Donald Trump: Reise kurzfristig abgesagt - US-Präsident zieht Reißleine

Trump stoppt seine Delegation kurz vor dem Abflug nach Pakistan mit der Begründung, die USA hätten "alle Trümpfe in der Hand". Der iranische Außenminister war da bereits wieder aus Islamabad abgereist, ohne einen einzigen US-Vertreter getroffen zu haben.

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Donald Trump hat seine Sondergesandten zurückgepfiffen. (Foto) Suche
Donald Trump hat seine Sondergesandten zurückgepfiffen. Bild: picture alliance/dpa/AP | Mark Schiefelbein
  • Trump stoppt kurzfristig US-Delegation nach Pakistan
  • Begründung: "Wir haben alle Trümpfe in der Hand"
  • Iran-Minister reist ab – keine Gespräche mit den USA

Die geplante Reise von US-Sondergesandtem Steve Witkoff und Jared Kushner nach Pakistan findet vorerst nicht statt. Donald Trump stoppte den Abflug seiner Delegation kurzfristig, wie der Sender "Fox News" berichtete.

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Der US-Präsident begründete die Entscheidung mit deutlichen Worten: "Ich habe meinen Leuten vor kurzem gesagt, als sie sich gerade auf den Weg machen wollten: 'Nein, ihr macht keinen 18-stündigen Flug dorthin. Wir haben alle Trümpfe in der Hand. Sie können uns jederzeit anrufen, aber ihr werdet keine weiteren 18-stündigen Flüge mehr unternehmen, nur um dort herumzusitzen und über nichts zu reden.'" Auch "Axios"-Reporter Barak Ravid bestätigte die Absage und verwies auf ein Telefoninterview mit dem US-Präsidenten.

Jared Kushner (l) und Steve Witkoff (Foto) Suche
Jared Kushner (l) und Steve Witkoff Bild: Jacquelyn Martin/POOL AP/dpa/dpa

Abbas Araghtschi verlässt Islamabad ohne US-Kontakt

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hatte die pakistanische Hauptstadt bereits wieder verlassen, bevor die amerikanische Delegation überhaupt hätte eintreffen können. Laut pakistanischen Sicherheitskreisen kam es zu keinem Zusammentreffen mit US-Vertretern. Während seines Aufenthalts in Islamabad führte Araghtschi am Samstag Unterredungen mit hochrangigen pakistanischen Vertretern. Zunächst traf er sich mit Armeechef Feldmarschall Asim Munir, der bei den Vermittlungsbemühungen eine zentrale Rolle einnimmt. Anschließend folgte ein rund zweistündiges Gespräch mit Premierminister Shebaz Sharif, wie dessen Büro mitteilte.

Iran wollte keine direkten Gespräche

Der Besuch des iranischen Chefdiplomat in Pakistan diente der Abstimmung mit dem Vermittlerland. Araghtschi war am Freitagabend nach Islamabad gereist, um mit pakistanischen Vertretern einen Gegenvorschlag für die Verhandlungen mit Washington zu erörtern.

Die iranische Seite hatte von Beginn an klargestellt, dass bei dieser Reise keine Begegnungen mit amerikanischen Vertretern vorgesehen seien. Dennoch gab es Spekulationen über mögliche indirekte Verhandlungen zwischen beiden Ländern – also einen Austausch von Botschaften über die pakistanischen Vermittler. Pakistan nimmt in dem Konflikt eine Schlüsselrolle als Mittler ein.

Rückkehr des iranischen Ministers erwartet

Nach Informationen des US-Senders "CBS News" rechnen pakistanische Beamte damit, dass Araghtschi am Sonntag oder Montag erneut in Islamabad eintreffen wird. Die Verhandlungen über eine Beilegung des Iran-Konflikts könnten damit fortgesetzt werden. Für den iranischen Außenminister stehen zunächst weitere diplomatische Stationen auf dem Programm. Nach seinem Besuch in Pakistan plant Araghtschi Reisen in den Oman sowie nach Moskau. Ob es bei einer möglichen Rückkehr nach Islamabad zu Kontakten mit US-Vertretern kommen könnte, bleibt offen – die amerikanische Seite hat ihre Delegation vorerst zurückgehalten.

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/news.de/dpa/stg

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