Ukraine-Krieg aktuell: Wladimir Putin plötzlich verwundbar - Kreml-Blogger warnt vor Kollaps

Auf der von Russland besetzten Krim wird Treibstoff rationiert, während ukrainische Drohnen systematisch Nachschubkonvois zerstören - sogar der prominenteste prorussische Militärblogger warnt vor einem drohenden Kollaps der Versorgungswege. Das Institute for the Study of War sieht ein enges Zeitfenster, in dem die Ukraine die Verwundbarkeit russischer Truppen im Süden ausnutzen kann.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Im Februar 2022 ist Wladimir Putin zu einem vollständigen Angriff auf die Ukraine übergegangen. (Foto) Suche
Im Februar 2022 ist Wladimir Putin zu einem vollständigen Angriff auf die Ukraine übergegangen. Bild: picture alliance/dpa/Pool Reuters | Maxim Shemetov
  • Wladimir Putins Truppen plötzlich verwundbar
  • Versorgungskrise auf der Krim - Kreml-Blogger warnt vor Kollaps
  • Wladimir Putin: Atomkraftwerk wird zur strategischen Falle

Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine hat nach Einschätzung von Militärfachleuten einen Wendepunkt erreicht. Ukrainische Drohnenangriffe fügen den russisch kontrollierten Gebieten im Süden des Landes zunehmend empfindliche Verluste zu. Die veränderte Kampfführung markiert einen deutlichen Bruch mit der bisherigen Kriegsführung.

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Ukraine-Krieg aktuell: Wladimir Putin feuert Oreschnik-Rakete ab

Zeitgleich fliegt Russland seit dem Wochenende verstärkt Angriffe gegen ukrainische Ziele. Besonders die Hauptstadt Kiew geriet unter massiven Beschuss, wobei Moskau sogar eine Oreschnik-Rakete einsetzte.

Kremlchef Wladimir Putin rechtfertigt die Schläge als Reaktion auf einen ukrainischen Angriff auf ein Wohnheim in Starobilsk, bei dem nach russischen Angaben über 20 Zivilisten starben. Fachleute bewerten die russischen Offensiven jedoch anders. Sie interpretieren die Angriffe als Zeichen der Verzweiflung angesichts der wirkungsvollen ukrainischen Drohnenkampagne.

Wladimir Putins Truppen plötzlich verwundbar

Die US-Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW) hat in einer aktuellen Einschätzung einen grundlegenden Wandel in der Kriegsführung festgestellt.

  • Die Analysten führen dies auf ukrainische Erfolge bei der Abwehr russischer Vorstöße und der Wiedererlangung besetzter Territorien zurück, kombiniert mit dem erneuten Einsatz beweglicher mechanisierter Operationen.

Diese Entwicklung wird jedoch nicht von Dauer sein.

  • Das ISW prognostiziert, dass Russlands militärische Anpassungsfähigkeit die derzeitigen ukrainischen Taktiken mittelfristig neutralisieren wird.

Bis dahin verfüge die Ukraine über "die einmalige und zeitlich begrenzte Gelegenheit, ihre derzeitige Initiative zu nutzen, solange die russischen Streitkräfte verwundbar bleiben", heißt es in der Analyse.

Russische Versorgungskrise auf der Krim - Kreml-Blogger warnt vor Kollaps

Seit Anfang Mai hat die ukrainische Armee ihre Drohneneinsätze gegen russische Versorgungsfahrzeuge massiv verstärkt. Die unbemannten Fluggeräte attackieren gezielt Transporte, die Waren in die Regionen Cherson und Saporischschja sowie auf die Halbinsel Krim bringen sollen. Diese Strategie zeigt mittlerweile deutliche Wirkung auf die Versorgungslage in den besetzten Territorien.

Auf der Krim herrscht inzwischen Mangel an verschiedenen Gütern, wie der prorussische Militärblogger Rybar einräumt. Besonders gravierend ist die Kraftstoffsituation: Treibstoff wird nur noch rationiert abgegeben. Die Bevölkerung spürt die Auswirkungen der unterbrochenen Nachschublinien im Alltag. Allein die Tatsache, dass sich ein Moskau-freundlicher Analyst derart besorgt äußert, gilt als Indikator für die Schwere der Krise aus russischer Perspektive.

Die Gefahr eines Durchbruchs der ukrainischen Streitkräfte durch die russischen Abwehrstellungen ist real. Sollte dies gelingen, droht eine nahezu vollständige Destabilisierung der bereits stark belasteten Versorgungswege zur Krim und den südlichen Frontabschnitten, räumt der Blogger ein. Die strategischen Nachschubkorridore stehen damit vor dem möglichen Kollaps.

Ukraine-Krieg aktuell: Russische Stellungen bei Kamjanske fallen

Im Raum Kamjanske in der Region Saporischschja spitzt sich die militärische Lage für russische Truppen besonders dramatisch zu. Ukrainische Verbände haben an mehreren Stellen Terrain zurückgewonnen und die russischen Einheiten zum Rückzug gezwungen. Die Ortschaften Stepnohirsk und Plavni gelten mittlerweile faktisch als verloren, bestätigt der Rybar.

Die ukrainischen Erfolge machen russische Gebietsgewinne aus der Offensive zu Jahresbeginn 2025 weitgehend zunichte. Rybar äußert die Sorge, dass Kiew entlang der Achse Kamjanske-Schtscherbaky möglicherweise eine größere Offensive plant.

Wladimir Putin: Atomkraftwerk wird zur strategischen Falle

Parallel zur Bodenoffensive intensiviert die Ukraine ihre Drohnenschläge gegen Städte in der Region Saporischschja massiv. Kamjanka-Dniprowska, Wodjane und Enerhodar stehen unter permanentem Beschuss. Lokale Quellen berichten von Angriffsserien, die sich im Rhythmus von 20 bis 30 Minuten wiederholen, so Rybar.

Die strategische Brisanz der Lage liegt im nahegelegenen Kernkraftwerk Saporischschja, das sich unter russischer Kontrolle befindet. Sollte die Anlage verloren gehen, wäre dies für Russland ein schwerer militärischer und politischer Rückschlag, warnt der Militärblogger. Gleichzeitig bindet das Kraftwerk Moskaus Handlungsmöglichkeiten: Umfangreiche Luftangriffe zur Verteidigung des Gebiets sind wegen der nuklearen Gefahr praktisch ausgeschlossen.

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