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Erdbeben erschüttert Haiti: Mehr als 300 Tote! Weitere Opfer befürchtet

Ein starkes Erdbeben erschütterte am Samstagmorgen (Ortszeit) den Karibikstaat Haiti. Bilder und Videos in den sozialen Netzwerken zeigen gewaltige Schäden an Gebäuden. Mittlerweile wurde eine Tsunami-Warnung herausgegeben.

Die Herz-Jesu-Kirche ist nach einem Erdbeben beschädigt. Bild: dpa

Ein Erdbeben hat den Süden des Karibikstaats Haitis erschüttert. Die US-Behörde USGS gab die Stärke mit 7,2 an. Auch in der Dominikanischen Republik, die sich die Insel Hispaniola mit Haiti teilt, war das Beben zu spüren und versetzte die Bevölkerung in Panik, wie die dominikanische Zeitung "Diario Libre" am Samstag berichtete.

316.000 Tote bei schwerem Erdbeben 2010 in Haiti

Zuletzt wurde Haiti am 12. Januar 2010 von einem schweren Erdbeben getroffen. Damals starben bei dem Beben mit einer Stärke von 7,0 etwa 316.000 Menschen. Mehr als eine Million Menschen verloren ihr Zuhause. Die Schäden durch das Beben wurden auf 8 Milliarden US-Dollar (6,2 Milliarden Euro) geschätzt. Der Wiederaufbau kam auch durch die politische Instabilität nur schleppend in Gang. Das Epizentrum lag nur 25 Kilometer von Port-au-Prince entfernt.

Erdbeben in Haiti 2021 - Aktuelle Entwicklungen im News-Ticker

+++Mehr als 300 Tote bei Erdbeben in Haiti - Weitere Opfer befürchtet +++

Bei dem schweren Erdbeben im Süden Haitis sind mindestens 304 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 1800 Menschen wurden verletzt, wie der Katastrophenschutz des Landes auf Twitter am Samstagabend (Ortszeit) meldete. Darüber hinaus wurden zahlreiche Gebäude zerstört. Rettungskräfte und Bürger bargen zahlreiche Menschen aus den Trümmern. Es werden noch mehr Opfer befürchtet.

Das Beben, dessen Stärke die US-Behörde USGS mit 7,2 angab, ereignete sich am Samstagmorgen rund zwölf Kilometer von der Gemeinde Saint-Louis-du-Sud in einer Tiefe von rund zehn Kilometern. Danach wurde Haiti von mehreren Nachbeben erschüttert, die nach USGS-Angaben Stärken bis zu 5,2 erreichten. Das Beben weckt Erinnerungen an das verheerende Erdbeben im Jahr 2010, bei dem mehr als 220 000 Menschen ums Leben gekommen waren.

Such- und Rettungsarbeiten des Internationalen Rote Kreuzes konzentrierten sich auf die Gegend um die besonders betroffenen Städte Jérémie und Les Cayes, weil dort noch Menschen eingeschlossen sein könnten. Die Organisation sandte ebenfalls Notfallspezialisten. Hilfsgüter für mindestens 4500 Menschen stünden bereit. Darüber hinaus würden in Panama und der Karibik Notfallgüter bereitgehalten und zur Verfügung gestellt.

+++Etliche Nachbeben erschüttern Haiti nach heftigem Erdbeben +++ 

Nach dem heftigen Erdbeben ist Haiti von mehreren Nachbeben erschüttert worden. Nach Angaben der US-Behörde USGS bebte die Erde am Samstag in der Region noch mehrfach mit Stärken von bis zu 5,2.

+++ Behörde geht nach Erdbeben an Küste Haitis von hoher Opferzahl aus +++

Die US-Behörde USGS hält nach dem schweren Erdbeben an der Küste Haitis eine hohe Opferzahl für möglich. Sie rief am Samstag Alarmstufe Rot mit Blick auf mögliche Todesopfer aus. Die Behörde verwies außerdem auf das verheerende Erdbeben, dass sich im Jahr 2010 auf Haiti ereignet hatte. Das aktuelle Beben habe dieselbe Halbinsel Haitis erschüttert. Das Erdbeben von 2010 verursachte erhebliche Schäden in der Stadt Port-au-Prince und den umliegenden Regionen. Damals kamen infolge der Katastrophe mehr als 200.000 Menschen ums Leben.

