03.02.2021, 20.51 Uhr

Coronavirus-News am Mittwoch : Spahn offen für Einsatz! Beliefert Putin Deutschland bald mit Impfstoff?

Die Zahl der Corona-Neuinfektion sinkt auch am Mittwoch weiter. Am Morgen meldete das RKI 9705 neue Fälle. Doch an eine baldige Lockerung ist nicht zu denken. Jens Spahn fordert eine Lockdown-Verlängerung. Alle aktuellen Corona-News lesen Sie hier.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn fordert eine Lockdown-Verlängerung über den 31. März hinaus. Bild: dpa

Die Corona-Krise lässt uns einfach keine Ruhe. Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 9705 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 975 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie aus Zahlen des RKI vom Mittwoch hervorgeht. Dennoch zeichnet sich ein positiver Trend ab: Vor genau einer Woche hatte das RKI noch 13.198 Neuinfektionen und 982 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Coronavirus-Zahlen des RKI am Mittwoch (03.02.21) mit Neuinfektionen, R-Wert und Verstorbenen

Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 58.956. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.973.200 an. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Mittwochmorgen bei 82,9. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstagabend bei 0,85 (Vortag 0,88). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 85 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Coronavirus-News Deutschland am Mittwoch, 03.02.2021

+++ Spahn stellt Wahlmöglichkeit bei Corona-Impfstoff in Aussicht +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht davon aus, dass es in einigen Monaten bei der Corona-Impfung auch eine Wahlmöglichkeit beim Impfstoff geben wird. "Dann wird es auch möglich sein, ein Stück Auswahl möglich zu machen", so wie bei anderen Impfstoffen auch, sagte der CDU-Politiker am Mittwochabend bei einer Online-Diskussion der Friedrich-Naumann-Stiftung. Bei absoluter Knappheit gehe das allerdings nicht. Die Bundesregierung geht davon aus, dass die Impfstofflieferungen im zweiten Quartal deutlich anziehen werden.

Der Gesundheitsminister rechnet nach eigener Aussage damit, dass es in Deutschland mittelfristig eine Debatte über Impfbereitschaft geben wird. "Die Debatte wird sich sehr bald sehr ändern, da bin ich sicher." Dann werde es um die Frage gehen, ob sich überhaupt genug Menschen impfen ließen in Deutschland. "Und was machen wir eigentlich mit denen, die sich nicht impfen lassen wollen? Müssen wir dann weiterhin auf die aufpassen, indem wir alle Schutzmasken tragen?"

+++ Virusvarianten breiten sich in Deutschland aus - Überblick erwartet +++

Angesichts der Ausbreitung wahrscheinlich hochansteckender und besonders gefährlicher Corona-Varianten in Deutschland arbeiten die Behörden unter Hochdruck an einem Überblick. Anfang kommender Woche soll es eine offizielle Übersicht über die tatsächliche Ausbreitung dieser Mutationen geben, wie Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin bekräftigte. Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums sagte, die entsprechenden Virus-Analysen würden derzeit deutlich ausgeweitet und das Robert Koch-Institut wolle die Daten in Kürze veröffentlichen.

Experten gehen davon aus, dass die Mutanten bereits weiter verbreitet sind als bekannt. Sie gehen auch davon aus, dass eine umso schnellere Ausbreitung droht, je früher es Lockerungen beim Lockdown gibt. Für Aufmerksamkeit sorgte eine Mitteilung der Stadt Köln von Montag, nach der allein dort 88 Fälle der mutierten britischen Virus-Variante und 17 Fälle der südafrikanischen Variante nachgewiesen wurden. Unter anderem mehrere Kitas waren betroffen.

Bundesweit gibt es seit Tagen immer wieder Meldungen über einzelne Nachweise von Varianten - zuletzt beispielsweise in der Altmark in Sachsen-Anhalt, im sächsischen Vogtlandkreis, in Cottbus, dem Landkreis Elbe-Elster, in Delmenhorst, im Kreis Mainz-Bingen, im Kreis Rhein-Hunsrück, im Kreis Germersheim und im Kreis Trier-Saarburg.

Im Landkreis Tirschenreuth wurden als Ursache für einen besonders hohen Corona-Inzidenzwert Mutationen vermutet, da in es in Nachbarlandkreisen bereits entsprechende Varianten gebe. 40 Verdachtsfälle auf Corona-Mutationen verteilten sich dort über den ganzen Landkreis.

