Wladimir Putin im Ukraine-Krieg: Kreml-Papier legt Verluste offen - Plan für Truppen-Aufstockung als "Wunschdenken" entlarvt
Vier Jahre Ukraine-Krieg haben die russische Armee schwer gebeutelt, wie ein Geheimpapier aus dem Kreml verrät. Wladimir Putin will mit einem kühnen Plan zur Aufstockung seiner Truppen gegensteuern, den Experten als "Wunschdenken" abstempeln.
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
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- Wladimir Putin bloßgestellt von eigenen Geheimdienstberichten
- Vertrauliche Zahlen aus dem Kreml offenbaren mehr als 1,3 Millionen getötete und verwundete russische Soldaten
- Wladimir Putins militärische Vergrößerungspläne zu unrealistischem "Wunschtraum" erklärt
Die vier Jahre, die seit Beginn von Wladimir Putins Angriffskrieg auf die Ukraine ins Land gezogen sind, haben in der russischen Armee eine Schneise der Verwüstung hinterlassen: Immer wieder wird von den verheerenden Verlusten berichtet, die die russische ebenso wie die ukrainische Seite hinnehmen müssen. Zwar wird seitens des ukrainischen Verteidigungsministeriums immer wieder gemutmaßt, wie hoch die Zahl der eliminierten russischen Soldaten ist, doch offizielle Angaben aus dem Kreml gab es nicht - bis jetzt.
Geheimer Kreml-Bericht legt verheerende Verluste in Wladimir Putins Armee offen
Einem Bericht von "Kyiv Independent" zufolge wurde der ukrainischen Regierung um Präsident Wolodymyr Selenskyj ein internes Kreml-Dokument zugespielt, das die schonungslose Wahrheit über Wladimir Putins personelle Verluste im Ukraine-Krieg aufzeigt. Die als geheim klassifizierten Unterlagen beziffern demnach die russischen Verluste im Ukraine-Krieg auf erschütternde 1,315 Millionen getötete und verwundete Soldaten seit Februar 2022.
Das gab der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am 10. März bekannt, nachdem er sich mit dem neuen Geheimdienstchef Oleh Iwaschenko getroffen hatte. Die brisanten Zahlen stammen laut Selenskyj aus geheimen Unterlagen, die ukrainische Nachrichtendienste beschaffen konnten. "Wir haben Grund zu der Annahme, dass diese Zahlen untertrieben sind", erklärte der Präsident in sozialen Medien.
Seit mehr als drei Jahren verweigert Moskau jegliche offizielle Angaben zu den eigenen Verlusten. Die letzte russische Stellungnahme zu Opferzahlen liegt Jahre zurück – selbst damals galten die Angaben als stark geschönt.
Wladimir Putins Soldaten sterben im Rekordtempo - Verhältnis von Gefallenen zu Verwundeten verschiebt sich dramatisch
Besonders alarmierend ist die Verschiebung beim Verhältnis zwischen getöteten und verwundeten Soldaten. Laut Selenskyj entfallen mittlerweile 62 Prozent der russischen Verluste auf Gefallene, während nur noch 38 Prozent auf Verwundete kommen. Diese ungewöhnliche Verteilung deutet auf extrem verlustreiche Kampfhandlungen hin. Die aus dem Kreml stammenden Zahlen decken sich weitgehend mit den Berechnungen des ukrainischen Generalstabs. Dieser bezifferte die russischen Verluste zum 10. März auf etwa 1.274.990 Soldaten. Diese Angaben umfassen nach allgemeiner Einschätzung Getötete, Verwundete, Vermisste und Gefangene. Das unabhängige russische Medium "Mediazona" konnte gemeinsam mit dem BBC-Dienst für Russland bis Anfang März die Identität von mehr als 200.000 in der Ukraine gefallenen russischen Militärangehörigen bestätigen.
Ukraine-Krieg dezimiert russische Armee heftiger denn je
Westliche Militärexperten stufen das vergangene Jahr als das verlustreichste seit Kriegsbeginn ein. Mindestens 400.000 russische Soldaten wurden 2025 getötet, verwundet oder gelten als vermisst. Nach einigen Schätzungen übertrifft diese Zahl sogar die Gesamtverluste der Jahre 2022 bis 2024. Das Center for Strategic and International Studies (CSIS) beziffert die monatlichen russischen Verluste auf etwa 35.000 Personen. Insgesamt geht das Institut von knapp 1,2 Millionen Gefechtsopfern zwischen Februar 2022 und Dezember 2025 aus. Diese Dimensionen sind historisch beispiellos: Es handelt sich um die schwersten Verluste einer Großmacht in einem bewaffneten Konflikt seit dem Zweiten Weltkrieg.
Wladimir Putin kämpft verzweifelt gegen Personalmangel nach vier Jahren Ukraine-Krieg
Die enormen Verluste zwingen Wladimir Putin zu drastischen Maßnahmen bei der Aufstockung seiner Truppen. Laut John Hardie von der Foundation for Defense of Democracies mussten im vergangenen Jahr "möglicherweise bis zu 90 Prozent der Rekruten" allein dafür eingesetzt werden, gefallene und verwundete Soldaten zu ersetzen. Für den Aufbau neuer Einheiten blieb kaum Spielraum. Der Kreml vermeidet weiterhin eine Generalmobilmachung und setzt stattdessen auf freiwillige Vertragssoldaten, die mit hohen Prämien gelockt werden. Diese Strategie soll politische Unruhen verhindern, wie sie nach der Teilmobilmachung 2022 auftraten.
Neues Dekret soll Putin-Armee vergrößern - Experten entlarven "Wunschdenken"
Mit dem Erlass eines neuen Dekrets legte Wladimir Putin Anfang März fest, dass die russischen Streitkräfte auf eine Truppenstärke von bis zu 2.391.770 Soldaten ausgeweitet werden könne, von denen gut 1,5 Millionen als aktives Personal eingestuft werde. Militär-Experten wie Kateryna Stepanenko, ihres Zeichens Russland-Analystin am Institut für Kriegsstudien, hält diese Zahlen jedoch für unrealistisches "Wunschdenken" des Kreml-Chefs. "Die Angaben "repräsentieren eher, wie der Kreml die russische Armee langfristig sehen möchte, als die aktuelle Truppenzusammensetzung, die in der Ukraine kämpft", sagte Stepanenko gegenüber "Kyiv Independent". Aktuell sind nach Angaben des von "Kyiv Independent" zitierten ukrainischen Oberbefehlshabers Oleksandr Syrskyj mehr als 710.000 russische Soldaten an der Front stationiert. Dem stehen rund 880.000 ukrainische Soldaten gegenüber.
Vier Jahre Ukraine-Krieg: Auch Selenskyjs Armee zahlt einen hohen Blutzoll
Die Verluste auf ukrainischer Seite sind ebenfalls erheblich, wenn auch deutlich geringer als die russischen. Präsident Wolodymyr Selenskyj bezifferte die Zahl der gefallenen ukrainischen Soldaten Anfang Februar auf mindestens 55.000 seit Beginn der russischen Großinvasion. Ein Bericht des CSIS vom Januar 2026 geht von insgesamt 500.000 bis 600.000 ukrainischen Opfern zwischen Februar 2022 und Dezember 2025 aus. Davon seien schätzungsweise 100.000 bis 140.000 im Kampf gefallen. Das Verhältnis der Gesamtverluste zeigt dennoch eine deutliche Asymmetrie: Während Russland nach eigenen internen Schätzungen über 1,3 Millionen Soldaten verlor, liegen die ukrainischen Verluste bei etwa der Hälfte dieser Zahl.
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