Ukraine-Krieg aktuell: "Er hat Wort gehalten!" Donald Trump verteidigt Kreml-Chef Putin
Aufgrund des bitterkalten Winters in der Ukraine will Donald Trump Wladimir Putin die Zusage einer Waffenruhe abgerungen haben - doch das Bombardement des Kreml-Chefs geht weiter. Der US-Präsident nimmt Putin trotzdem in Schutz.
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
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- Ukraine-Krieg aktuell: Brenzlige Lage wegen Extrem-Winter und russischer Angriffe
- Wladimir Putin bombardiert ukrainische Bevölkerung nach zugesagter Waffenruhe
- Donald Trump verteidigt Kreml-Chef: "Er hat sein Wort gehalten"
In wenigen Wochen wird sich der Beginn des Ukraine-Krieges zum vierten Mal jähren - dass Wladimir Putin das russische Nachbarland weiter ohne Unterlass bombardieren lässt, dürfte Zeichen genug dafür sein, dass die "militärische Spezialoperation" des Kreml-Chefs keineswegs ein baldiges Ende erleben wird. Derzeit macht der ukrainischen Bevölkerung nicht nur Putins Kriegsterror zu schaffen, auch extreme Witterungsbedingungen bringen die Menschen in der Ukraine in größte Not.
Ukraine-Krieg aktuell: Zivilbevölkerung leidet im Extrem-Winter unter russischem Beschuss
In der Nacht auf den 3. Februar 2026, einer der kältesten des Winters, gab es eine weitere Welle schwerer Luftangriffe auf Kiew, Charkiw und andere ukrainische Städte. In der Ukraine ist es derzeit extrem kalt, teilweise herrschen zweistellige Minusgrade. Erneut saßen Millionen Menschen bei strengem Frost ohne Strom und Heizung da. Die Reparaturarbeiten an dem seit Monaten beschädigten Energieversorgungsnetz wurden zurückgeworfen.
Energieminister der Ukraine spricht von "Versuch eines winterlichen Völkermords"
Der ukrainische Energieminister Denys Schmyhal schrieb bei Telegram vom "Versuch eines winterlichen Völkermords". Es habe sich ausschließlich um zivile Ziele gehandelt. Hunderttausende Familien, darunter Kinder, seien gezielt ohne Heizung in strengster winterlicher Kälte zurückgelassen worden.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warf Kreml-Chef Wladimir Putin wegen der Luftangriffe vor, weiter auf Krieg und die Zerstörung der Ukraine zu setzen, nicht auf Diplomatie. Ihm zufolge wurden neun Menschen bei den Attacken verletzt. Russland habe gezielt Energieobjekte angegriffen, Selenskyj sprach von einer Rekordzahl eingesetzter ballistischer Raketen. Zudem beschuldigte der ukrainische Präsident Wladimir Putin, mit den verheerenden Angriffen gegen die zuvor von Donald Trump erwirkte Teilwaffenruhe verstoßen zu haben. "Es war ein Vorschlag der USA: während der diplomatischen Verhandlungen und bei solch kaltem Winterwetter die Angriffe auf die Energieversorgung einzustellen. Es war eine persönliche Bitte des Präsidenten der Vereinigten Staaten", sagte Selenskyj in seiner Videobotschaft. Russland habe auf diese Bitte mit einer Rekordzahl eingesetzter Raketen reagiert.
Putin bombardiert Ukraine mit Drohnen und Raketen - Energie-Infrastruktur im Visier Russlands
Russlands Militär habe mehr als 70 Raketen verschiedener Typen und Marschflugkörper sowie 450 Kampfdrohnen eingesetzt. Die Attacken trafen demnach die nordostukrainischen Regionen Charkiw und Sumy, die Hauptstadt Kiew und ihre Umgebung sowie die Regionen Dnipropetrowsk im Südosten, Odessa im Süden, und Winnyzja im Westen. Inder ukrainischen Hauptstadt waren den Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko zufolge nach Angriffen auf die Infrastruktur am Morgen zwei Stadtteile überwiegend ohne Heizung. In 1.170 Häusern sei die Wärmeversorgung ausgefallen, teilte er mit. Außerdem gebe es Schäden an Wohnhäusern und mehrere Brände.
In der Stadt Charkiw im Nordosten des Landes kündigte Bürgermeister Ihor Terechow nach Beschuss in der Nacht an, dass die Heizflüssigkeit für 820 Häuser abgelassen werden müsse. Das Einfrieren des Netzes soll so verhindert werden. Auch er sprach von gezielten Angriffen auf die Energieinfrastruktur. Nach einem massiven Angriff mit Raketen und Drohnen auf die Energie- und zivile Infrastruktur waren in der Region Odessa im Süden des Landes mehr als 50.000 Einwohner ohne Stromversorgung, wie Gebietsgouverneur Oleh Kiper mitteilte. Wohnhäuser, Lager- und Verwaltungsgebäude sowie Autos seien beschädigt worden. Der Versorger DTEK sprach vom stärksten Angriff gegen die Energiewirtschaft seit Jahresbeginn. Unter Beschuss gerieten demnach Anlagen zur Stromerzeugung und Stromverteilung.
Donald Trump nimmt Putin in Schutz: "Er hat sein Wort gehalten"
Das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte einen massiven Angriff in der Nacht. Er habe sich gegen Unternehmen des militärisch-industriellen Komplexes gerichtet und gegen Energieanlagen, die dafür genutzt würden. Er sei eine Reaktion auf ukrainische Attacken auf zivile Objekte in Russland, hieß es. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.
US-Präsident Donald Trump mag hingegen keinen Wortbruch Wladimir Putins erkennen - im Gegenteil. Der Republikaner hatte nach eigenen Worten in der vergangenen Woche Kreml-Chef Putin um eine begrenzte Waffenruhe gebeten und erklärt, dass Moskau zugesagt habe- ohne dabei auszuführen, ab wann dieser Verzicht gelten solle. Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigte dies - allerdings nur bis zum 1. Februar. Die jüngsten Attacken auf zivile Objekte und vor allem Energieanlagen zeigen, dass diese begrenzte Feuerpause nun vorbei ist. Donald Trump machte am 3. Februar (Ortszeit) vor laufenden Kameras klar, dass er in den russischen Luftangriffen keinen Verstoß gegen seine Absprache mit Putin sieht. Der Kremlchef habe "sein Wort gehalten" und eine Woche lang auf Angriffe verzichtet, sagte Trump.
President Trump: Putin kept his word.
— Anton Gerashchenko (@Gerashchenko_en) February 3, 2026
[Q]:
On Ukraine, Mr. President, yesterday you were talking about how Vladimir Putin had agreed to a pause during the cold weather. Overnight, those attacks have started up.
[President Trump]:
I know.
It was Sunday to Sunday, and it opened… https://t.co/xdgJh7z39j pic.twitter.com/uamvOtbtQ7
Russland fordert für die Beendigung des Kriegs unter anderem einen Verzicht der Ukraine auf den angestrebten Nato-Beitritt und den Abzug von Kiews Militär aus ukrainischen Gebieten, die Moskau bislang nicht einnehmen konnte.
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loc/news.de/dpa
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