Anders als in Großbritannien hatten Behörden und Virologen in Deutschland bisher nicht engmaschig nach den Varianten gesucht. Dabei können sie sich sehr schnell ausbreiten. In Großbritannien ist die Variante B.1.1.7 inzwischen in den bei weitem meisten untersuchten Proben zu finden. Noch im Herbst war ihr Anteil verschwindend gering.

Zugleich erregen weitere neue Mutationen die Aufmerksamkeit von Wissenschaftlern. So gibt es etwa bei der britische Variante eine zusätzliche Mutation, von der angenommen wird, dass sich die Menschen damit trotz Impfungen oder bereits erfolgten Infektionen leicht anstecken können. Es ist die Mutation E484K. "Das Virus entkommt dem Immunsystem einfacher", sagte der Virologe Alexander Kekulé dazu der Deutschen Presse-Agentur.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Vortag in einem ARD-Interview gesagt: "Das einzige Risiko, was wir im Augenblick haben, ist das, dass uns die Mutation aus Großbritannien oder Südafrika einen Strich durch die Rechnungen machen könnte, weil die sehr viel aggressiver ist." Sie sagte: "Jeder Tag zählt jetzt."

+++ EU-Gesundheitsbehörde: Mehrwert von FFP2-Masken im Alltag gering +++

Im Kampf gegen das Coronavirus weckt die EU-Gesundheitsbehörde ECDC Zweifel am Zusatznutzen von FFP2-Masken im Alltag. "Der erwartete Mehrwert der universellen Verwendung von FFP2-Atemschutzmasken in der Gemeinschaft ist sehr gering", teilte die in Stockholm ansässige Behörde am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Auch die Kosten und mögliche Nachteile sprächen gegen eine Empfehlung, in der Öffentlichkeit FFP2-Masken anstelle von anderen Masken zu tragen. Details zu diesen möglichen Nachteilen wurden zunächst nicht genannt.

Die besonders dichten, aber teureren Masken sollen vor Schadstoffpartikeln wie Staub oder auch Aerosolen schützen. Sie werden inzwischen vielerorts anstelle normaler Alltagsmasken verlangt. Mitte Januar hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten vereinbart, in Öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften FFP2-Masken, OP-Masken oder Mund-Nase-Bedeckungen der Standards KN95/N95 zu fordern.

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides bestätigte in Brüssel die Einschätzung der EU-Behörde. "Die ECDC sagt, die Beweislage sei im Moment nicht stark genug für eine Notwendigkeit, dies im Alltag zu empfehlen", sagte Kyriakides auf Nachfragen. Wichtig sei, überhaupt eine Maske korrekt zu tragen und Abstand zu halten. "Aber im Moment unterstützt das ECDC das Tragen von FFP2-Masken in der Gemeinschaft nicht, gemäß den ihnen vorliegenden Hinweisen."

Das ECDC erklärte auch, selbst das Auftreten von neuen Varianten des Coronavirus mache keine anderen Maskentypen als diejenigen notwendig, die derzeit im Rahmen von nicht-pharmazeutischen Maßnahmen gegen Corona verwendet würden. Die Behörde ist nach eigenen Angaben gerade dabei, ein Dokument mit Einschätzungen zum Maskengebrauch im sozialen Umfeld zur Verringerung der Coronavirus-Übertragung zu aktualisieren.

Die FFP2-Maskenpflicht an bestimmten Orten hatte in Deutschland eine Debatte über die Kosten und mögliche Hilfen für ärmere Menschen entfacht. Am Mittwoch wurde jedoch klar, dass sich Arbeitslosengeld-II-Empfänger auf die angekündigten kostenlosen FFP2-Masken weiter warten müssen.

Die Berechtigungsscheine zum Abholen in der Apotheke an insgesamt etwa fünf Millionen Bedürftige wurden von den Krankenkassen bisher nicht verschickt, wie der Spitzenverband der Gesetzlichen Kassen mitteilte. "Wann der Versand praktisch starten wird, lässt sich noch nicht sagen", sagte Verbandssprecher Florian Lanz der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor müssten noch wichtige Fragen geklärt werden.

Der Verband verwies darauf, dass die notwendige Änderung der sogenannten Coronavirus-Schutzmasken-Verordnung von der Regierung noch beschlossen werden müsse. Eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums sagte, die Verordnung sei in Arbeit.

