Schlagabtausch nach Landtagswahl: "Ich habe Sie noch nie gesehen!" AfD-Chefin giftet gegen SPD-Generalsekretär
In einer TV-Runde zur Landtagswahl in Baden-Württemberg attackierte Alice Weidel den SPD-Generalsekretär scharf, doch Tim Klüssendorf konterte mit einem Seitenhieb gegen die AfD-Chefin, der es in sich hatte.
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
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- Eklat nach Landtagswahl in Baden-Württemberg
- Alice Weidel giftet gegen SPD-Generalsekretär
- "Sind Sie von der SPD?" AfD-Chefin attackiert Tim Klüssendorf vor laufender Kamera
Wenn in Deutschland Wahlen anstehen, finden sich, kaum dass die Wahllokale schließen, regelmäßig Spitzenvertretende der Parteien in TV-Studios ein, um die Wahlergebnisse vor laufender Kamera zu kommentieren. Auch nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg lud die ARD zu einer Sondersendung, bei der neben AfD-Chefin Alice Weidel auch der SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf mit von der Partie waren. Dabei entbrannte ein hitziger Wortwechsel, als der SPD-Politiker Alice Weidel aus der Reserve lockte, wie unter anderem "Welt" schreibt.
Alice Weidel aus der Reserve gelockt: AfD-Chefin ätzt gegen SPD-Generalsekretär
In gewohnter Manier ätzte die per Videogespräch ins ARD-Hauptstadtstudio zugeschaltete Alice Weidel am Abend der baden-württembergischen Landtagswahl gegen "die unseriöse Haushalts- und Wirtschaftspolitik" der Bundesregierung, die der AfD-Chefin zufolge auf mangelhafte "Wirtschaftskompetenz und Sachverstand" zurückführte. Tim Klüssendorf ließ diese Vorwürfe nicht gelten und gab der AfD-Chefin Kontra: "Das können Sie ja nicht ernst meinen! Wenn man sich Ihr Steuer- und Finanzkonzept ansieht, dann sieht man, dass Sie vor allen Dingen Steuern abschaffen wollen - das sind unfassbare zusätzliche Mindereinnahmen, die Sie da verkünden und gleichzeitig wollen Sie keine zusätzlichen Schulden aufnehmen für Investitionen."
AfD-Chefin wird patzig: "Ich habe sie noch nie gesehen!"
Dass der SPD-Generalsekretär damit einen wunden Punkt bei Alice Weidel traf, war deutlich an der patzigen Antwort der AfD-Chefin zu erkennen, die mit schnippischem Unterton gegen Tim Klüssendorf austeilte: "Sie haben ja gerade mal knapp fünf Prozent eingefahren, Sie sind, glaube ich, von der SPD, ich habe Sie noch nie gesehen. Aber ich glaube, Sie sind von der SPD, nicht wahr?" Tim Klüssendorf konnte Alice Weidel damit nur ein müden Lächeln abringen, doch die AfD-Chefin polterte weiter: "Mit fünf Prozent gerade mal im Landtag... Selbst Ihr Vizekanzler hat noch nie irgendwas mit Finanzpolitik und Steuerpolitik zu tun gehabt und das ist auch der Grund, weshalb Sie dieses Ergebnis einfahren. In Ostdeutschland werden Sie gar nicht mehr im Landtag sitzen!"
Alice Weidel hat SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf noch nie gesehen. pic.twitter.com/qCBu0Ayba1
— julius geiler (@glr_berlin) March 8, 2026
Tim Klüssendorf ließ sich die Provokation nicht gefallen und schlug zurück: "Wenn Frau Weidel ihren Wohnsitz in Deutschland hätte, dann würde sie mich vielleicht kennen." Eine Anspielung auf den bekannten Schweizer Wohnsitz der AfD-Vorsitzenden. Alice Weidel setzte ihre Attacken gegen den SPD-Politiker fort und warf ihm vor, ständig ins Wort zu fallen und nicht zuzuhören. "Sie, wie Sie da stehen, permanent ins Wort zu fallen, nicht zuzuhören, nicht ihre Hausaufgaben zu machen, auch überhaupt nicht ausgebildet zu sein für den Job", hielt sie ihm vor. Das sei "unverantwortlich gegenüber dem Wähler".
Alice Weidel tobt nach Landtagswahl in Baden-Württemberg gegen CDU und Grüne
Neben dem SPD-Generalsekretär nahm sich Weidel auch CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel vor. Dieser sei "so schwach" gewesen, dass am Ende der Grüne Cem Özdemir als Sieger durchs Ziel gegangen sei. Bei der Abstimmung habe es sich um eine "reine Personenwahl" gehandelt, argumentierte die AfD-Chefin. Özdemir habe auf seinen Wahlplakaten nicht einmal die Grünen erwähnt. Besonders scharf kritisierte Weidel die geplante Koalition: Dass Hagel nun freiwillig auf das Amt des Ministerpräsidenten verzichte und unter Özdemir als Juniorpartner in die Regierung eintrete, bezeichnete sie als "beschämend" und "starkes Stück". Die Wähler hätten mehrheitlich eine Mitte-Rechts-Regierung gewollt, so ihre Begründung.
Grünen-Chef Banaszak lobt "tollen Erfolg" bei Landtagswahl
CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann verfolgte die Attacken mit sichtlich angespannter Miene, verzichtete jedoch auf eine Erwiderung zur Brandmauer-Thematik. Stattdessen zeigte er sich erleichtert über das Abschneiden seiner Partei: "Wenn Sie mir gesagt hätten, dass wir mit 30 Prozent herausgehen, hätte ich gesagt: Kaufe ich." Hagel sei "nicht der falsche Kandidat" gewesen. Grünen-Chef Felix Banaszak hingegen ließ sich die gute Laune nicht verderben und sprach von einem "tollen Erfolg" und einem "außerordentlichen" Ergebnis. Er stichelte gegen Weidel, dass Özdemir "immerhin für den Landtag angetreten" sei – im Gegensatz zum AfD-Spitzenkandidaten Markus Frohnmaier. Darauf entgegnete Weidel knapp: "Fair enough."
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loc/news.de/dpa/stg
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