10.03.2021, 14.00 Uhr

Impfdrängler im Gesundheitsamt: Unverschämte Schummelei! Chefs verschaffen Ehepartnern Impfung

Beamte und Staatsbedienstete sollten eigentlich im Dienste der Bürger arbeiten. Neuigkeiten aus dem Passauer Gesundheitsamt sprechen leider eine andere Sprache. Die Leiterin und ihr Stellvertreter haben ihren Ehepartnern eine Impfung besorgt.

Ärger über Impfvordrängler: Die Chefs des Passauer Gesundheitsamtes haben ihren Ehepartnern eine vorzeitige Impfung ergattert. Bild: (Symbolbild) Tobias Arhelger/AdobeStock

Diese Neuigkeiten dürften das Vertrauen ins deutsche Beamtentum nicht unbedingt stärken. Wie mehrere Medien unter Berufung auf die "Passauer Neue Presse" berichten, sollen sich die Leiter des Gesundheitsamts Passau beim Impfen vorgedrängelt haben, indem sie ihren Ehegatten eine vorzeitige Impfung ermöglichten.

Dienstrechtliche Konsequenzen werden geprüft

Die "Passauer Neue Presse" berichtet, dass das Landratsamt laut eigenen Angaben dienstrechtliche Konsequenzen prüfen wird. Landrat Raimund Kneidinger (CSU) hält die vorzeitigen Impfungen der Ehepartner für "inakzeptablen Vorgang" der beiden Behördenärzte, auch wenn bei der Aktion keine offiziellen Impfdosen verwendet worden seien.

Gesundheitsamt Passau: Beschuldigte bereuen ihr Vorgehen

Die Chefin und ihr Stellvertreter hatten ihren Ehegatten im Januar die vorzeitige Impfung ermöglicht, indem sie aus denBiontech/Pfizer-Ampullen eine siebte Impfung zogen. Offiziell reicht ein Impffläschchen vonBiontech/Pfizer für sechs Vakzin-Dosen. Da die Flaschen oftmals etwas voller sind, kann zuweilen eine siebte Dosis herausgezogen werden.

Die Beschuldigten bereuen ihr Vorgehen und nannten es laut Landratsamt aus heutiger Sicht "unglücklich" und falsch. 

Immer wieder Vordrängler bei Impfungen in Deutschland

Seit Beginn der Impfungen in Deutschland werden immer wieder neue Fälle von Vordränglern bekannt. So ließen sich unter anderem Politiker frühzeitig impfen. In Pflegeheimen fanden Manipulationen der Mitarbeiterdaten statt, um Angehörige impfen lassen zu können. Selbst der Bischof von Augsburg Betram Meier (60) sicherte sich eine vorzeitige Impfung. Er entschuldigte sich.

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sig/bos/news.de

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