Sozialminister Hubertus Heil (SPD) und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatten vergangene Woche angekündigt, dass etwa fünf Millionen Bezieher von Grundsicherung je zehn kostenlose FFP2-Masken erhalten sollen. Hintergrund sind die neuen Vorschriften zum Tragen medizinischer Masken in Bussen, Bahnen und beim Einkaufen. Mit einem Schreiben ihrer Krankenversicherung und einem Ausweisdokument sollen die Masken in der Apotheke abgeholt werden können.

+++ Spahn: Gespräche über Sputnik-V-Produktion in Europa +++

Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gibt es Überlegungen zur Produktion des russischen Impfstoffs Sputnik V in Europa. Bei Gesprächen mit der russischen Seite habe es die Bitte gegeben, zu schauen, ob es in Deutschland oder Europa Produktionskapazitäten geben könne, sagte Spahn am Mittwoch bei einer Online-Konferenz von "Tagesspiegel", "Zeit", "Handelsblatt" und "Wirtschaftswoche". "Wir können ja auch Unterstützung geben für die Produktion eines Impfstoffes, der in Europa noch gar nicht oder gar nicht zugelassen ist." Da sei man vermittelnd tätig.

Der Gesundheitsminister sagte, er freue sich über jeden Impfstoff, der Wirksamkeit zeige, sicher sei und einen Unterschied machen könne. "In welchem Umfang das bei Sputnik V der Fall ist, muss jetzt einfach auch die Zulassungsbehörde sich anschauen." Es gebe Kontakt, und das Verfahren zur Zulassung beginne formal bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA. Nach Angaben aus Moskau war dort ein entsprechender Antrag im Januar eingereicht worden.

Nach Kritik an fehlenden belastbaren Studien hatten russische Forscher weitere Details zu dem Corona-Impfstoff Sputnik V veröffentlicht. Nach den neuen Daten hat das Vakzin eine Wirksamkeit von 91,6 Prozent. Die Ergebnisse wurden am Dienstag im medizinischen Fachblatt "The Lancet" publiziert. Spahn sprach von ermutigenden Daten.

+++ Virologe: Neue Corona-Mutation entkommt Immunsystem einfacher +++

Die nun auch in Großbritannien aufgetauchte Mutation E484K stärkt das Coronavirus nach Angaben des Virologen Alexander Kekulé gegen die Abwehrmechanismen im Körper. "Das Virus entkommt dem Immunsystem einfacher", sagte der Professor der Universität Halle-Wittenberg am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Die Mutation betrifft wie auch andere Mutationen das sogenannte Spike-Protein, das dem Coronavirus die kronenhafte Form verleiht.

Antikörper seien aber deutlich weniger wirksam gegen die E484K-Variante, sagte Kekulé mit Verweis auf Angaben aus Brasilien und bislang weniger belastbare Berichte aus Südafrika. "Das Virus wird schlechter neutralisiert." Wer nach einer Corona-Infektion Antikörper gebildet habe, könne an Viren mit der E484K-Mutation leichter als am herkömmlichen Coronavirus ein zweites Mal erkranken. Die gute Nachricht sei aber, dass die Krankheitsverläufe dann in der Regel milder seien. "Wir haben dann zwar nicht das volle Sortiment, das das Virus abfängt", erklärte der Mediziner. "Aber wir können es bremsen."

Die Gefahr einer Erkrankung bestehe bei E484K zwar auch nach einer Impfung, sagte Kekulé. Die mRNA-Impfstoffe böten aber deutlich besseren Schutz als eine natürliche Immunreaktion. Wie stark der Schutz durch die Impfstoffe bei E484K sinke, wisse man noch nicht, sagte der Virologe. "Vielleicht geht die Wirksamkeit nur von 95 auf 90 Prozent zurück." Er sei sich aber sicher, dass spätestens im Herbst neue Impfstoffvarianten nötig würden.

+++ AstraZeneca-Impfstoff schützt vor einer Übertragung mit dem Coronavirus +++

Eine neue Studie von Forschern aus Oxford macht Hoffnung. Demnach kann der von AstraZeneca entwickelte Impfstoff wahrscheinlich auch Übertragungen des Coronavirus verhindern. Die Impfung könne die Übertragung um 67 Prozent reduzieren, heißt es in einer Mitteilung der Universität Oxford. Die Auswertung zeigt, dass bereits nach der ersten Dosis ein Schutz von 76 Prozent besteht, Nach der zweiten Impfung erhöht er sich auf82.4 Prozent.

