Wladimir Putin: Waffenruhe gebrochen - Ukraine meldet tausende Angriffe trotz Osterfrieden
Die Osterwaffenruhe im Ukraine-Krieg steht erneut unter Beschuss. Beide Seiten melden massive Verstöße und werfen sich gegenseitig Angriffe vor. Von echter Entspannung kann keine Rede sein.
Erstellt von Mia Lada-Klein - Uhr
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- Ukraine meldet über 2.200 Verstöße gegen Waffenruhe
- Russland und Ukraine beschuldigen sich gegenseitig
- Selenskyj fordert Verlängerung der Feuerpause
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Trotz einer angekündigten Waffenruhe zum orthodoxen Osterfest kommt es im Ukraine-Krieg weiterhin zu schweren Kämpfen und gegenseitigen Vorwürfen. Beide Seiten beschuldigen sich, die Feuerpause systematisch zu brechen.
Tausende Verstöße durch Wladimir Putins Soldaten laut Ukraine
Der ukrainische Generalstab meldete kurz nach Beginn der Waffenruhe eine massive Eskalation. Insgesamt sei es innerhalb weniger Stunden zu 2.299 Verstößen gekommen. Dazu zählen laut Angaben 28 direkte Angriffe, 479 Beschussvorfälle sowie rund 1.792 Einsätze von Drohnen. Zum Einsatz gekommen seien dabei insbesondere Drohnen der Typen Lancet, Molniya und FPV. Raketen, Gleitbomben oder Shahed-Drohnen seien in diesem Zeitraum hingegen nicht registriert worden, heißt es aus Kiew. Auch aus der Luftwaffe wurde von einer nur kurzen Phase relativer Ruhe berichtet. Einzelne Regionen seien jedoch weiterhin Ziel von Angriffen geblieben.
Ukraine’s General Staff says Russia racked up 2,299 ceasefire violations from 4 pm to 7 am, including 28 assaults, 479 shelling incidents and 1,792 Lancet, Molniya and FPV strikes. No missiles, glide bombs or Shaheds. https://t.co/EA5vPi5nlu pic.twitter.com/OoUMqRyWiT
— WarTranslated (@wartranslated) April 12, 2026
Social-Media-Zitat verbreitet Lagebericht weiter
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt die Entwicklung durch Berichte in sozialen Netzwerken. Der Kriegsblogger @wartranslated schrieb auf der Plattform X unter Berufung auf den ukrainischen Generalstab, Russland habe "zwischen 16 Uhr und 7 Uhr morgens 2.299 Verstöße gegen den Waffenstillstand begangen". In seiner Zusammenfassung heißt es weiter, darunter befänden sich "28 Angriffe, 479 Beschussvorfälle und 1.792 Schläge mit Lancet-, Molniya- und FPV-Drohnen". Gleichzeitig werde betont, dass keine Raketen, Gleitbomben oder Shahed-Drohnen eingesetzt worden seien.
Zerstörter Krankenwagen und neue Opfermeldungen
Besonders schwer wiegen Berichte aus der Region Sumy, wo laut "Focus" ein Krankenwagen durch eine Drohne zerstört worden sein soll. Drei Menschen wurden dabei verletzt. In der Gemeinde Hluchiw traf ein weiterer Angriff ein medizinisches Fahrzeug. Auch aus dem Gebiet Huljajpole werden tödliche Angriffe auf einen Transport verwundeter Soldaten gemeldet. Laut dem Analyseportal "DeepState" sollen dabei mehrere ukrainische Soldaten getötet worden sein. Angriffe auf medizinische Transporte gelten nach internationalem Recht als besonders schwerwiegend.
Russland spricht von ukrainischen Angriffen
Das russische Verteidigungsministerium weist die Vorwürfe zurück und erhebt seinerseits schwere Anschuldigungen gegen die Ukraine. Insgesamt seien demnach 1.971 Verstöße durch ukrainische Einheiten registriert worden. Russische Stellungen seien trotz der angekündigten Waffenruhe angegriffen worden, unter anderem in den Regionen Donezk und Dnipropetrowsk. Alle Angriffe seien abgewehrt worden, heißt es aus Moskau. Zugleich betont die russische Seite, dass eigene Truppen sich an die von Präsident Wladimir Putin angeordnete Feuerpause gehalten hätten.
Humanitäre Geste mit kurzer Wirkung
Die Waffenruhe war von Russland als zeitlich begrenzte humanitäre Maßnahme zum orthodoxen Osterfest angekündigt worden. Sie sollte bis Sonntagabend gelten und der Zivilbevölkerung eine kurze Verschnaufpause ermöglichen.
Wolodymyr Selenskyj fordert längere Feuerpause
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte sich im Vorfeld in einer abendlichen Videobotschaft zunächst vorsichtig hoffnungsvoll. Er betonte, Ostern müsse eine Zeit des Friedens sein, und sprach sich für eine Verlängerung der Waffenruhe aus. Zugleich machte er deutlich, dass Russland erneut zeige, ob es den Weg des Friedens oder des Krieges wähle. Sollte die Feuerpause scheitern, werde dies auch international klare Konsequenzen haben.
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mlk/news.de/dpa
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