Donald Trump: Neuer Flüchtlingsplan sorgt für Entsetzen – Trump spricht von "weißem Genozid"

Donald Trump verschärft den Streit mit Südafrika: Die USA wollen künftig deutlich mehr weiße Südafrikaner als Flüchtlinge aufnehmen. Kritiker werfen der Regierung vor, rechte Verschwörungserzählungen salonfähig zu machen.

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Donald Trump sorgt mit Flüchtlingsplan für Eklat. (Foto) Suche
Donald Trump sorgt mit Flüchtlingsplan für Eklat. Bild: picture alliance/dpa/AP | Julia Demaree Nikhinson
  • USA wollen deutlich mehr weiße Südafrikaner als Flüchtlinge aufnehmen
  • Trump spricht erneut von angeblicher Verfolgung der Afrikaaner
  • Südafrika weist die Vorwürfe zurück und kritisiert Washington scharf

Die US-Regierung hat angekündigt, die Zahl der weißen Südafrikaner, die sie als Flüchtlinge aufnimmt, drastisch zu erhöhen. Statt der ursprünglich geplanten 7.500 sollen nun bis zu 17.500 Afrikaaner im laufenden Haushaltsjahr in die Vereinigten Staaten kommen dürfen. Das Außenministerium in Washington übermittelte am Montag eine entsprechende Notfallmitteilung an den Kongress. Als Begründung nannte die Behörde "unvorhergesehene Entwicklungen in Südafrika", die eine "Notfall-Flüchtlingssituation" geschaffen hätten. Die Kosten für die zusätzliche Aufnahme von 10.000 weiteren weißen Südafrikanern beziffert das State Department auf rund 100 Millionen Dollar, wie die Nachrichtenagentur Associated Press unter Berufung auf das Dokument berichtet.

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Donald Trump spricht von "weißem Genozid"

Seit seinem Amtsantritt im Januar 2025 hat Donald Trump wiederholt die unbelegte Behauptung verbreitet, weiße Afrikaaner würden in Südafrika rassistisch verfolgt und einem "weißen Genozid" ausgesetzt sein. Die südafrikanische Regierung hat diese Darstellung entschieden zurückgewiesen.

Die Spannungen zwischen beiden Ländern haben sich seither deutlich verschärft. Washington kürzte Hilfsgelder für Südafrika und boykottierte den G20-Gipfel in Johannesburg im vergangenen Jahr. Zudem wurde Südafrika vom diesjährigen G20-Treffen ausgeladen, das in einem Trump-Resort in Miami stattfinden soll.

Parallel zur Aufnahme weißer Südafrikaner setzte die US-Regierung im Mai 2025 das reguläre Flüchtlingsprogramm aus. Davon betroffen sind Menschen, die vor Krieg und Verfolgung in Afghanistan, der Demokratischen Republik Kongo und dem Sudan fliehen.

Razzia im US-Flüchtlingszentrum verschärft Konflikt

Die südafrikanische Regierung weist die Vorwürfe aus Washington kategorisch zurück. Im Dezember durchsuchten südafrikanische Behörden ein US-Flüchtlingsverarbeitungszentrum im Land – ein Vorgang, den Washington als "inakzeptabel" bezeichnete. Pretoria verteidigte die Aktion mit der Abschiebung von sieben Kenianern, die ohne gültige Arbeitserlaubnis im Land tätig gewesen seien. Das State Department wirft der südafrikanischen Regierung nun vor, das US-Umsiedlungsprogramm systematisch zu untergraben und Afrikaaner anzugreifen. Diese Rhetorik erstrecke sich über "mehrere Ministerien und politische Parteien". Die "eskalierende Feindseligkeit" erhöhe die Risiken für Afrikaaner in Südafrika, die bereits "weitreichender staatlich geförderter rassistischer Diskriminierung" ausgesetzt seien, heißt es in der Mitteilung an den Kongress.

Apartheid-Erbe und die Wurzeln einer Verschwörungstheorie

Die Afrikaaner stammen von niederländischen und französischen Siedlern ab und herrschten während der Apartheid über Südafrika. Unter diesem System unterdrückten sie die schwarze Mehrheit und hielten sie in Armut, während die weiße Minderheit Sicherheit und Wohlstand genoss.

Nach dem Ende der Apartheid schufen Förderprogramme eine schwarze Elite und Mittelschicht. Dennoch bleibt das Land mehr als drei Jahrzehnte nach Nelson Mandelas Amtsantritt zutiefst ungleich: Während etwa 12 Prozent der weißen Südafrikaner arbeitslos sind, liegt die Quote bei schwarzen Südafrikanern bei 48 Prozent.

Die Theorie eines "weißen Genozids" ist seit langem ein Kernnarrativ der rassistischen extremen Rechten. In jüngerer Zeit wurde sie auch vom in Südafrika geborenen Milliardär Elon Musk und dem rechten Medienmacher Tucker Carlson verbreitet.

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