Die Analysen "unterstützen auch die politische Empfehlung des Joint Committee on Vaccination and Immunisation (JCVI) für ein 12-wöchiges Prime-Boost-Intervall, während sie nach dem optimalen Ansatz für die Einführung suchen, und versichern uns, dass die Menschen ab 22 Tagen nach einer einzigen Dosis des Impfstoffs geschützt sind" sagte Mitautor und Prüfarzt der Oxford Vaccine Trial, Professor Andrew Pollard.

+++ Minister will Selbsttests für Lehrer, Kinder und Erzieher im Südwesten +++

Baden-Württembergs Gesundheitsministerium will Lehrern, Erziehern und Kindern an Schulen und Kitas kostenlos Selbsttests zur Verfügung stellen. Das teilte Minister Manne Lucha am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart mit. "Damit können die Betroffenen bei Symptomen eine Selbsttestung zu Hause vornehmen und bleiben bei positivem Testergebnis der jeweiligen Einrichtung fern", sagte der Grünen-Politiker. Ermöglicht werde der Eigengebrauch von Schnelltests durch eine Anpassung einer Verordnung durch den Bund. Damit sei nun die Umsetzung eines umfassenden Testkonzepts für Schulen und Kindertagesstätten möglich, betonte Lucha. "Nun können wir die geplante Öffnung von Grundschulen und Kindertagesstätten nach dem Faschingsferien mit einer erweiterten Teststrategie begleiten."

Lucha kündigte an, mit der baden-württembergischen Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) am Donnerstag darüber diskutieren zu wollen. Die beiden hatten sich zuletzt einen öffentlichen Schlagabtausch über den Umgang mit Kitas und Grundschulen und die Teststrategie geliefert.

+++ Corona-Schutzimpfung in Hausarztpraxen in Westmecklenburg +++

Mecklenburg-Vorpommern geht bei den Corona-Schutzimpfungen neue Wege und lässt Senioren auch in Hausarztpraxen impfen. Zunächst einmal pro Woche sollen in insgesamt 10 Arztpraxen des Landkreises Nordwestmecklenburg je nach bereitstehender Impfstoffmenge jeweils bis zu 24 Menschen geimpft werden. Ziel sei es, insbesondere älteren Bewohnern ländlicher Regionen kurze Wege zum Impfen zu gewährleisten, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Mittwoch beim Besuch einer Landarztpraxis in Neuburg bei Wismar. Initiator dieses Vorstoßes war der Allgemeinmediziner Fabian Holbe, der zusammen mit weiteren Landärzten zuvor in Impfteams Bewohner und Mitarbeiter in Pflegeheimen geimpft hatte. In Mecklenburg-Vorpommern hat mit knapp 3,6 Prozent die bundesweit höchste Impfquote.

+++ Jens Spahn für Lockdown-Verlängerung über den 31. März hinaus +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will den Bundestag darum bitten, die Corona-Pandemie über den 31. März hinaus als "epidemische Lage von nationaler Tragweite" einzustufen. Das geht aus einem Entwurf an den Bundestag hervor, der der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. "Die Pandemie wird Ende März nicht vorbei sein. Damit die zahlreichen finanziellen Hilfen und flexibilisierten Regelungen für Pflege und Gesundheit weiterbestehen können, müssen sie gesetzlich verlängert werden", sagte der CDU-Politiker am Dienstag zu Reuters.

+++ Wieder massive technische Probleme bei Corona-Impfterminvergabe +++

Auch das zweite Anmeldeverfahren für die Vergabe von Corona-Impfterminen für Senioren über 80 Jahre in Hessen wird von massiven technischen Problemen begleitet. Die Internetseite für die Terminbuchung ließ sich am Mittwochmorgen nicht öffnen. Mitarbeiter der Telefon-Hotline sprachen von technischen Problemen, es könnten derzeit keine Termine vergeben werden.

Bereits bei der ersten Impfanmeldung für die Bevölkerungsgruppe der Über-80-Jährigen, bei der zunächst nur 60 000 Termine für die Corona-Schutzimpfung vergeben wurden, hatte es in Hessen massive technische Störungen wegen des großen Ansturms auf die Termine gegeben. Bis zum Schluss mussten die Senioren und ihre Angehörige teils über Stunden warten, bis sie sich registrieren oder für einen Termin anmelden konnten. Nun soll die Terminvergabe für die Menschen im Alter von über 80 Jahren nicht limitiert sein.

