28.04.2021, 08.37 Uhr

Christian Drosten: Impfschutz geht verloren! Impf-Auffrischungen ab Herbst ZWINGEND notwendig

Für Christian Drosten steht bereits jetzt fest, dass Impf-Auffrischungen zum Winter hin zwingend notwendig sind, da der Impfschutz durch die Corona-Impfungen nicht ewig hält. Endzeit-Szenarien, wonach die Corona-Pandemie niemals enden werden, hält er hingegen für Unsinn.

Christian Drosten sprach über Impf-Auffrischungen zum Winter hin. Bild: dpa

Die Impfkampagne in Deutschland schreitet langsam aber stetig voran. Von den mehr als 83 Millionen Einwohnern Deutschlands erhielten laut Robert-Koch-Institut (Stand: 27.04.2021) bisher knapp 19,8 Millionen Menschen eine Erstimpfung und knapp sechs Millionen Deutsche sind vollständig geimpft. Dennoch macht sich der Virologe Christian Drosten in diesem Zusammenhang bereits jetzt Gedanken, inwiefern Impf-Auffrischungen nötig sein werden.

Christian Drosten sicher: Impf-Auffrischungen zum Winter hin zwingend notwendig

In der neuen Folge seines Podcastes "Coronavirus-Update" sagte der Virologe zum Thema Impfen, es könne jetzt schon geplant werden, dass in Deutschland "mehr als nur sehr eng umgrenzte Risikogruppen" zum Winter hin eine einmalige Auffrischung bekommen - wie bei der Grippeschutzimpfung. Wahrscheinlich könnten dann bereits Impfstoffe mit einem Update zu neuen Varianten zum Einsatz kommen.

Impfschutz durch Corona-Impfung geht mit der Zeit verloren

Denn: Der durch die Corona-Impfung verabreichte Impfschutz hält nicht ewig und schon gar nicht ein Leben lang. Bestimmte Antikörper auf der Schleimhaut von Genesenen und Geimpften ließen mit der Zeit wieder nach, erläuterte der Virologe. Es gehe aber nicht um Schwarz-Weiß-Effekte. Wie lange dieser Schleimhaut-Schutz nach einer Corona-Impfung hält, sei noch nicht bekannt. Aber in Grenzen könnten auch Geimpfte eine gewisse Zeit nach der Impfung wieder zur Weitergabe des Virus beitragen. Wie effizient diese Weitergabe ist, sei aber noch unklar.

Virologe Drosten: Dauer des Impfschutzes durch Corona-Impfung aktuell unklar

Die bisherigen Studien zeichneten ein Bild der Corona-Impfstoffe zum Zeitpunkt relativ kurz nach der Impfung - wenn Geimpfte den optimalen Immunschutz aufgebaut haben, betonte Drosten. Nach ein paar Monaten werde sich das Bild ändern. "Dann werden diese Impfstoffe wahrscheinlich nicht mehr so gut belastbar aussehen, was die Weitergabe des Virus angeht." Das müsse in der Öffentlichkeit mit bedacht werden. "Es sollte auch nicht skandalisiert werden."

Kein Ende der Corona-Pandemie? Impfschutz durch Corona-Impfung "nichts Lebenslanges"

Bei Atemwegserkrankungen sei die Lage nun einmal anders als etwa bei Masern, die Immunität gegen solche Schleimhaut-Viren sei nichts Lebenslanges. Man dürfe nun auch nicht denken, dass die Pandemie nie aufhöre, betonte Drosten. "Endzeit-Szenarien, wonach die Corona-Pandemie nie aufhören werde, sind Unsinn", so der Virologe. "Was wir hier sehen, sind ganz normale Beobachtungen, die wir auch erwarten während sich so ein Virus einspielt und auf dem Weg ist zu einer endemischen Situation." Wie so etwas abläuft kennen wir bereits durch die Influenza.

Drosten unbesorgt bezüglich der indischen Corona-Variante B.1.617

Angesichts der bisherigen Erkenntnisse über die indische Corona-Variante B.1.617 zeigte sich Drosten weiter relativ gelassen. Anhand der sehr kleinen verfügbaren Datenbasis lasse sich schließen, dass die Mutante nicht allein die heftige Infektionswelle in dem Land verursache, "sondern das ist mehr eine bunt gemischte Virus-Population", sagte der Wissenschaftler von der Charité in Berlin in seinem Podcast.

In Indien kommen derzeit aus Sicht Drostens mehrere Effekte zusammen: Herdenimmunität sei dort einer Studie zufolge bei weitem noch nicht erreicht gewesen. Es werde nun eine Bevölkerung durchseucht, die schon ein bisschen die Anfangsimmunität aus den bisherigen Wellen zu verlieren beginne, sagte der Virologe. Gleichzeitig sei die Variante B.1.617 etwas verbreitungsfähiger und robuster gegen die Immunität. In der Fachsprache ist von Immunescape (Immunflucht) die Rede. Diese Eigenschaft sei bei B.1.617 leicht ausgeprägt.

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fka/bua/news.de/dpa

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