Vitali Klitschko: Dringender Appell nach Putin-Angriff - Bürger sollen Kiew verlassen

Nach einem massiven russischen Luftangriff gibt es weiterhin massive Probleme bei der Strom-, Wärme- und Wasserversorgung in Kiew. Bürgermeister Vitali Klitschko rät daher: Wer kann, sollte die ukrainische Hauptstadt vorübergehend verlassen.

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Vitali Klitschko richtete sich mit einem dringenden Ratschlag an die Kiewer Bürger. (Foto) Suche
Vitali Klitschko richtete sich mit einem dringenden Ratschlag an die Kiewer Bürger. Bild: picture alliance/dpa | Lando Hass
  • Vitali Klitschko spricht über prekäre Situation in Kiew nach russischem Angriff in der Nacht
  • Strom, Wärme und Wasser fehlen in Tausenden Haushalten
  • Laut Bürgermeister sollen Menschen die Hauptstadt vorübergehend verlassen, wenn möglich

Die Lage in der Ukraine bleibt dramatisch. Wladimir Putin setzt bei seinem brutalen Krieg die Angriffe auf die Infrastruktur des Landes fort. Die Auswirkungen spüren auch die Menschen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Deshalb richtete sich nun der Bürgermeister der 3-Millionen-Metropole, Vitali Klitschko, mit einem dramatischen Appell auf Telegram an seine Bevölkerung.

Vitali Klitschko wendet sich nach Putin-Angriff auf Telegram an Bürger von Kiew

Der ehemalige Boxweltmeister wies in zwei Posts am Freitag auf die weiterhin sehr angespannte Situation in Kiew hin. Strom fiel an vielen Orten aus. Klitschkos Angaben zufolge müssen derzeit fast 6.000 Haushalte ohne Wärme auskommen. Zudem gebe es "Unterbrechungen in der Wasserversorgung". Klitschko erinnerte seine Bürgerinnen und Bürger in einem Post daran, dass innerhalb der Stadt mehr als 1.200 spezielle Punkte eingerichtet wurden, an denen sie Getränke und Essen erhalten, ihre Handys aufladen oder sich einfach nur aufwärmen können.

  • "Ich wende mich an die Kiewer, die in ihren Häusern Wärme und Wasser haben: Helfen Sie Ihren Mitbürgern – laden Sie sie ein, sich aufzuwärmen, Essen oder Babynahrung zuzubereiten.Nur durch gegenseitige Unterstützung, Menschlichkeit und gegenseitige Hilfe werden wir bestehen!", schrieb er weiter.

Menschen sollen ukrainische Hauptstadt vorübergehend verlassen, wenn sie können

Städtische Dienste arbeiten laut Klitschko weiterhin im "Notfallmodus". Soziale Einrichtungen wie Krankenhäuser würden mit Heizkesseln versorgt. Doch der kalte Winter bereitet Probleme. Die Wetterprognosen für die kommenden Tage sind dem 54-Jährigen zufolge "schwierig". Deshalb fügte Klitschko hinzu:

  • "Ich appelliere auch an die Einwohner der Hauptstadt, die die Möglichkeit haben, vorübergehend aus der Stadt zu fahren, wo es alternative Energie- und Wärmequellen gibt, dies zu tun."

Laut "Bild" handelt es sich dabei nicht um einen offiziellen Aufruf zur Evakuierung. Vielmehr sollen die Kiewer nur eine Zeit lang zu Freunden oder Verwandten fahren, wenn diese an Orten leben, die durch Putins Angriffe weniger betroffen sind. Ukrainischen Angaben zufolge wurde Kiew in der Nacht zu Freitag mit mehr als 200 Drohnen sowie Dutzenden Raketen und Marschflugkörpern attackiert. Es soll mindestens vier Tote gegeben haben.

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