Nato-Alarm in Rumänien: Drohnen-Explosion in Nato-Land sorgt für Ausnahmezustand

Panik am Schwarzen Meer! Im wichtigen Öl- und Handelshafen von Constanța ist eine Seedrohne explodiert – mitten in einem sensiblen Nato-Gebiet. Zwar gibt es keine Verletzten, doch die Angst vor weiteren Vorfällen wächst.

Erstellt von - Uhr

Die Aufnahme zeigt den rumänischen Schwarzmeerhafen Constanța, in dem am Freitag eine Seedrohne explodiert ist. (Foto) Suche
Die Aufnahme zeigt den rumänischen Schwarzmeerhafen Constanța, in dem am Freitag eine Seedrohne explodiert ist. Bild: Adobe Stock/dudlajzov
  • Im Hafen von Constanța explodiert eine Seedrohne nahe eines Ölterminals – der Hafen wurde evakuiert
  • Rumänien spricht von zweitem Sicherheitsvorfall binnen einer Woche
  • EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen macht Russland für die Eskalation verantwortlich

Im rumänischen Schwarzmeerhafen Constanța ist am Freitag eine Seedrohne in der Nähe eines Ölterminals explodiert. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums handelte es sich um eine Selbstdetonation einer Marinedrohne, wie sie im Krieg in der benachbarten Ukraine eingesetzt wird. Opfer gab es keine.

Nato-Alarm: Drohne explodiert inrumänischem Schwarzmeerhafen Constanța

Der Hafen wurde umgehend evakuiert. Anwohner entlang der rumänischen Schwarzmeerküste erhielten die Anweisung, sich in Sicherheit zu bringen. Zwei Hubschrauber durchsuchten das Gebiet nach möglichen weiteren Drohnen.

Großalarm an der Nato-Grenze – Behörden reagieren sofort

"Wir wissen jetzt, dass das Risiko einer Selbstdetonation besteht, wir haben evakuiert, falls es weitere Drohnen gibt", erklärte der stellvertretende Innenminister Raed Arafat laut "Reuters". Er betonte: "Wir geraten nicht in Panik, die Maßnahmen sind rein präventiv."

Zweiter Sicherheitsvorfall binnen einer Woche

Rumäniens Präsident Nicușor Dan bezeichnete die Explosion als zweiten bedeutenden Sicherheitsvorfall dieser Woche an der rumänischen Küste. Zuvor war zwischen den Ortschaften Vama Veche und 2 Mai eine Seemine entdeckt worden. Hinzu kommt der Drohneneinschlag in Galați.

Die Sicherheitskräfte hätten schnell reagiert und das Gebiet noch vor der Detonation vorsorglich geräumt, teilte Dan auf X mit. Die Umstände, wie die Drohne in den Hafen gelangen konnte, würden derzeit untersucht.

Sicherheitslage an Nato-Grenze angespannt

Angesichts des militärischen Konflikts an der Grenze sei die Sicherheitslage offensichtlich angespannt, so der Präsident. Rumänien werde daher ein hohes Maß an Wachsamkeit aufrechterhalten und als Nato-Mitglied eng mit seinen Verbündeten zusammenarbeiten.

Von der Leyen macht Russland verantwortlich: "Direkte Folge des russischen Krieges"

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen drückte ihre Solidarität mit Rumänien aus. Eine Woche nach dem Drohnenabsturz in einem Wohngebäude in Galați sei nun eine Marinedrohne im Hafen von Constanța aufgetaucht, schrieb sie auf X.

"Dies ist eine direkte Folge des Krieges, den Russland gegen die Ukraine führt", erklärte von der Leyen. Die Bedrohung für die Länder an der östlichen EU-Grenze wachse zunehmend. Die Solidarität mit jedem betroffenen Mitgliedstaat sei absolut.

Europa investiere massiv in Anti-Drohnen-Kapazitäten, Luftverteidigung und Frühwarnsysteme, betonte die Kommissionspräsidentin. Das SAFE-Programm werde zum Aufbau eines stärkeren Rumäniens und eines stärkeren Europas beitragen.

28 Drohneneinflüge seit Beginn der Donau-Angriffe

Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Grenzverletzungen ein. Seit Russland begann, ukrainische Häfen an der Donau anzugreifen, registrierte das rumänische Verteidigungsministerium 28 Einflüge russischer Drohnen in den eigenen Luftraum. Auch ukrainische Drohnentrümmer landeten bereits auf rumänischem Territorium.

Erst vor einer Woche schlug eine russische Drohne in ein Wohngebäude in der südostrumänischen Stadt Galați nahe der ukrainischen Grenze ein. Zwei Menschen wurden dabei verletzt. Es war das erste Mal seit Kriegsbeginn, dass eine Drohne ein dicht besiedeltes Gebiet in einem Nato-Staat traf.

Rumänien teilt eine 650 Kilometer lange Grenze mit der Ukraine und ist sowohl Nato- als auch EU-Mitglied.

Auch diese Politik-News sind einen Blick wert:

/news.de/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.