Hitze am Lorenzi-Tag: Was eine alte Bauernregel über das Wetter im Winter verrät

Deutschland ächzt unter der Sommerhitze – ausgerechnet am Lorenzi-Tag. Während im Süden Temperaturen bis 36 Grad erwartet werden, bleibt es im Norden deutlich kühler. Doch was bedeutet die Hitze für den Winter? Eine alte Bauernregel macht eine überraschende Vorhersage.

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Sagt der Lorenzi-Tag das Wetter im Winter voraus? Bild: AdobeStock / sorin
  • Bis zu 36 Grad: Am Lorenzi-Tag wird es vor allem im Süden und Osten Deutschlands noch einmal richtig heiß
  • Bauernregel macht Hoffnung auf Schnee: "Ist's von Petri bis Lorenzi heiß, dann bleibt der Winter lange weiß"
  • Ein heißer Augustbeginn lässt sich nicht seriös als Winterprognose nutzen – bei einer anderen Bauernregel sieht die Sache allerdings anders aus

Deutschland stöhnt unter der Hitze. Ausgerechnet am Lorenzi-Tag (10. August 2026) erreicht die Sommerhitze in weiten Landesteilen erneut Spitzenwerte. In Dresden klettert das Thermometer auf bis zu 36 Grad, Mannheim erwartet 34 Grad und München immerhin noch 33 Grad. Bereits Anfang des Monats wurden an einzelnen Messstationen extreme Temperaturen registriert: Am 3. August zeigte das Thermometer in Müllheim in Baden-Württemberg 38,7 Grad, im bayerischen Herretshofen waren es 38,3 Grad. Doch nicht überall herrscht Hochsommer. Im Norden Deutschlands zeigt sich ein völlig anderes Bild: Hamburg und die Ostseeküste kommen heute auf gerade einmal 18 bis 20 Grad. Eine klassische Wetterzweiteilung also – die auch für die alten Bauernregeln rund um diesen Tag eine entscheidende Rolle spielt.

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Heißer August, weißer Winter? Was eine alte Bauernregel verspricht

Passend zur aktuellen Gluthitze kursiert eine alte Wetterweisheit, die vielen Hoffnung auf einen schneereichen Winter macht: "Ist's von Petri bis Lorenzi heiß, dann bleibt der Winter lange weiß." Der Spruch bezieht sich auf die Spanne zwischen dem Petri-Tag am 1. August und dem heutigen Gedenktag des heiligen Laurentius. Und tatsächlich: Die Regel lässt sich nicht so leicht als bloßer Aberglaube abtun. Neuere statistische Auswertungen belegen einen durchaus messbaren Zusammenhang. Wenn die durchschnittliche Höchsttemperatur in der ersten Augustdekade bei mindestens 25 Grad liegt, fällt die Zahl der Tage mit geschlossener Schneedecke im darauffolgenden Winter überdurchschnittlich hoch aus. Angesichts der Werte, die seit Monatsbeginn gemessen wurden, dürfte diese Bedingung 2026 mühelos erfüllt sein.

Wie seriös ist die Wetterprognose anhand von Bauernregeln?

Doch wie belastbar ist dieser statistische Befund wirklich? Meteorologe Dominik Jung bremst die Wintervorfreude deutlich. "Von einem zehntägigen Zeitfenster Anfang August auf die Schneelage des Winters ein halbes Jahr später zu schließen, ist physikalisch nicht begründbar", erklärt er gegenüber "Bild". Der Grund: Die Atmosphäre organisiere ihre Wetterlagen innerhalb weniger Wochen komplett neu – ein "Gedächtnis" über Monate hinweg existiere schlicht nicht. Komplett verwerfen will Jung die bäuerlichen Wetterweisheiten allerdings auch nicht. Manche Regeln fußten durchaus auf realen Mustern, etwa die Schafskälte im Juni oder die bekannte Siebenschläfer-Regel. Der entscheidende Unterschied: Diese beziehen sich auf wiederkehrende atmosphärische Phänomene mit kürzerem Zeithorizont – nicht auf eine Vorhersage über ein halbes Jahr.

Sonniger Lorenzitag? Dann droht ein Herbst ohne Regen

Neben der Winter-Prognose existiert eine zweite Bauernregel zum heutigen Datum, die deutlich näher an der Realität operiert: "Laurenz im Sonnenschein, wird der Herbst gesegnet sein." Gemeint ist damit vor allem ein ertragreicher Herbst für Obst und Wein – Mitte August beginnt vielerorts die entscheidende Reifephase, in der Sonnenschein die Qualität der Ernte maßgeblich beeinflusst. Meteorologisch betrachtet hat diese Regel einen Vorteil gegenüber der Wintervorhersage: Zwischen dem 10. August und dem Herbstbeginn liegen nur wenige Wochen, in denen sich Großwetterlagen seltener komplett umkehren als über ein halbes Jahr. Klimatologe Dr. Karsten Brandt geht sogar noch weiter: Bei sonnigem Wetter zwischen dem 8. und 10. August bestehe eine 82-prozentige Wahrscheinlichkeit für einen zu trockenen Herbst. "Es gibt ohnehin bereits viel zu wenig Niederschlag", warnt er gegenüber "Bild". Ein weiterer regenarmer Herbst könnte bestehende Wasserdefizite erheblich verschärfen.

Wetterzweiteilung verhindert das perfekte Bauernregel-Szenario

Für ganz Deutschland erfüllt sich die Sonnenschein-Bedingung der Herbst-Regel heute allerdings nicht. Der Deutsche Wetterdienst prognostiziert eine deutliche Zweiteilung: Während der Süden weiterhin in der Hitze brutzelt, zeigt sich der Norden unbeständig und nur mäßig warm. Örtlich sind zudem kräftige Gewitter möglich – von einem flächendeckend strahlenden Lorenzitag kann also keine Rede sein.

Der Namensgeber des heutigen Tages war übrigens einer der sieben Diakone Roms im 3. Jahrhundert. Laurentius verwaltete die kirchlichen Finanzen und die Armenfürsorge, bevor er im Jahr 258 unter Kaiser Valerian den Märtyrertod erlitt. Allein in Rom tragen mehr als 30 Gotteshäuser seinen Namen. Und auch am Nachthimmel hinterlässt er Spuren: Die Sternschnuppen dieser Augusttage werden im Volksmund als "Tränen des Laurentius" bezeichnet.

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