ukraine vertritt die Position, dass diese Schattentanker nicht mehr als gewöhnliche zivile Schiffe im Sinne des Völkerrechts gelten sollten. Dies geht aus einem Schreiben von Vize-Premierminister Oleksii Kuleba an die Internationale Seeschifffahrts-Organisation vom 26. Juni hervor, über das "Lloyd's List" zuerst berichtete.

Nach Einschätzung des britischen Thinktanks Royal United Services Institute (RUSI) zielen die ukrainischen Angriffe darauf ab, den Druck auf sanktionsumgehende Reedereien und Versicherer zu erhöhen – gerade in einer Phase, in der russische Ölexporte ohnehin unter Druck stehen.

Krim im Visier - Ukraine will Treibstoffversorgung abwürgen

Die ukrainischen Drohnenangriffe zeigen bereits Wirkung auf der besetzten Halbinsel. Während der nächtlichen Attacke kam es laut Brovdi zu Stromausfällen auf der Krim, wobei neben Logistikeinrichtungen auch Kraftwerke in Brand geraten seien. Bereits Ende Mai hatten die von Russland eingesetzten Behörden Treibstoffrationierungen eingeführt – eine Folge wiederholter ukrainischer Angriffe auf Ölanlagen und den Landkorridor zur Halbinsel.

"Diese Angriffe sind Teil der ukrainischen Kampagne, die russische Logistik einschließlich der Treibstoffversorgung der Krim abzuwürgen", erklärte John Hardie, stellvertretender Direktor des Russland-Programms bei der Foundation for Defense of Democracies, gegenüber dem "Kyiv Independent". "Russland scheint immer noch keine gute Antwort darauf zu haben."

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