Uhr

Hitzewelle in Kanada: Fast 50 Grad Celsius! Dutzende Tote durch Rekordhitze

In Kanada sorgt eine Hitzewelle für Rekordtemperaturen und zahlreiche Todesfälle. Der Wetterdienst meldete Werte von fast 50 Grad. Ist das ein kleiner Vorgeschmack auf die bevorstehende Klimakatastrophe?

Eine Hitzewelle sorgt in Kanada für historische Temperaturen. Bild: AdobeStock / Quality Stock Arts

Die anhaltende Hitzewelle im Westen Kanadas sorgte nicht nur für Rekordtemperaturen, sondern führte auch zu mehreren Todesfällen. Im Netz warnen zahlreiche Nutzer:innen vor der drohenden Klimakatastrophe.

Tödliche Hitzewelle in Kanada: Knapp 50 Grad Celsius in Lytton gemessen

In Lytton (Provinz British Columbia) waren am Montag 47,9 Grad gemessen worden, teilte die örtliche Wetterbehörde bei Twitter mit. Demnach handelte es sich um die höchste Temperatur in der Geschichte des Landes. Die Werte seien vorläufig und könnten noch aktualisiert werden, hieß es auf der Webseite der zuständigen Behörde. In dem Ort war bereits am Sonntag mit 46,6 Grad der Uralt-Rekord von 45 Grad in Midale (Saskatchewan) aus dem Jahr 1937 übertroffen worden.es gemessen.

Mehr als 25 Tote in British Colombia: Extreme Hitze als Todesursache

In einem Zeitraum von 24 Stunden seien die Behörden mehr als 25 Meldungen von plötzlichen Todesfällen nachgegangen, teilte die Royal Canadian Mounted Police am Dienstag mit. Extreme Hitze werde in der Mehrzahl der Fälle als Mitursache angesehen, hieß es. Unter den Toten seien viele ältere Menschen gewesen.

Die Polizei rief die Bevölkerung auf, besonders auf Risikogruppen zu achten. "Es ist unbedingt erforderlich, dass wir bei dieser extremen Hitze uns umeinander kümmern", sagte Polizeisprecher Mike Kalanj im Raum Vancouver in der Mitteilung. In der Westküstenmetropole wurden mehrere klimatisierte Zentren eingerichtet, wo Menschen Zuflucht vor der Hitze finden können.

"Vorgeschmack auf Klimakatastrophe!" Twitter ätzt gegen Klimaleugner

Auf Twitter warnen viele Nutzer:innen, dass das nur ein Vorgeschmack auf die bevorstehende Klimakatastrophe sei. "In #Kanada ist es heiß wie in der Sahara. Bei uns saufen täglich die Städte ab. Und das ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was kommt, wenn wir statt 1 bald 3-4 oder noch mehr Grad globale Temperaturerhöhung haben, wenn wir so weitermachen wie bisher #Klimakrise", schreibt Grünen-Politiker Oliver Krischer.

Auch Meteorologe Jörg Kachelmann äußert sich auf Twitter zu der Rekordhitze in Kanada: "Heute gibt es den heissesten Tag in Kanada seit Beginn der Messungen mit Werten nahe 50 Grad. Man muss nicht hoffend über heimische Waldbrände schwurbeln. Die #Klimakrise ist immer da, aber nicht überall gleichzeitig und man muss als doitscher Sturzbetroffener aushalten,wenn zuhause gerade nichts oder wenig passiert, was eindeutig dem Klimawandel zuzuordnen ist. Was in Kanada passiert, reicht völlig. Der peinliche doitsche Versuch, mit der eigenen Gier nach Aufmerksamkeit das Leid anderer Menschen kleiner zu machen, berührt unangenehm."

Feuer nach Hitzerekord in Kanada: "Der ganze Ort steht in Flammen"

Nach tagelangen Hitzerekorden haben die Bewohner der kanadischen Ortschaft Lytton wegen lodernder Flammen aus ihren Häusern fliehen müssen. Bürgermeister Jan Polderman habe am Mittwochabend die Evakuierung des Ortes in der Provinz British Columbia angeordnet, berichtete der TV-Sender CBC.

"Es ist schrecklich. Die ganze Stadt steht in Flammen", sagte er dem Sender. "Es dauerte etwa 15 Minuten von den ersten Rauchanzeichen bis zu dem Punkt, an dem plötzlich überall Feuer war." Zuvor hatte Lytton drei Tage in Folge Hitzerekorde verzeichnet.

49,6 Grad Celsius hatte das Thermometer nach Angaben der Wetterbehörde am Dienstag in dem Ort mit etwa 250 Einwohnern angezeigt, ein "Allzeit-Temperaturrekord". Lytton liegt rund 260 Kilometer nordöstlich von Vancouver. Wegen der Brände mussten sich nun viele Bewohner teils ohne ihr Hab und Gut in Sicherheit bringen, wie CBC berichtet. Die Feuerwehr meldete auf Twitter mehrere Brände in der Gegend. Angaben zu den Ausmaßen lagen zunächst nicht vor.

Die anhaltende Hitzewelle im Westen Kanadas hat nach Angaben der Behörden bereits zu Hunderten Todesfällen beigetragen. Von Freitag bis Mittwoch waren in British Columbia 486 plötzliche und unerwartete Todesfälle gemeldet worden, hatte die Gerichtsmedizin der Westküsten-Provinz mitgeteilt. Diese Zahl werde vermutlich noch steigen. Sie liege 195 Prozent über dem üblichen Durchschnitt eines vergleichbaren Zeitraums. Die Behörde ging davon aus, dass der starke Anstieg mit der extremen Hitze zusammenhängt. Auch im Westen der USA wurden in den vergangenen Tagen Rekordtemperaturen gemessen.

Lesen Sie auch: Weltuntergang in Landshut! Sturzbäche fluten Süddeutschland.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook und YouTube? Hier finden Sie brandheiße News, aktuelle Videos, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

bua/news.de/dpa