+++ Curevac will mit Glaxosmithkline Impfstoff gegen Varianten entwickeln +++

Der deutsche Impfstoffhersteller Curevac will gemeinsam mit dem britischen Pharmakonzern Glaxosmithkline weitere mRNA-Impfstoffe entwickeln, die vor mutierten Varianten des Coronavirus schützen. «Diese neue Kooperation baut auf unseren bestehenden Verbindungen mit Curevac auf", sagte Glaxosmithkline (GSK)-Chefin Emma Walmsley laut einer Mitteilung von Mittwoch. "Sie steht dafür, dass wir unsere wissenschaftliche Expertise in mRNA und der Impfstoffentwicklung vereinen, um die Entwicklung von neuen Covid-19-Impfstoffen zu beschleunigen."

Außerdem will der britische Konzern noch in diesem Jahr 100 Millionen Dosen des ersten Curevac-Impfstoffs CVnCoV herstellen, der sich aktuell in klinischen Tests der Phase-2b/3 befindet und in den nächsten Monaten zugelassen werden könnte.

Um einen breiteren Schutz gegen mehrere Corona-Varianten zu bieten und gegebenenfalls auch für künftige vorzusorgen, wollen Curevac und GSK auf Basis des ersten Vakzins weitere Impfstoffkandidaten entwickeln. Der britische Pharmakonzern leistete im Rahmen der Kooperation eine Vorauszahlung von 75 Millionen Euro - und weitere 75 Millionen Euro, die von bestimmten Meilensteinen abhängen.

+++ FDP und AfD kritisieren Merkel wegen Impfstrategie +++

Aus der Opposition kommt scharfe Kritik an der Äußerung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), bei der Impfstoff-Bestellung durch die Europäische Union sei "im Großen und Ganzen nichts schief gelaufen". Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner sagte am Mittwoch in der RTL-Sendung "Guten Morgen Deutschland", Merkel hole damit den Großteil der Bevölkerung nicht ab. «Es gibt große Empörung weil es beim Impfen nicht weitergeht, es gab große Erwartungen. Und es gibt eine wachsende Ungeduld der Menschen, die das öffentliche Leben wiederhaben wollen», betonte Lindner. AfD-Chef Jörg Meuthen schrieb am Mittwochmorgen auf Twitter über Merkels Satz: "Offensichtlich ist sie nach über 15 Jahren im Kanzleramt vollkommen entkoppelt von der Realität in unserem Land!"

Merkel hatte am Dienstagabend in der ARD-Sendung "Farbe bekennen" die Impfstrategie verteidigt und die Bürger zum Durchhalten aufgerufen.

+++ Virologe Christian Drosten warnt vor zu frühen Lockdown-Lockerungen+++

Eine Woche vor den nächsten Bund-Länder-Beratungen über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie hat der Virologe Christian Drosten erneut eindringlich vor zu frühen Lockerungen der Beschränkungen gewarnt. "Für die Zeit bis Ostern können wir noch nicht viel an Bevölkerungsschutz durch die Impfung erwarten", sagte der Charité-Wissenschaftler im Podcast "Coronavirus-Update" bei NDR-Info vom Dienstag. Am Mittwoch kommender Woche wollen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten darüber entscheiden, ob der zunächst bis 14. Februar befristete Lockdown verlängert wird.

Kanzlerin Merkel lehnt eine Lockerung des Lockdowns ab. Sie bitte alle Menschen, "noch eine Weile durchzuhalten", sagte die CDU-Politikerin am Dienstag in der ARD-Sendung "Farbe bekennen". Mehr zum ARD-Interview von Angela Merkel hier.

+++ Grüne fordern monatlichen Corona-Zuschlag +++

Die Grünen im Bundestag erhoffen sich vom Spitzentreffen der Regierungsparteien CDU, CSU und SPD an diesem Mittwoch mehr Hilfe für Arme in der Pandemie. "Ich erwarte vom Koalitionsausschuss, dass Union und SPD einen wirkungsvollen Rettungsschirm für Menschen in Armut aufspannen", sagte der sozialpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Sven Lehmann, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Das Hin und Her auf dem Rücken der Betroffenen muss ein Ende haben."

