Blitzer-Marathon ab dem 3. August 2026: Wo macht die Polizei ab Montag Jagd auf Raser?

Wer ab dem 3. August 2026 mit Bleifuß unterwegs ist, für den könnte es teuer werden: In 13 Bundesländern macht die Polizei beim Blitzermarathon verstärkt Jagd auf Raser. An welchen Kontrollschwerpunkten Radarfallen lauern, wird hier verraten.

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Der Schrecken aller Temposünder: Am 3. August 2026 beginnt der Blitzermarathon, bei dem die Polizei in 13 Bundesländern verstärkt Jagd auf Raser macht. (Foto) Suche
Der Schrecken aller Temposünder: Am 3. August 2026 beginnt der Blitzermarathon, bei dem die Polizei in 13 Bundesländern verstärkt Jagd auf Raser macht. Bild: picture alliance/dpa | Robert Michael
  • Temposünder aufgepasst: Blitzermarathon beginnt am Montag, 3. August 2026
  • 13 Bundesländer machen bei "Operation Speed" mit
  • Blitzer-Apps helfen nicht - wo wird in der Blitzerwoche schwerpunktmäßig kontrolliert?

Autofahrer in Deutschland müssen sich in der kommenden Woche auf verschärfte Tempokontrollen einstellen. Vom 3. bis 9. August findet die zweite Blitzerwoche des Jahres 2026 statt. Insgesamt 13 Bundesländer beteiligen sich an der Aktion, die auf die europaweite "Operation Speed" des Verkehrspolizei-Netzwerks Roadpol zurückgeht.

Blitzermarathon beginnt am 3. August 2026 - diese Absicht steckt hinter "Operation Speed"

Das Prinzip dahinter: Durch gebündelte Kontrollen zu einem festgelegten Zeitpunkt soll bei Verkehrsteilnehmern ein möglichst großes Bewusstsein für die Risiken überhöhter Geschwindigkeit geschaffen werden. Bereits die erste Speed Week im Frühjahr hatte gezeigt, dass trotz angekündigter Messungen massenhaft zu schnell gefahren wurde. Allein in Baden-Württemberg registrierte die Polizei damals 58.347 Tempoverstöße, in Rheinland-Pfalz waren es laut SWR3 48.741.

Blitzermarathon in 13 Bundesländern angekündigt - das sind die Kontrollschwerpunkte

Da sich aktuell sämtliche Bundesländer in den Sommerferien befinden, ist mit besonders starkem Reiseverkehr auf den Straßen zu rechnen. Lediglich drei Länder verzichten auf eine Teilnahme. An der Speed Week vom 3. bis 9. August nehmen Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen teil.

Einige Länder setzen dabei gezielt eigene Schwerpunkte. Brandenburg beispielsweise konzentriert sich vor allem auf Landstraßen und Alleen. In Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz stehen Streckenabschnitte mit besonders hoher Unfallhäufung im Fokus der Kontrollen. Die Polizei in Schleswig-Holstein richtet den Blick bei der Blitzerwoche verstärkt auf Bereiche rund um Freizeit- und Ferieneinrichtungen sowie Krankenhäuser und Pflegeheime. Hamburg plant zusätzlich einen einzelnen Schwerpunkttag als "Blitzermarathon" – der genaue Termin innerhalb der Aktionswoche ist allerdings noch nicht bekannt.

Bayern, Sachsen und Saarland bleiben bei der Speed Week außen vor

Lediglich drei Bundesländer beteiligen sich nicht an der Kontrollwoche Anfang August. Die bayerische Polizei hat eine Teilnahme an der Speed Week ausdrücklich abgelehnt – reguläre Geschwindigkeitsmessungen finden im Freistaat dennoch weiterhin statt. Auch das Saarland verzichtet erneut auf die Aktion. Bereits im Frühjahr war die Landespolizeidirektion nicht dabei gewesen. Die Begründung: "Unsere Kontrollmaßnahmen erfolgen über das ganze Jahr hinweg."

Sachsen geht ebenfalls einen eigenen Weg. Statt an der bundesweiten Blitzerwoche teilzunehmen, plant der Freistaat eine separate Kontrollaktion zum Ende der Sommerferien. Unter dem Motto "Die Schule hat begonnen!" sollen vom 17. August bis Anfang September verstärkt Geschwindigkeitsmessungen im Umfeld von Schulen durchgeführt werden. Damit reagiert Sachsen gezielt auf die besonderen Gefahren zum Schuljahresbeginn.

Polizei verschärft Geschwindigkeitskontrollen - Blitzer-Apps helfen nicht

Die Geschwindigkeitsmessungen finden sowohl auf Autobahnen und Bundesstraßen als auch innerhalb geschlossener Ortschaften statt. Besonders im Visier stehen laut ADAC Bereiche mit erhöhtem Gefährdungspotenzial – darunter Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser, Altersheime und Baustellen.

Radarfallen und Laserpistolen dürfen dabei auch unmittelbar hinter Ortseingangsschildern oder Geschwindigkeitsbegrenzungen aufgestellt werden. In der Regel wird eine Messtoleranz von 5 km/h gewährt, vor besonders schützenswerten Einrichtungen kann jedoch strenger gemessen werden.

Wer auf Blitzer-Apps setzt, um den Kontrollen zu entgehen, handelt rechtswidrig. Ohnehin bringen solche Anwendungen während der Aktionswoche kaum etwas, da die Standorte der Messstellen in den meisten Bundesländern vorab nicht veröffentlicht werden. Bei Verstößen drohen Bußgelder, Punkte in Flensburg oder im schlimmsten Fall ein Fahrverbot.

ADAC hält verstärkte Tempokontrollen für sinnvoll

Der ADAC bewertet die Blitzerwochen positiv. Die Aktionen schärften das Bewusstsein der Verkehrsteilnehmer für die Gefahren zu schnellen Fahrens und trügen damit zur Verkehrssicherheit bei, so der Automobilclub. Auch die breite Medienberichterstattung über die Speed Weeks erreiche nicht nur diejenigen, die selbst erwischt werden, sondern sensibilisiere weit darüber hinaus.

Gleichzeitig räumt der ADAC ein, dass eine einzelne Aktionswoche nicht sämtliche Risiken im Straßenverkehr dauerhaft beseitigen könne. ADAC-Verkehrspsychologe Ulrich Chiellino betont zudem, dass die Geschwindigkeit stets an die jeweilige Umgebung angepasst werden müsse – auch um Kindern als Vorbild zu dienen.

Die Zahlen unterstreichen die Dringlichkeit: Überhöhte Geschwindigkeit gilt als Hauptursache für tödliche Verkehrsunfälle. Laut Polizei Baden-Württemberg ging 2025 jeder dritte tödliche Unfall auf zu schnelles oder nicht angepasstes Fahren zurück. 129 Menschen verloren dadurch ihr Leben.

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