Spektakuläre Entdeckung: Außerirdisches Leben auf Enceladus? Deutsche Forscher liefern neuen Hinweis
Deutsche Forscher machen eine verblüffende Entdeckung: Ein irdischer Mikroorganismus konnte unter simulierten Bedingungen des Saturnmondes Enceladus weiterleben und Methan produzieren.
Erstellt von Mia Lada-Klein - Uhr
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- Enceladus besitzt vermutlich einen verborgenen Ozean unter seiner Eiskruste
- Mikroorganismus überlebte die simulierten Bedingungen im Labor
- Künftige Missionen sollen nach Spuren möglichen Lebens suchen
Die Suche nach Leben außerhalb der Erde bekommt neue Nahrung. Ein Forschungsteam aus Deutschland hat im Labor Bedingungen nachgestellt, wie sie im Inneren des Saturnmondes Enceladus vermutet werden. Das Ergebnis ist bemerkenswert: Ein irdischer Mikroorganismus konnte unter den simulierten Bedingungen weiter wachsen und Methan produzieren. Beteiligt waren Wissenschaftler der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Universität Regensburg und der Freien Universität Berlin. Ihre Ergebnisse liefern damit neue Hinweise darauf, dass der unter einer dicken Eisschicht vermutete Ozean des Mondes grundsätzlich lebensfreundliche Bedingungen bieten könnte.
Eisige Oberfläche, verborgener Ozean
Enceladus zählt zu den interessantesten Zielen bei der Suche nach außerirdischem Leben. Unter seiner gefrorenen Oberfläche wird ein globaler Ozean aus flüssigem Wasser vermutet. Darunter liegt nach bisherigen Erkenntnissen ein felsiger Meeresboden. Besonders interessant ist die chemische Umgebung dieses verborgenen Wassers. Denn Wasser, bestimmte chemische Stoffe und eine Energiequelle gelten als wichtige Voraussetzungen für Leben, zumindest in der Form, wie wir es von der Erde kennen. "Enceladus gilt als einer der vielversprechendsten Orte für die Suche nach außerirdischem Leben", erklärt Vanessa Helmbrecht laut "Bild", Erstautorin der Studie.
Deutsche Forscher bauen Enceladus im Labor nach
Um herauszufinden, ob Mikroorganismen mit den Bedingungen zurechtkommen könnten, konstruierten die Wissenschaftler eine spezielle Versuchsanordnung. Darin wurden unter anderem der alkalische Ozean und der felsige Meeresboden des Saturnmondes simuliert.
Die Sauerstoffkonzentration lag dabei extrem niedrig. Anschließend setzten die Forscher den Mikroorganismus Methanothermococcus okinawensis ein. Das Archaeon kommt auf der Erde unter anderem in der Tiefsee vor und kann Wasserstoff und Kohlendioxid zur Energiegewinnung nutzen. Gerade dieser Stoffwechsel ist für die Forscher interessant: Er gehört zu den sehr ursprünglichen Formen biologischer Energiegewinnung.
Mikroorganismus produziert weiter Methan
Das Experiment brachte schließlich die entscheidende Beobachtung. Trotz der ungewöhnlichen Bedingungen blieb der Mikroorganismus aktiv. Er konnte weiter wachsen und Methan bilden. Damit zeigen die Versuche, dass eine solche Umgebung nicht zwangsläufig lebensfeindlich sein muss. Die Ergebnisse liefern allerdings keinen Nachweis dafür, dass auf Enceladus tatsächlich Leben existiert. Geobiologe William Orsi weist deshalb auf die Grenzen der Untersuchung hin: "Unsere Studie beweist nicht, dass es Leben auf Enceladus gibt." Gleichzeitig liefert das Experiment einen wichtigen Hinweis darauf, dass bestimmte geochemische Prozesse auf dem Saturnmond einen Stoffwechsel ermöglichen könnten, der auch bei irdischen Mikroorganismen vorkommt.
Mission könnte nach Spuren von Leben suchen
Die spannende Frage soll künftig nicht nur im Labor untersucht werden. Raumfahrtagenturen planen weitere Missionen, um Enceladus genauer unter die Lupe zu nehmen. Besonders interessant sind dabei die gewaltigen Fontänen des Mondes. Aus Rissen in der Eiskruste tritt Material aus dem unterirdischen Ozean aus und wird ins All geschleudert. Eine geplante ESA-Mission könnte solche Partikel untersuchen. Sollten sich darin charakteristische chemische oder biologische Spuren finden, könnten sie wichtige Hinweise auf die Bedingungen im verborgenen Ozean liefern. Bis zum endgültigen Beweis für außerirdisches Leben ist es damit noch ein weiter Weg. Die deutschen Laborexperimente zeigen jedoch: Enceladus bleibt einer der spannendsten Kandidaten für die Suche nach Leben außerhalb der Erde.
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mlk/news.de
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