Die Grünen forderten schnellstmöglich einen Corona-Zuschlag in Höhe von 100 Euro monatlich für Erwachsene und 60 Euro für Kinder auf die Grundsicherung, erklärte Lehmann. Zudem schließe sich die Fraktion den Forderungen von Sozialverbänden, Gewerkschaften und Familienverbänden an, die Grundsicherung dauerhaft auf rund 600 Euro monatlich anzuheben. "Dazu werden wir weiter Druck machen."

+++ WHO-Team besucht Labor in Wuhan - Spekulationen um Ursprung des Virus +++

Internationale Experten haben in der chinesischen Stadt Wuhan ein Forschungszentrum besucht, das im Mittelpunkt von Spekulationen über den Ursprung des Coronavirus steht. Die Visite im Wuhan Institut für Virologie (WIV) gilt als ein Höhepunkt der Ermittlungen der Fachleute im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Gemeinsam mit chinesischen Kollegen wollen die Experten herausfinden, wo das neuartige Sars-CoV-2-Virus ursprünglich herkam.

Das Labor ist eine führende Einrichtung unter Chinas Akademie der Wissenschaften. Es forscht mit Coronaviren von Fledermäusen, die als Ursprung für die Pandemie verdächtigt werden. So war spekuliert worden, dass das Virus vielleicht auch aus dem Labor entwichen sein könnte, was die chinesische Seite aber energisch bestritten hat.

+++ Studie: Rolle des Wetters bei Corona-Verbreitung nicht unterschätzen +++

Saisonale Wetterbedingungen spielen zyprischen Forschern zufolge eine unterschätzte Rolle beim Verlauf der Corona-Pandemie. Deshalb sollten Wetterdaten stärker in Modelle zur Ausbreitung des Virus einbezogen werden, schreiben Dimitris Drikakis und Talib Dbouk von der University of Nicosia in Nikosia (Zypern) im Fachmagazin "Physics of Fluids".

Weltweit kämpfen Regierungen mit Maßnahmen zur Virus-Eindämmung gegen die Corona-Pandemie: Geschäfte, Veranstaltungsstätten und Schulen werden geschlossen, soziale Kontakte werden beschränkt, Reiseverbote erlassen. "Diese Lösungen sind nur nützlich, um das Entwicklungstempo der Gesamtzahl neu infizierter Personen zu verlangsamen", schreiben die Forscher. Sie gehen davon aus, dass eine zweite Welle "unumgänglich" ist, aber durch Lockdown-Maßnahmen gedämpft werden kann.

"Bei Pandemien, bei denen keine massiven und wirksamen Impfungen verfügbar sind, sollte die Regierungsplanung längerfristig sein, indem Wettereffekte berücksichtigt und die Richtlinien für öffentliche Gesundheit und Sicherheit entsprechend gestaltet werden", wird Dbouk in einer Mitteilung des Fachmagazins zitiert. Den Forscher zufolge hängt die Übertragungsrate auch von den Wetterbedingungen ab. Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Windgeschwindigkeit bestimmen demnach beispielsweise, welche Erregerkonzentration winzige Speicheltröpfchen aufweisen, wie lange sie sich in der Luft halten und wie weit sie sich ausbreiten können. So seien hohe Temperaturen im Sommer für die Übertragung des Virus eher schlecht.

+++ "Bild": FDP-Politiker Solms schimpft über Terminvergabe für Impfung +++

Der FDP-Ehrenvorsitzende und Alterspräsident des Bundestags, Hermann Otto Solms, hat das System zur Terminvergabe für die Corona-Impfung nach eigenen Erfahrungen kritisiert. Nach Angaben der "Bild" (Mittwoch) bemüht sich der 80-Jährige seit drei Wochen um einen Termin - ohne Erfolg. "Es wäre ein Leichtes für die Verwaltung, sich von den Meldeämtern die Daten der über 80-Jährigen zu besorgen, sie zu informieren, dass, wann und wo sie geimpft werden können", sagte Solms. "Dann wüssten die Menschen, dass man sie auf dem Schirm hat, dass sie sich auf den Staat verlassen können." Das aber sei offenkundig nicht der Fall. Solms bemängelte, niemand fühle sich zuständig oder verantwortlich. Das sei "eine typische Antwort in einem Verwaltungs- und Beamtenstaat."

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sba/news.de/dpa

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