Donald Trump: Weltordnung gerät ins Wanken - China rüstet den Iran auf

Während US-Raketen über dem Iran fliegen, bereitet China offenbar heimlich Waffenlieferungen an Teheran vor – und nutzt Amerikas Ablenkung, um seinen Griff nach Taiwan und dem Südchinesischen Meer zu verstärken.

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Laut Medienberichten bereitet der chinesische Präsident Xi Jinping Waffenlieferungen an den Iran vor. Donald Trump brach indes die Verhandlungen mit Teheran ab. (Foto) Suche
Laut Medienberichten bereitet der chinesische Präsident Xi Jinping Waffenlieferungen an den Iran vor. Donald Trump brach indes die Verhandlungen mit Teheran ab. Bild: dpa/AP/Mark Schiefelbein
  • Donald Trump verhandelt und droht - Iran-Krieg ein Fehler?
  • Folgen von "Epic Fury" für die Weltordnung - China soll Teheran mit Waffen beliefern
  • Amerikas Macht schwindet - Weltordnung plötzlich durcheinandergeworfen

Donald Trumps Entscheidung für ein Einschreiten im Iran zieht gewaltige Konsequenzen nach sich. Das wird heute, rund zweieinhalb Monate nach Beginn der Militäroperation "Epic Fury", mehr als deutlich.

Die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran sind ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Donald Trump indes plant, durch eine Meeresblockade den Iran zur Öffnung der Straße von Hormus zu zwingen - ein gewagter Schritt.

Doch trotz seiner militärischen Schwäche könnte der Iran nun möglicherweise sogar auf weitere Unterstützung hoffen - und diese bringt eine gewisse Schlagkraft mit sich.

Liefert China heimlich Waffen an den Iran?

Nach Informationen von "CNN" bereitet die chinesische Führung unter Xi Jinping offenbar Waffenlieferungen an das iranische Regime vor. Der Sender stützt sich dabei auf drei Quellen mit Zugang zu Erkenntnissen amerikanischer Nachrichtendienste. Konkret soll es um tragbare Flugabwehrraketen gehen, sogenannte Manpads. Besonders brisant: Peking versuche demnach, die Lieferungen über Drittstaaten abzuwickeln, um deren Ursprung zu verbergen.

Die chinesische Botschaft in Washington wies die Anschuldigungen entschieden zurück: "China hat niemals Waffen an irgendeine Konfliktpartei geliefert, die fraglichen Informationen sind unwahr."

Peking profitiert von Amerikas Fokus auf den Nahen Osten

Der Konflikt am Persischen Golf könnte China erhebliche strategische Vorteile verschaffen. Laut "Bild"-Zeitung war die Volksrepublik auf steigende Ölpreise deutlich besser vorbereitet als andere Staaten in der Region.

Noch bedeutsamer: Die Bindung amerikanischer Ressourcen im Iran-Krieg eröffnet China neue Handlungsspielräume. In der Taiwanstraße und im Südchinesischen Meer kann Peking nun mit größerem Selbstbewusstsein auftreten. Die Verlegung des Flugzeugträgers USS Abraham Lincoln aus dem Südchinesischen Meer in den Nahen Osten verdeutlicht die entstehende militärische Lücke im Indopazifik.

Seoul zwischen Abzugsdrohungen und schwindendem Schutz

Besonders in Südkorea hat sich tiefe Verunsicherung breitgemacht. US-Präsident Trump warf dem Nato-Partner wiederholt vor, nicht genug für den amerikanischen Schutzschirm zu zahlen. Mehrfach stellte er den Abzug der etwa 28.500 in Südkorea stationierten US-Soldaten in Aussicht.

Die Sorgen sind nicht unbegründet: Bereits Anfang März wurde bekannt, dass Teile eines in Südkorea stationierten Raketenabwehrsystems in den Nahen Osten verlegt werden sollten. Japanische Medien meldeten zudem die Verlegung mehrerer US-Militäreinheiten aus Ostasien in Richtung Persischer Golf.

Taiwan bangt um amerikanische Waffenlieferungen

Der Inselstaat Taiwan gerät durch den Konflikt am Golf zunehmend in Bedrängnis. Das Land, das China notfalls auch militärisch annektieren will, ist auf Rüstungslieferungen aus den USA angewiesen.

Der taiwanesische Sicherheitsexperte Su Tzu-yun warnt vor mittelfristigen Folgen für die Waffenverkäufe an sein Land. Er verweist darauf, dass Washington im Iran-Krieg bereits mehr Patriot-Raketen verschossen habe, als die amerikanische Industrie pro Jahr produzieren könne.

Mit der Entscheidung, den Iran anzugreifen -  eine, die der US-Präsident offenbar gegen den Willen seiner Berater aus einer reinen Bauchentscheidung traf – wurde die Weltordnung durcheinandergeworfen. Der asiatische Raum profitiert nach und nach - und soll Teheran nun sogar militärisch unterstützen.

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