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Joe Biden: Keine Langstreckenraketen für die Ukraine! Fürchten die USA einen russischen Gegenschlag?

Die Ukraine fordert von der US-Regierung Langstreckenraketen im Kampf gegen Russland. Diese könnten sogar russische Ziele treffen. Doch Joe Biden erteilte eine Absage und wird die Raketen nicht liefern. Was steckt dahinter?

Joe Biden will keine Langstreckenraketen an die Ukraine schicken. Bild: picture alliance/dpa/AP | Manuel Balce Ceneta

Die US-Regierung hat wohl einen Rückzieher gemacht: Sie will der Ukraine keine Raketensysteme schicken, die eine Reichweite bis nach Russland haben. Man werde keine Raketensysteme in die Ukraine schicken, die russisches Territorium treffen könnten, sagte US-Präsident Joe Biden am Montag in Washington auf eine entsprechende Frage von Reportern.

Joe Biden schickt Ukraine keine Langstreckenraketen - Will US-Regierung eine Eskalation mit Russland verhindern?

Der Fernsehsender CNN hatte vor wenigen Tagen unter Berufung auf Beamte berichtet, die US-Regierung erwäge, fortschrittliche Mehrfachraketenwerfer mit hoher Reichweite in die Ukraine zu schicken. Die in den USA hergestellten Artilleriesysteme MLRS und HIMARS könnten Geschosse über bis zu 300 Kilometer abfeuern. Die Ukraine habe um diese Art von Waffen gebeten, hieß es weiter. Allerdings sei die US-Regierung zögerlich, da befürchtet werde, dass die Ukraine die Raketensysteme für Angriffe auf russisches Gebiet nutzen könnte. Es stelle sich daher die Frage, ob dies eine russische Vergeltungsmaßnahme gegen die USA zur Folge haben könnte. Der russische Außenminister Sergej Lawrow warnte am Freitag (27. Mai), dass Waffenlieferungen ein "ernsthafter Schritt in Richtung einer inakzeptablen Eskalation" wäre.

Ukrainischer Außenminister fordert Lieferung von Langstreckenraketen

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba forderte die USA auf, die versprochenen Langstreckenraketen zu liefern. "Jeder Tag, an dem jemand in Washington, Berlin, Paris und anderen Hauptstädten sitzt und darüber nachdenkt, ob er etwas tun sollte oder nicht, kostet uns Leben und Territorien."

Heftige Kritik für Joe Biden nach Stopp von Waffenlieferung

Der prominente republikanische Senator Lindsey Graham reagierte mit scharfer Kritik auf Bidens Äußerung. Die Entscheidung der Regierung, diese Waffen nicht zu schicken, sei ein "Verrat an der Ukraine und der Demokratie selbst", schrieb Graham auf Twitter. "Offenbar lässt sich die Biden-Regierung wieder einmal von russischer Rhetorik einschüchtern." Nutzer:innen stimmten ihm nicht zu und schlugen sich auf die Seite der US-Regierung. "Wir haben ihnen erst letzte Woche 40 Milliarden Dollar geschickt. Das Land bricht auseinander, und niemand will diesen Konflikt zum Dritten Weltkrieg eskalieren lassen - außer Ihnen offenbar", schreibt ein Mann.

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Der Schwerpunkt der US-Waffenlieferungen für die Ukraine lag bislang auf Panzerabwehrraketen vom Typ Javeline, schultergestützten Stinger-Flugabwehrraketen, Schusswaffen und Munition. Die USA haben aber bereits damit begonnen, der Ukraine Haubitzen vom Typ M777 zu liefern, deren Reichweite mit rund 25 Kilometern angegeben wird.

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/loc/news.de/dpa