Sergej Sobjanin bloßgestellt: "Moskau wird brennen!" Wladimir-Putin-Vertrauter postet plötzlich Anti-Russland-Parolen
Auf dieses verspätete Geburtstagsgeschenk hätte Sergej Sobjanin vermutlich lieber verzichtet: Der Moskauer Bürgermeister und Vertraute von Wladimir Putin wurde Ziel einer Hacker-Attacke, die seinen Telegram-Kanal mit pro-ukrainischen Parolen flutete.
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
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- Vertrauter von Wladimir Putin bloßgestellt bei Telegram
- Plötzlich pro-ukrainische Botschaften auf Kanal von Sergej Sobjanin aufgetaucht
- Moskauer Bürgermeister mit Hacker-Attacke gedemütigt
Kurz nach seinem 68. Geburtstag erlebte Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin eine unangenehme Überraschung: Unbekannte verschafften sich Zugang zu dem Telegram-Kanal des Putin-Vertrauten und überfluteten diesen mit pro-ukrainischen Parolen. Innerhalb kürzester Zeit erschienen mehr als 500 Nachrichten auf dem "persönlichen Blog" des Stadtoberhaupts.
"Moskau wird brennen": Vertrauter von Wladimir Putin postet plötzlich pro-ukrainische Parolen
Die Angreifer verbreiteten wiederholt dieselben Parolen in russischer Sprache – darunter "Ehre der Ukraine" und "Moskau wird brennen". Zusätzlich posteten sie Spendenaufrufe zugunsten der ukrainischen Streitkräfte. Nach etwa einer Viertelstunde gelang es Sobjanins Mitarbeitern, die Kontrolle über den Messenger-Account zurückzuerlangen und sämtliche Beiträge zu entfernen, wie unter anderem bei der "Bild" zu lesen ist.
Wladimir Putins enger Vertrauter im Visier von Cyber-Angreifern
Die Aktion traf einen der mächtigsten Männer in Russlands Machtapparat. Sobjanin führt die russische Hauptstadt bereits seit 2010 als Bürgermeister und zählte zuvor als Leiter der Präsidialverwaltung zum engsten Kreis um Wladimir Putin. Eine offizielle Reaktion auf den Vorfall blieb bislang aus, ebenso fehlen Hinweise auf die Identität der Täter.
Die Hacker spielten mit ihren Botschaften gezielt auf einen verheerenden ukrainischen Drohnenangriff auf russische Ölanlagen in der vergangenen Woche an. Dieser hatte gewaltige Explosionen und dichte Rauchschwaden über Moskau verursacht. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte daraufhin in Richtung Kreml gewarnt: "Wenn die Ukraine brennt, wird auch Moskau brennen!"
Wladimir Putin erlebt Rückschläge am laufenden Band - Russlands wachsende Verwundbarkeit nicht zu leugnen
Der Hackerangriff auf Sobjanins Kanal reiht sich in eine Serie von Rückschlägen für Moskau ein. In den vergangenen Wochen hat die Ukraine wiederholt russische Treibstoffdepots mit Drohnen attackiert und dabei erhebliche Schäden angerichtet. Diese gezielten Schläge gegen die Energieinfrastruktur beeinträchtigen die Versorgung der russischen Streitkräfte spürbar. Doch die Wirkung geht über militärische Aspekte hinaus. Die brennenden Öllager und nun auch die digitale Bloßstellung eines hochrangigen Kreml-Verbündeten entfalten eine psychologische Dimension. Was lange als ferner Konflikt erschien, dringt zunehmend in den Alltag der russischen Bevölkerung vor.
Experten legen sich fest: Putins Ukraine-Krieg erreicht den russischen Alltag
Der Kölner Politikwissenschaftler Thomas Jäger sieht in den jüngsten Entwicklungen einen Wendepunkt: "Für einen Großteil der russischen Bevölkerung wird der Krieg erstmals deutlich sichtbar und seine zumindest wirtschaftlichen Auswirkungen klar fühlbar." Was zuvor wie ein "Computerspiel" gewirkt habe, sei nun zur "täglichen Realität für Millionen Russen" geworden.
Auch Osteuropa-Experte Jan C. Behrends attestiert der ukrainischen Strategie Erfolg: "Dem Bild des brennenden Moskaus kann sich niemand entziehen; die Taktik der Ukraine wirkt." Die Kombination aus physischen Angriffen und digitalen Nadelstichen scheint Russlands Selbstbild der Unverwundbarkeit nachhaltig zu erschüttern.
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loc/news.de/stg
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