+++ Berichte: Mehrere Tote und viele Verletzte bei Erdbeben auf Haiti +++ 

Örtlichen Medien zufolge sind bei dem Erdbeben mehrere Menschen ums Leben gekommen und viele verletzt worden. Das Portal "Gazette Haiti" berichtete am Samstagnachmittag von mindestens fünf Toten, darunter zwei Kinder im Alter von sieben und neun Jahren in der Stadt Aquin, und vielen Verletzten. Viele Gebäude seien zerstört worden, wie auch auf Fotos und Videos in sozialen Netzwerken zu sehen war.

Ein Augenzeuge aus Les Cayes im Südwesten, einer der größten Städte des Landes, berichtete "Haiti Press Network" von eingestürzten Häusern und Hotels und dass Menschen unter den Trümmern begraben wurden. Bewohner des Departments Nippes, in dem das Epizentrum des Bebens lag, sendeten laut "Gazette" einen SOS-Ruf an die Behörden, weil die Krankenhäuser überlastet seien.

Die Zeitung "Diario Libre" aus der Dominikanischen Republick, die sich die Insel Hispaniola mit Haiti teilt, veröffentlichte ein Video des mutmaßlichen Moments, in dem die Erde in Haiti am Samstagmorgen gegen 8.30 Uhr bebte.

+++ Landesdirektorin der Welthungerhilfe Haiti rechnet mit Toten nach Erdbeben +++

Die Landesdirektorin der Welthungerhilfe, Annalisa Lombardo, geht nach dem Beben von Todesopfern aus. Es gebe noch keine offiziellen Angaben dazu, aber damit könne man rechnen, sagte Lombardo am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Das Krankenhaus werde offenbar von der Anzahl Verletzter überwältigt. Man versuche noch, in Erfahrung zu bringen, wie viele Menschen betroffen seien. Es sei klar, dass es erheblichen Schaden an Gebäuden gebe. Auch die US-Behörde USGS hält nach dem Erdbeben eine hohe Opferzahl für möglich.

Sie selbst sei in Port-au-Prince, der Hauptstadt des Karibikstaats - das Zentrum des Erdbebens sei im Süden des Landes gewesen, sagte Lombardo. Die Wände ihres Hauses hätten stark gewackelt, in der Nachbarschaft habe sie Menschen schreien hören. Das Erdbeben vom Samstag habe in der Hauptstadt selbst diesmal wohl keinen größeren Schaden angerichtet, sagte Lombardo. Es gebe keinen Staub durch eingestürzte Gebäude. Selbst im Norden des Landes, auf der anderen Seite der Halbinsel, habe man das Erdbeben jedoch gespürt.

Ihre Organisation sei nun in Kontakt mit anderen Hilfsorganisationen in dem Land, die zum Teil auch in der betroffenen Region aktiv seien. Sie versuche, Informationen zu bekommen, um die Lage vor Ort besser zu verstehen. Sie müssten sicherstellen, dass die Betroffenen in den ersten 24 Stunden mit dem Wichtigsten - Wasser, Nahrung, Obdach - versorgt würden. "Wir konzentrieren uns auf die Menschen, die ihr zu Hause verloren haben", sagte Lombardo. Im Gesundheitsbereich arbeite die Welthungerhilfe nicht.

Lombardo rechnet damit, dass es bei der Versorgung auch Probleme wegen der Infrastruktur geben wird. Der Weg aus Port-au-Prince führe durch eine Gegend, die von Gangs kontrolliert werde. Diese würden auf vorbeifahrende Autos schießen. Offenbar sei auch eine Brücke beschädigt worden, die zur Versorgung der Menschen gebraucht werde. "Die Logistik wird ein Thema."

Das Erdbeben treffe Haiti in einem Moment, in dem das Land ohnehin sehr verletzlich sei. Es werde von mehreren Krisen gleichzeitig getroffen: von Covid-19, politischer Instabilität, Dürre und einem negativem Wachstum der Wirtschaft. "Das ist exakt die Definition einer komplexen Krise."

+++ Schweres Erdbeben erschüttert Haiti - Tsunami-Warnung herausgegeben +++

Kurz nach dem Beben hat das U.S. National Tsunami Warning Center eine Tsunami-Warnung herausgegeben. Die Behörden warnten vor gefährlichen Tsunami-Wellen von bis zu drei Metern Höhe. Berichten zufolge sollen durch das Beben zahlreiche Häuser zerstört worden sein. Das genaue Ausmaß der Schäden war zunächst noch unklar.

Das Erdbeben hat schwere Schäden in dem Karibikstaat verursacht. Bilder und Videos in den sozialen Netzwerken zeigen das Ausmaß. Videos aus der Stadt Jeremie zeigen zerstörte Wohnhäuser, Schulen, Kirchen und Fahrzeuge. Die Zivilschutzbehörde von Haiti geht von unzähligen Toten aus.

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bua/news.de/dpa

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