07.05.2021, 16.49 Uhr

Coronavirus-News aktuell: Studie enthüllt! Glatze als Risikofaktor für schweren Covid-Verlauf

Als wären Menschen mit dünnem Haar nicht schon genug gestraft, fand eine wissenschaftliche Studie nun heraus, dass Personen mit angehender Glatze ein höheres Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf haben.

Männer mit Haarausfall haben ein 2,5 mal höheres Risiko, schwer an Corona zu erkranken.  Bild: (Symbolbild) ruigsantos/AdobeStock

Männer bzw. Personen mit Glatze oder angehender Glatze haben ein 2,5 mal höheres Risiko dafür, einen schweren Covid-19-Verlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus zu erleiden, als Männer mit vollem Haar. Das ergab eine kalifornische Coronavirus-Studie.

Männer mit Haarausfall leiden 2,5 mal häufiger an schwerem Corona-Verlauf

Schwere Verläufe von Covid-19 tauchen 2,5 mal häufiger bei Männern mit dünnem Haar auf. Der Androgenetische Haarausfall bzw. die Androgenetische Alozepie betrifft etwa 50 Prozent der Männer über 50 Jahre. Der Haarausfall kommt bei Männern mit einem bestimmten erblichen genetischen Marker vor. Dieser genetische Biomarker (Androgen-Rezeptor) führt dazu, dass Betroffene empfindlicher auf Androgene wie Testosteron und Androstendion reagieren, die letztendlich zu Haarausfall führen. Das berichtet die "Daily Mail".

Genetischer Biomarker, der für Androgenetische Alozepie verantwortlich

Wissenschaftler aus Kalifornien wiesen diesen genetischen Biomarker nun vermehrt bei Patienten mit einem schweren Corona-Verlauf nach. Die Ursache: Androgenreaktionen werden mit einem Enzym namens TMPRSS2 in Verbindung gebracht, von dem angenommen wird, dass es auch bei Coronavirus-Infektionen eine Rolle spielt.

Nachdem Mediziner festgestellt hatten, dass eine unverhältnismäßig große Anzahl von Männern mit Androgenetischer Alopezie mit einem schweren Covid-19-Verlauf ins Krankenhaus eingeliefert wurden, leitete ein Team von Wissenschaftlern die Untersuchung des Zusammenhangs zwischen dem AR-Gen und einem schweren Covid-19-Verlauf ein.

Besonders viele Männer mit Glatze hatten schweren Covid-19-Verlauf

Das Team stellte fest, dass 79 Prozent der Männer mit schwerem Covid-19 auch an einer Androgenetischen Alozepie litten. Dem steht ein Anteil von 31 bis 53 Prozent entgegen, die für Männer mit schwerem Verlauf in dieser Altersgruppe normalerweise zu erwarten wäre.

Bei 65 Männern, die mit Covid-19 ins Krankenhaus eingeliefert worden waren, nahmen die Forscher eine Messung der Länge der Polyglutamin-Wiederholungsregion (oder CAG-Wiederholungsregion) im AR-Gen vor, die sowohl mit der Androgenempfindlichkeit als auch mit der Kahlheit bei Männern zusammenhängt. Dabei fanden sie heraus, dass die Männer, deren AR-CAG-Wiederholung kürzer als 22 Nukleotide lang war, mit signifikant geringerer Wahrscheinlichkeit mit Corona auf die Intensivstation aufgenommen wurden als jene Patienten, deren CAG-Zahl 22 oder höher lag.

Coronavirus-News: Hilfe zur Früherkennung von Risikopatienten 

"Unsere Daten zeigen, dass längere AR CAG-Werte mit einer schwereren Covid-19-Krankheit verbunden sind", sagte der medizinische Forscher Andy Goren von der in Kalifornien ansässigen "Applied Biology, Inc.", die die Studie durchführte. Er erklärte, dass die Ergebnisse daraufhin deuten, "dass die AR CAG-Wiederholungslänge als Biomarker verwendet werden könnte, um männliche Covid-19-Patienten zu identifizieren, bei denen das größte Risiko für die Aufnahme auf der Intensivstation besteht."

Dermatologie kann wichtige Rolle für Covid-Früherkennung spielen

Lidia Rudnicka, Vorstandsmitglied und Dermatologin der Medizinischen Universität Warschau, lobte die Ergebnisse der Studie. "Diese Forschung zeigt den wissenschaftlichen Wert der Dermatologie, indem sie wichtige Einblicke in die Rolle der Genetik und ihren Zusammenhang mit der Covid-Krankheit bietet", so die Dermatologin.

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sig/bua/news.de

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